Blu-ray-Rezension: A Knight of the Seven Kingdoms, Staffel 1

Mit "A Knight of the Seven Kingdoms" kehrt das von George R.R. Martin erschaffene Westeros erneut auf die Bildschirme zurück. Die erste Staffel der sechsteiligen Fantasyserie basiert auf der Novelle "Der Heckenritter", dem Auftakt der Dunk & Egg-Geschichten, und spielt rund ein Jahrhundert vor den Ereignissen von "Game of Thrones". Damit erweitert HBO das Westeros-Universum um eine Geschichte, die bewusst einen deutlich kleineren Maßstab wählt. In den USA feierte die Serie am 18. Januar 2026 auf HBO und HBO Max Premiere, in Deutschland war sie einen Tag später über HBO Max zu sehen.
Staffel 1 von "A Knight of the Seven Kingdoms" bei Amazon bestellen:
DVD | Blu-ray
Inhalt

© Steffan Hill/HBO
Etwa ein Jahrhundert vor den Ereignissen von "Game of Thrones" erzählt "A Knight of the Seven Kingdoms" die Geschichte des Heckenritters Ser Duncan (Peter Claffey), genannt Dunk, und seines jungen Knappen Egg (Dexter Sol Ansell). Auf ihrer Reise durch Westeros sind die beiden auf der Suche nach Arbeit und einem Auskommen, als ihr Weg sie zu einem großen Turnier führt. Dort treffen sie auf Mitglieder bedeutender Adelshäuser und geraten ungewollt in Ereignisse, die weit über den eigentlichen Wettkampf hinausreichen. Während Dunk versucht, seinen Idealen von Ehre und Ritterlichkeit treu zu bleiben, wird nach und nach deutlich, dass sein junger Knappe mehr ist, als er auf den ersten Blick zu sein scheint.
![]() | ![]() | ![]() | Zur Galerie mit 23 Bildern |
Rezension
Als Fan der von George R. R. Martin erschaffenen Welt war für mich "A Knight of the Seven Kingdoms" von Anfang an Pflichtprogramm. Sowohl "Game of Thrones" als auch "House of the Dragon" gehören für mich zu den stärksten Fantasy-Serien der vergangenen Jahre. Zudem habe ich bereits den ersten Band der Romanvorlage gelesen und wusste daher bereits grob, worauf ich mich einlasse.

© Steffan Hill/HBO
Wer mit den Erwartungen an ein weiteres großes Epos voller Intrigen, Schlachten und Machtkämpfe an die Serie herangeht, sollte seine Erwartungen allerdings etwas anpassen. "A Knight of the Seven Kingdoms" erzählt bewusst eine deutlich kleinere und persönlichere Geschichte und konzentriert sich stärker auf seine Figuren als auf große politische Konflikte. Das ist grundsätzlich kein Nachteil, schließlich verfolgt die Serie damit einen ganz eigenen Ansatz. Trotzdem muss ich gestehen, dass mich die Handlung insgesamt nicht so sehr gefesselt hat wie "Game of Thrones" oder "House of the Dragon". Dafür fehlte mir über weite Strecken einfach die Spannung, die ich aus den beiden Vorgängerserien gewohnt war.
Auch mit dem Humor wurde ich nicht immer warm. Immer wieder setzt die Serie auf bewusst derbe Gags, die für meinen Geschmack nicht immer zur Atmosphäre passen. Besonders irritiert hat mich bereits die erste Episode: Die ikonische Titelmelodie von "Game of Thrones", die Fans seit Jahren mit der Welt von Westeros verbinden, wird kurz angespielt, nur um den Moment unmittelbar mit einem Fäkalwitz zu brechen und Dunk beim Verrichten seines Geschäfts zu zeigen. Für mich war das kein gelungener Kontrast, sondern ein Moment, der einen eigentlich epischen Augenblick unnötig ins Lächerliche zog. Tatsächlich war das für mich sogar der Grund, die Serie zunächst zu pausieren. Erst einige Monate später gab ich ihr eine zweite Chance und stellte fest, dass dieser Auftakt den weiteren Ton der Serie schlechter widerspiegelt, als ich zunächst angenommen hatte. Im Nachhinein bin ich froh, der Serie doch noch eine zweite Chance gegeben zu haben.
Was die Serie dagegen von Beginn an richtig macht, ist die Dynamik zwischen Dunk und Egg. Die beiden könnten unterschiedlicher kaum sein: Hier der bodenständige, gutmütige Heckenritter, der lieber seinem Gewissen als politischen Spielchen folgt, dort der schlagfertige und für sein Alter erstaunlich reife Egg, der seinem Begleiter gedanklich häufig einen Schritt voraus ist. Gerade dieses ungleiche Gespann sorgt immer wieder für gelungene Dialoge und sympathische Momente, die der Serie viel Herz verleihen. Auch wenn mich die eigentliche Handlung nicht durchgehend fesseln konnte, war es vor allem das Zusammenspiel der beiden Hauptfiguren, das mich letztlich doch bis zum Ende bei der Stange hielt. Löst man sich vom ständigen Vergleich mit "Game of Thrones" und "House of the Dragon", entfaltet "A Knight of the Seven Kingdoms" durchaus ihren ganz eigenen Charme.

