DVD-Rezension: Utopia, Staffel 2

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Nachdem die erste Staffel von "Utopia" im Februar 2015 veröffentlicht wurde, ließ polyband die Fans dieser bizarren britischen Serie nicht lange auf die Fortsetzung warten. Seit dem 26. Juni 2015 ist die zweite Staffel von "Utopia" im Handel erhältlich und findet damit leider auch ihr Ende. In Deutschland wurde die zweite Staffel von "Utopia", wie auch schon die erste Staffel, auf dem Pay-TV Sender RTL Crime ausgestrahlt und lief dort vom 10. Dezember 2014 bis zum 14. Januar 2015. Neben den altbekannten Gesichtern gesellte sich auch Rose Leslie ("Game of Thrones") als junge Wissenschaftlerin Milner für eine Episode zum Cast von "Utopia".

Inhalt

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Fünf Monate sind seit den Geschehnissen der ersten Staffel vergangen und während sich Jessica (Fiona O'Shaughnessy) in der brutalen Gewalt des Networks befindet, die mit Hilfe ihres Blutes mittlerweile endlich Janus geschaffen haben und kurz davor sind den Impfstoff auf der ganzen Welt zu verteilen, haben sich die Wege der anderen getrennt. Ian (Nathan Stewart-Jarrett) ist in seinen alten Job als IT-Spezialist zurück gekehrt und hält Grant (Oliver Woollford), den immer noch alle für tot halten, in seiner Wohnung versteckt und verbringt seine ganze Zeit damit nach Becky (Alexandra Roach) zu suchen. Die wiederum hat sich notgedrungen mit Donaldson (Simon McBurney) zusammen getan, um von ihm regelmäßig Medikamente zu bekommen, die die Symptome ihre Krankheit Deal im Zaum halten sollen. Wilson (Adeel Akhtar) hat unterdessen endgültig die Seiten gewechselt und arbeitet eng mit dem Network zusammen. Arby (Neil Maskell) hat dagegen dem Network den Rücken gekehrt und versucht sich mit seiner neuen Freundin und deren Tochter ein ganz normales Leben aufzubauen. Doch schon bald werden alle wieder in die Machenschaften des Networks verwickelt und es beginnt ein erneuter Kampf auf Leben und Tod und Recht und Unrecht zwischen den beiden Seiten.

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Rezension

Foto: Rose Leslie, Utopia - Copyright: polyband
Rose Leslie, Utopia
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Ich war ja echt gespannt und auch recht skeptisch, ob die zweite Staffel von "Utopia" das hohe Level der ersten Staffel halten konnte, und muss sagen, dass ich positiv überrascht wurde. Die zweite Staffel war zwar irgendwie in einigen Bereichen völlig anderes als die erste, aber deswegen absolut nicht schlechter. Zumindest war die zweite Staffel in ihrer Handlung deutlich strukturierter und längst nicht mehr so verwirrend. Alle gesponnenen Fäden liefen zusammen und man kann die erste Staffel wirklich als Vorbereitung auf die finale Staffel sehen. Es gab weniger Verschwörungstheorien und die Story kam zügig auf den Punkt. Denn nachdem das Network Jessica in der Hand hatte und Janus produziert wurde, ging es hauptsächlich darum Janus freizusetzen beziehungsweise aufzuhalten und das Rätsel zu lüften, was genau Philip Cabel an der Formel geändert hatte, bevor er sie Jessica injizierte. Mit der ersten Episode, die zu dem Zeitpunkt in der Zeit zurückspringt, als sich Philip Carvel (Tom Burke/Ian McDiarmid) und Milner (Rose Leslie/Geraldine James) kennenlernten und ihren perfiden Plan ausgeheckt haben (stilecht im 4:3 Bildformat gedreht), wird einiges offenbart und dem Zuschauer ein erklärender Einblick in die Entstehung von Janus gegeben. Zudem wird auch Philips komplizierte Beziehung zu seinen beiden Kindern Arby und Jessica endlich etwas klarer. Denn während Philip Jessica vergötterte und zum Teil wegen ihr sogar die Formel von Janus geändert hat, war sein Sohn Arby für Philip nur ein wissenschaftliches Projekt. Und ich bin sehr froh, dass man diese Episode direkt an den Anfang gestellt hat und als Zuschauer direkt mit einem, "Ah, so war das also, ich glaube jetzt hab ich es geschnallt"-Gefühl in die zweite Staffel startete. Was natürlich trügerisch ist, da sich auch in der zweiten Staffel immer wieder unvorhersehbare Wendungen ergeben, die man so nicht geahnt hätte. Sechs Episoden lang kam absolut keine Langeweile auf und ich wurde konsequent an den Fernseher gefesselt. "Utopia" besticht nach wie vor, durch großartige visuelle Effekte, fantastische Darsteller, einen grandiosen Soundtrack und, ich kann es nicht anders ausdrücken, echt krasse Momente, die einem den Mund offen stehen lassen. Und schon in der ersten Episode, ohne zu viel verraten zu wollen, aber es hat mit einem kleinen Jungen und einem süßen Kaninchen und dem Tod von einem der beiden zu tun, drängt sich die Frage auf, wie die zweite Staffel eine FSK 16 Freigabe bekommen hat. Ich persönlich fand die zweite Staffel kein Stück weniger brutal als die erste.

