Fallout - Review
#1.01 Das Ende

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Die erste Folge der Videospielverfilmung "Fallout" entführt uns in eine dystopische Zukunft, in welcher weite Teile von Amerika verstrahlt sind. Den Beginn des nuklearen Schlagabtausches zwischen den USA und China sieht man gleich am Anfang der Folge. Aufgrund der aktuellen Lage in Europa und der Angst vor einem Atomkrieg, kann das bei einigen Menschen durchaus ein mulmiges Gefühl hervorrufen, gerade auch weil die Szene so ruhig inszeniert wurde.

Foto: Walton Goggins, Fallout - Copyright: Amazon MGM Studios
Walton Goggins, Fallout
© Amazon MGM Studios

Wir lernen dabei der ehemaligen Marine Soldat, welcher sich der Schauspielerei gewidmet hat, Cooper Howard (Walton Goggins) und seine Tochter Janey (Avery Reed) kennen. Die auf einem Kindergeburtstag als Sheriff und Hilfssheriff verkleidet auftreten, bis plötzlich im Hintergrund mehrere Atombomben explodieren. Auch der retrofuturistische Stil der Serie ist schon zu Beginn anhand der Fernseher zu bewundern, da sich das gesamte Szenario in einer alternativen Realität befindet. Nach einem Zeitsprung befinden wir uns dann in einer postapokalyptischen Zukunft, in welcher ein Teil der Bevölkerung in Bunkern lebt, den sogenannten Vaults. In einer dieser Vaults mit der Nummer 33 lebt Lucy MacLean (Ella Purnell), Tochter des Aufsehers und de facto Anführers Hank MacLean (Kyle MacLachlan). Die abenteuerlustige junge Frau, mit den vielen Talenten, ist auf der Suche nach einem Ehemann. Leider gibt es in ihrem Bunker keinen geeigneten Kandidaten, der nicht mit ihr verwandt ist und zu diesem Zweck schließt man ein Bündnis, mit der benachbarten Vault 32. Zwar habe ich hier nicht ganz verstanden, dass wenn zwei Bunker durch eine unterirdische Schleuse miteinander verbunden sind, warum deren Bewohner sich nicht zu einer Vault zusammenschließen, aber das ist am Ende auch nicht so wichtig. Nach einem Gespräch mit der neuen Aufseherin Lee Moldaver (Sarita Choudhury) bekommt Lucy ihren zukünftigen Gatten Monty (Cameron Cowperthwaite), im Austausch für Maschinenteile und Getreide. Schon bei der Hochzeitsfeier wird klar, dass sich die Gäste aus der benachbarten Vault etwas primitiv benehmen, doch scheint sich keiner daran zu stören. Selbst Lucy ist vom Aussehen ihres introvertierten Mannes erst einmal geblendet. Am Ende ist es der smarte Norm (Moises Arias), welcher sich in den benachbarten Bunker schleicht und die Wahrheit über Vault 32 herausfindet. Alle Bunkerbewohner wurden von Räubern überfallen, die Raiders genannt werden und sich nun als Nachbarn ausgeben. Wie die Raiders es überhaupt in die Vault geschafft haben und was ihre Ziele sind, wird in dieser Folge nicht geklärt. Aber das Schlachten der Hochzeitsgesellschaft lässt nicht lange auf sich warten und bildet einen krassen Kontrast, zu der ansonsten eher erheiternden Grundstimmung der Vaultbewohner, mit ihren bunten Farben und den ganzen Motivationsplakaten. Lucys psychopathischer Ehemann zum Beispiel verkündet, gegenüber seiner frisch Angetrauten, dass dies der schönste Tag seines Lebens war, bevor er sie mit einem Messer abstechen will. Die junge Frau ist natürlich nicht wehrlos und schafft es ihren Angreifer abzuwehren. Der Kampf gegen die Räuber fordert auf beiden Seiten Opfer und ist, Tarantino like, ziemlich blutig inszeniert. Beim Showdown an der Schleuse wird uns eine mysteriöse Vergangenheit von Hank und der Anführerin der Raiders Lee angedeutet.