© Steffan Hill/HBO
Ebenso gelungen ist die Begegnung mit dem jungen Lyonel Baratheon (Daniel Ings). Aus einer zunächst eher ungezwungenen Bekanntschaft entwickelt sich eine überraschend herzliche Freundschaft, die der Serie zusätzliche Leichtigkeit verleiht. Gerade weil Lyonel und Dunk auf den ersten Blick aus völlig unterschiedlichen Welten stammen, harmonieren die beiden erstaunlich gut miteinander.
Bereits "House of the Dragon" hat eindrucksvoll gezeigt, wie facettenreich das Haus Targaryen sein kann. "A Knight of the Seven Kingdoms" knüpft daran an und stellt mit den Prinzen Baelor (Bertie Carvel) und Maekar (Sam Spruell) sowie deren Söhnen ganz unterschiedliche Vertreter der Dynastie vor. Obwohl die Targaryens längst keine Drachenreiter mehr sind, bleibt ihr Einfluss auf Westeros ungebrochen. Gerade die unterschiedlichen Persönlichkeiten innerhalb der Familie machen ihre Auftritte abwechslungsreich und zeigen einmal mehr, warum sie zu den faszinierendsten Häusern der Welt von George R. R. Martin zählen.

© Steffan Hill/HBO
Auch produktionstechnisch bewegt sich die Serie auf gewohnt hohem Niveau. Westeros fühlt sich sofort wieder vertraut an, von den detailreichen Kostümen über die stimmungsvollen Kulissen bis hin zu den weitläufigen Landschaften. Gleichzeitig verzichtet die Serie bewusst auf die ganz großen Schlachten und aufwendigen Effektspektakel. Stattdessen steht die bodenständige Atmosphäre im Vordergrund, was hervorragend zum kleineren Maßstab der Geschichte passt.
Als Leser der Romanvorlage hat mich besonders gefreut, wie respektvoll die Serie mit dem Ausgangsmaterial umgeht. Zwar wurden einzelne Szenen erweitert und kleinere Änderungen vorgenommen, insgesamt bleibt die Adaption aber sehr nah an der Novelle und trifft deren ruhigen, persönlichen Ton bemerkenswert gut.
Die Serie "A Knight of the Seven Kingdoms" ansehen:
Specials und technische Daten

© Steffan Hill/HBO
Erfreulich fällt das Bonusmaterial der Blu-ray aus. Gerade für eine vergleichsweise kurze Staffel hätte man durchaus mit einer eher überschaubaren Ausstattung rechnen können. Stattdessen erwartet Fans eine überraschend umfangreiche Sammlung an Extras, die einen abwechslungsreichen Blick hinter die Kulissen ermöglicht. Neben mehreren Featurettes über die Entstehung der Serie kommen Cast und Crew ausführlich zu Wort und geben interessante Einblicke in die Adaption der Romanvorlage sowie die Umsetzung der Figuren und Schauplätze. Auch Themen wie Kostümdesign, Kulissenbau und die Einbettung der Geschichte in die Welt von Westeros werden näher beleuchtet.
Für Fans des Franchise ist das Bonusmaterial damit weit mehr als eine nette Dreingabe. Es ergänzt die Serie sinnvoll und vermittelt einen guten Eindruck davon, mit wie viel Liebe zum Detail die Produktion entstanden ist. Insgesamt fällt die Ausstattung für eine so kurze Serie äußerst üppig aus und wertet die Blu-ray gegenüber dem reinen Streaming-Erlebnis noch einmal spürbar auf.
Liste der Special-Features
- A Knight of the Seven Kingdoms: Die Sets
- Hinter der Episode
- Willkommen zu A Knight of the Seven Kingdoms (Extended)
- Verpatzte Szenen
- Staffelübergreifende Featurette 'Eine Welt entsteht'
- Charakterstudien Dunk & Egg
- Ashford Meadows: Rundgang mit Dexter Sol Ansell
Erscheinungstermin: 25. Juni 2026
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: 3 Stunden und 28 Minuten (6 Episoden)
Video: 1080p High Definition 16:9
Sprache (Tonformat): Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Atmos-True HD), Französisch (Dolby Digital 5.1), Spanisch (Dolby Digital 5.1), Italienisch (Dolby Digital 5.1), Tschechisch (Dolby Digital 2.0),
Untertitel: Deutsch, Französisch, Spanisch, Schwedisch, Niederländisch, Englisch, Norwegisch, Finnisch, Dänisch, Tschechisch, Chinesisch
Untertitel für Hörgschädigte: Deutsch, Englisch, Italienisch
Fazit
"A Knight of the Seven Kingdoms" ist sicherlich nicht das neue "Game of Thrones", möchte das aber auch gar nicht sein. Die erste Staffel erzählt eine wesentlich ruhigere, persönlichere Geschichte, die mich zwar nicht ganz so stark fesseln konnte wie die bisherigen Serien aus Westeros, betrachtet man sie jedoch losgelöst von diesen Vergleichen, überzeugt sie vor allem durch das sympathische Zusammenspiel von Dunk und Egg, eine stimmige Atmosphäre und die werkgetreue Umsetzung der Romanvorlage. Für Fans der Welt von George R. R. Martin ist die Serie daher definitiv einen Blick wert.
Staffel 1 von "A Knight of the Seven Kingdoms" bei Amazon bestellen:
DVD | Blu-ray
Marie Müller - myFanbase
Kommentare
Meistgelesen
Aktuelle Kommentare
03.07.2026 09:32 von Lena
Episode: #3.02 Queen's Landing (House of the Dragon)
Staffel 3 ist echt unfassbar stark gestartet. Ich habe... mehr












06.07.2026 15:48 von Grounders Source
In Memoriam: In Memoriam - Finn 'Spacewalker' Collins
This was a touching tribute. One of The 100's... mehr