Looking For Alaska - Review des Piloten

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Der Name John Green wird den meisten vor allem durch "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" (original: "The Fault in Our Stars") ein Begriff sein, da sowohl das Buch, als auch die Film-Adaption mit Shailene Woodley und Ansel Elgort in den Hauptrollen, ein riesiger Erfolg wurden. Jedoch hat Green zuvor bereits zwei weitere Jugendbücher veröffentlicht. "Margos Spuren" (original: "Paper Towns") wurde ebenfalls verfilmt, mit Cara Delevigne in der Hauptrolle, doch mit seinem Debüt "Eine wie Alaska" (original: "Looking for Alaska", Buch bei Amazon bestellen) hat Green eine wahre Odyssee durchgemacht. Es gab bereits mehrere Versuche, auch dieses Buch zu verfilmen, jedoch wurden die Projekte aus unterschiedlichen Gründen beendet. Nun ist aber eine Serienadaption für Hulu zustande gekommen, bei der der Inhalt des Buchs in acht Episoden erzählt wird. Auch wenn mir das Buch wahrlich nicht so gut gefallen hat, wie es bei "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" der Fall war, habe ich mich auf diese Serie sehr gefreut, denn John Green erschafft ohne Frage besondere Figuren, die weitab des Mainstreams anzusiedeln sind.

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John Green selbst war bei der Serienadaption als ausführender Produzent mit an Bord und das merkt man in jeder Minute dieses Piloten. Zum einen ist die Handlung extrem nah am Buch angelegt, sowohl in den einzelnen Ereignissen als auch in der groben Struktur, bei der in "Vorher" und "Danach" unterteilt wird. Zudem ist der Cast perfekt ausgewählt worden, denn es wurden viele spezielle Darsteller gefunden, die die Besonderheiten ihrer Figuren grandios zum Leben erwecken. Charlie Plummer ("Boardwalk Empire") spielt die Hauptfigur Miles, der ein Außenseiter an seiner Schule ist und ein großes Interesse an den letzten Worten verstorbener Berühmtheiten hat. Zudem ist er auf der Suche nach dem 'großen Vielleicht', weswegen er seine Eltern bittet, dass er auf das Internat wechseln darf, das sein Vater schon besucht hat. Dort trifft er auf seinen Zimmernachbarn Chip "The Colonel" Martin (Denny Love), mit dem er sich schnell anfreundet und der ihn in Kontakt mit Takumi (Jay Lee) und Alaska Young (Kristine Froseth, "The Society") bringt. Fortan entsteht eine sonderbare Freundschaft zwischen ihnen, die auf die Probe gestellt wird, als sich Schreckliches ereignet.

Wie bereits erwähnt hat mir der Roman selbst gar nicht so gut gefallen, da diese nerdigen Charaktere mit ihren Eigenarten nicht immer richtig zu fassen waren. Diese und vor allem das Setting mit dem Internat zum Leben erweckt zu sehen, hat mir ungeheuer geholfen, mich sofort wieder in das Geschehen einzufinden, so dass auch die Erinnerungen an die einzelnen Handlungen wieder auf mich einströmten und dabei ist das Gefühl entstanden, wie perfekt alles inszeniert wird und dass es mir sogar besser gefällt, die Geschichte nun auf dem Bildschirm zu sehen als zwischen den Buchdeckeln zu lesen. Das ist schon mal eine Aussage, da Verfilmungen nahezu immer hinter dem Buch zurückstecken müssen, aber hier ist genau das Gegenteil der Fall. Das ideale Casting und die Atmosphäre, die dazu entsteht, macht die ganze Handlung viel greifbarer für mich und ich bin jetzt schon total angefixt, auch wenn ich weiß, wie es letztlich ausgehen wird. Beim Casting muss ich nun auch noch Ron Cephas Jones ("This Is Us") hervorheben, der als älterer Religionslehrer mit Miles in Kontakt kommt. Er hatte nur einen kurzen Auftritt als Dr. Hyde, aber seine beeindruckende Präsenz hat der Geschichte sofort ein Mehr gegeben und ich bin gespannt, ihn weiterhin zu erleben und mit Miles interagieren zu sehen.

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Grandios war in meinen Augen auch die musikalische Untermalung dieser Episode, denn die Handlung spielt 2005, so dass auch dementsprechende Musik ausgewählt wurde. Dabei kommen dann auch Band wie The Killers oder The White Stripes vor, die ganz entscheidend meine Jugend geprägt haben. Möglicherweise habe ich genau diese Künstler auch während der damaligen Lektüre gehört, so dass sich für mich ein fast schon magisches Seherlebnis ergeben hat, da sich alles in sich rund anfühlte. Ich bin schon sehr gespannt, welche Bands und Solokünstler in den folgenden Episoden noch auftauchen werden.

Diese Eindrücke waren nun alle sehr subjektiv. Rezensionen sind zwar immer subjektiv, aber dennoch versuche ich mich auch immer an einer objektiveren Draufsicht. Hier muss man einfach sagen, dass man sich von Josh Schwartz als Showrunner auch nicht verleiten lassen darf. Mit "O.C., California" und "Gossip Girl" ist er im Genre der Teenieserien sehr versiert, aber dennoch ist "Looking for Alaska" mit diesen beiden Erfolgshits nicht zu vergleichen. Während diese vor allem von einer gewissen Oberflächlichkeit, dem Rätsel "Wer mit wem?" und mit tränenreichen Drama gelebt haben, zeichnet sich "Looking for Alaska" durch eine gewisse Einzigartigkeit und dadurch vielleicht sogar Authentizität aus. Während dort für FOX und The CW ein Darsteller schöner war als der andere, wurden hier die Rollen mit durchschnittlichen aussehenden Jungdarstellern besetzt, denen man die Teenager mit jeder Faser abnimmt. Diese Serie wird eher für ein Nischenpublikum sein, das mit den Charakteren tiefer sehen will. Und ich bin überzeugt, dass der Auftakt beweist, dass genau diese tiefergehende Unterhaltung möglich sein wird.

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Fazit

"Looking for Alaska" ist eine extrem buchnah umgesetzte TV-Adaption, die sich für ein perfektes Casting und einen tollen Soundtrack feiern lassen darf. Zwar fälle ich dieses Urteil nur für den Serienauftakt, aber bereits jetzt lässt sich erahnen, dass es eine tolle Realisation des gesamten Buchs werden könnte.

Lena Donth myFanbase

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