Pauline - Review Staffel 1

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Ich habe so meine Probleme mit deutschen Produktionen und dennoch gebe ich neuen Sachen immer wieder eine Chance. So auch "Pauline", eine 2024 produzierte Serie für den Streamingdienst Disney+, und zugegeben, der Grund, warum ich die Serie hauptsächlich zu schauen begann, war Andrea Sawatzki. Ob es letztlich auch noch weitere Gründe gab?

Foto: Pauline - Copyright: 2023 Disney und seine verbundenen Unternehmen
Pauline
© 2023 Disney und seine verbundenen Unternehmen

Serien mit übernatürlichen Wesen oder auch übernatürlichen Fähigkeiten waren in den 90er Jahren modern und durch "Twilight" und auch "Vampire Diaries" bekam das Genre noch einmal einen richtigen Hype. Das ist aber auch schon fast 20 Jahre her und die Zeiten ändern sich. Nachdem ich schon von der österreichischen Produktion "Beasts Like Us" erstaunt war, wie man aus bekannten Serien in ein Format mit wenigen Episoden pressen kann, überraschte mich "Pauline" doch tatsächlich damit, wie kurzweilig alles erzählt werden kann, aber in einem Eiltempo und mit so wenig Tiefgang, dass mir fast schwindlig geworden wäre. Dass das Rad nicht unbedingt neu erfunden werden konnte, war mir schon in den ersten Szenen klar. Pauline (Sira-Anna Faal) ist 18 Jahre alt und verbringt ihre Freizeit damit herumzustreifen, und natürlich, wie die Jugend heutzutage so ist, hat sie sich mit einem unbekannten Jungen getroffen und hatte einen One-Night-Stand, der nicht folgenlos blieb. Hier geht es allerdings nicht (nur) um eine Teenagerschwangerschaft, sondern die Schwangerschaft schreitet schnell voran und Pauline fühlt sich eigenartig, was sich für eine normale Schwangerschaft nicht üblich ist. Das erinnerte mich schwer an Bella (Kristen Stewart) aus den "Twilight"-Filmen.

Ähnlich wie Edward (Robert Pattinson) aus den Filmen stellt sich auch Lukas (Ludger Bökelmann) hier an. Er macht ein riesiges Geheimnis aus seiner Vergangenheit und der Tatsache, woher er stammt. Dazu kommt noch, dass er mit seinem Schweigen Pauline eher immer mehr verunsichert und sich bei ihr Symptome und Fähigkeiten zeigen, die sie weder sich noch anderen erklären kann und sich daher ins Schweigen hüllt – besonders ihren Freunden und ihrer Familie gegenüber. Mit den gerade mal sechs Episoden mit etwas 40 Minuten Laufzeit, hat man das Potenzial nicht genutzt, da mal etwas mehr daraus zu machen. "Pauline" versucht über die meisten Episoden hinweg, zu vertuschen, was mit ihr los ist. Das beeinflusst vor allem ihre Freundschaft, aber nicht ihre Beziehung zu ihrer Mutter Clara (Nikeata Thompson). Die beiden wirken zwar wie Freundinnen, allerdings auch so eine Ebene, die nicht wirklich tiefer geht. Clara macht alles andere als den Anschein, überhaupt genauer daran interessiert zu sein, was bei ihrer Tochter los ist, obwohl recht auffällig ist, dass etwas nicht stimmt.

Obwohl die Prämisse dieser Serie durchaus klar ist: Lukas' Bruder soll in einen neuen Körper gesteckt werden, der erst einmal gefunden werden muss und Mamas Liebling ist. Und Mama? Die ist das Böse in Person. Dass man Andrea Sawatzki dafür verpflichtet hat, hat mich erstaunt und ich fand, dass ihr Schauspiel noch am meisten überzeugt hat, weil das Spiel vor allem in der Mimik passiert ist. Allerdings hat man zu wenig von ihr gesehen, um auch nur im Ansatz charakterliche Facetten erkennen zu können, denn ihr Schicksal ist am Ende vollkommen klar.

Foto: Andrea Sawatzki, Ludger Bökelmann & Dimitrij Schaad, Pauline - Copyright: 2024 The Walt Disney Company; Nirén Mahajan
Andrea Sawatzki, Ludger Bökelmann & Dimitrij Schaad, Pauline
© 2024 The Walt Disney Company; Nirén Mahajan

Von den sechs Episoden hat man quasi vier verschwendet, um die böse Mitschülerin zu etablieren, die Paulines Stipendium will und man bekommt schnell das Gefühl , es sei Lückenfüller bzw. ein nächster Punkt, den man in einer Fantasyserie erfüllen muss. Es sind die letzten zwei Episoden, die interessant daherkommen, erfährt man doch etwas über Paulines verstorbenen Vater, der logischerweise nicht einfach ein Zufallsopfer gewesen ist, sondern eine Vorgeschichte hat und somit auch klar wird, warum Pauline durch ihre Schwangerschaft plötzlich übernatürliche Fähigkeiten hat. Die Serie schafft es dadurch auch noch spielend leicht, die 'böse' Mitschülerin und ihre Familie einzubinden. Letztlich ist es nämlich diese Familie, die Pauline mehr und mehr Aufschluss über all ihre Fragen gibt. Ein weiterer Kritikpunkt ist es auch für mich, dass die Serie ein Tempo drauf hat, sodass mir auch schnell klar wurde, wie die erste Staffel bzw. die Serie enden würde. Während ich das Schauspiel von Andrea Sawatzki gelobt habe und man bei ihr das Böse gut erkennen konnte, kann ich das vom wiederauferstandenen Sohn nicht behaupten. Irgendwie ist das schade, weil man es bei "Shadowhunters" und Jonathan Morgenstern wunderbar hinbekommen hat, das Böse, aber auch in gewisser Weise das Gute miteinander zu vereinen und dennoch eine gewisse Sympathie und Empathie für diese Figur zu entwickeln, was bei "Pauline" bei ziemlich allen Figuren leider nicht gelungen ist.

Fazit

Man könnte sicherlich behaupten, ich sei nicht mehr der Zielgruppe entsprechend, damit mich "Pauline" vom Hocker hauen kann. Das halte ich aber eher für unwahrscheinlich. Immerhin liebte ich "Vampire Diaries" und "Shadowhunters". Auch wenn ich "Beasts Like Us" nicht besonders gut fand, war es dort der Cliffhanger, von dem ich mir noch eine zweite Staffel gewünscht hätte. Diesen Wunsch äußere ich bei "Pauline" nicht.

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Daniela S. - myFanbase

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