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Der Aufseher wird betäubt, und von den Angreifern entführt. Bei einer Besprechung danach hat auch keiner so richtig Bock den Aufseher zurückzuholen, außer eben Lucy und ihr eher ängstlicher Bruder Norm. Also macht sich die junge Frau selbst auf den Weg in die Oberwelt. Unterstützt wird sie dabei, neben ihren Bruder, auch von dem naiven Cousin Chet (Dave Register), der ihr hoffnungslos ergeben ist. Ich an ihrer Stelle hätte den Cousin auch narkotisiert und wäre ebenfalls ohne ihn abgehauen. Mein Gott, was für eine Nervensäge! Im zweiten Handlungsstrang lernen wir den Außenseiter Maximus (Aaron Moten) kennen, den Anwärter/Aspirant eines futuristischen Ritterordens der Stählernen Bruderschaft. Welche wohl für die aktuelle Regierung mit dem Namen Enklave arbeitet. Doch selbst unter den Anwärtern scheinen einige die Enklave für ein Gerücht zu halten. Einen Freund hat der ehrgeizige Maximus in der Rekrutin Dane (Xelia Mendes-Jones) gefunden, ansonsten wird er von den anderen Neulingen entweder gemobbt oder gemieden. Als Dane zum Knappen eines der Ritter befördert und deshalb durch eine Rasierklinge in ihrem Stiefel verletzt wird, beschuldigt man als erstes Maximus.

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Ich muss sagen, gerade durch seinen Wutanfall in der Szene davor, hatte ich als Zuschauer natürlich den gleichen Verdacht. Aber der junge Mann überzeugt den Kleriker Quintus (Michael Cristofer) und erhält somit die Beförderung seiner verletzten Freundin. Das Verhör war auch sehr spannend und obwohl man die Powerrüstungen der Bruderschaft als etwas übertrieben betrachten könnte, funktionierte die Bedrohung durch einen Vertreter davon, in dieser Szene richtig gut. Wie er hinter Maximus steht und ihn mit verzerrter Stimme zum Antworten auffordert, creepy. Als erste Mission gilt es einen lebenden MacGuffin aufzuspüren, was sich wahrscheinlich als roter Faden durch die Staffel ziehen wird. Denn die Enklave ist auf der Suche nach einem flüchtigen Mann und dessen Hund. Die gleiche Suche treibt auch drei Kopfgeldjäger an das Grab eines Ghuls. Dieser Ghul ist Cooper Howard, der durch die hohe Strahlung mutierte und unnatürlich langlebige Ex-Marine Soldat. Scheinbar wurde dieser ein paar Jahrzehnte in dem Grab gefangen und am Leben gehalten, von einem gewissen Dom Pedro. Die Kopfgeldjäger wollen ihn in ihrem Team und es wird klar, dass Cooper längst nicht mehr der Mensch ist, der er vor 219 Jahren war. Er tötet zwei der drei Kopfgeldjäger und wirft deren Anführer Honcho (Mykelti Williamson) samt Sarg in sein Grabloch. Danach übernimmt er den Auftrag, weil ihm die Jagd Spaß macht, laut eigener Aussage. Da sich der Enklave Flüchtling zur Anführerin der Raiders Lee Moldaver aufmacht, sind alle drei Handlungsstränge miteinander verwoben. Spannung garantiert.

Fazit

Eine Auftaktfolge, die richtig Bock macht. Die Schicksale aller Hauptfiguren haben mich gleichermaßen angesprochen. Mit der Videospielvorlage kenne ich mich zwar nur bedingt aus, aber diese Folge überträgt sie sehr gut auf die Leinwand. Die Motivationsplakate mit dem Fallout Maskottchen, die Stimpaks Spritzen und die RadAway Infusionsbeutel des Ghuls, sind für Kenner sicherlich nur ein netter Fanservice. Doch diese Gimmicks zeigen auch, dass man sich nicht nur mit der Lore der Computerspielreihe befasst hat. Selbst wenn die Handlung für mich schon im Groben vorhersehbar ist, bin ich trotzdem sehr gespannt darauf, wohin mich die Reise führt. Natürlich sind auch die übertriebenen Gewaltexzesse, sowie das alternative Atompunk-Setting, ein absoluter Pluspunkt mit Schauwert.

Die Serie "Fallout" ansehen:

Andy Bananas - myFanbase

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