Foto: Adeel Akhtar & Paul Ready, Utopia - Copyright: polyband
Adeel Akhtar & Paul Ready, Utopia
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Extrem beeindruckt hat mich, wie schon in der ersten Staffel, dieser wahnsinnige Kontrast zwischen einer düsteren Story, gepaart mit dieser Bilderwucht aus grellen Farben. "Utopia" spricht eine unglaubliche Bildsprache, die ich bisher so nie gesehen habe und die absolut überwältigend ist. Dazu kommen die oftmals unglaublich kleinen surrealen Szenen und Momente, die "Utopia" so besonders machen, wie zum Beispiel die Szene zwischen Wilson und Lee (Paul Ready) während einer Autofahrt. Der Killer, der hunderte Menschen eiskalt getötet und Wilson mit einem Löffel das Auge rausgestochen und seinen Vater getötet hat, fragt ihn mit scheinbar ernsthafter Besorgnis, ob es denn überhaupt noch erlaubt sei, dass er mit seiner eingeschränkten Sehkraft Auto fährt. Durch diese und diverser ähnlicher kleiner abstrusen Szenen wurde die sonst eher bedrückendere Story immer wieder aufgelockert und gab der zweiten Staffel eine gewisse Leichtigkeit, obwohl ein Wettlauf um das Schicksal der Menschheit stattfand. Die Story an sich war auch, wie in der ersten Staffel, wieder ähnlich komplex, aber eben weitaus durchschaubarer, was sie aber nicht weniger interessant machte. Die einzelnen Charaktere erlebten eine schlüssige Weiterentwicklung und durften eine tolle Ausarbeitung ihres Charakters erfahren, was mich durchweg überzeugen konnte. Selbst Jessica Hyde kam, im Gegensatz zur ersten Staffel, endlich aus sich raus und Fiona O'Shaughnessy schien sich endlich in ihre Rolle eingefunden zu haben. Leider endet die Serie aber mit dieser zweiten Staffel, was nicht nur generell sehr schade ist, sondern auch angesichts dessen, dass der Schluss leider relativ offen gelassen wurde. Denn plötzlich überschlugen sich die Ereignisse und es wurde ein, für mich persönlich zu schnelles Ende der Story gebastelt, um dann wieder zweiunddreißig gefühlte offene Fragen aufzuwerfen. Trotzdem ist die zweite Staffel, wie auch schon die erste, ein echtes Meisterwerk, das ihresgleichen sucht und so ist es auch kein Wunder, dass unter der Leitung von David Fincher gerade ein US-Remake von "Utopia" für HBO in Planung ist. Wobei ich da eher skeptisch bin, denn in einer amerikanischen Umsetzung kann ich mir "Utopia" so gar nicht vorstellen. Denn dieses völlig groteske und abgedrehte, haben meiner Meinung nach ehrlich gesagt nur die Briten drauf.

Specials

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Paul Higgins, Utopia
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Leider fällt das Bonusmaterial auf der Box zur zweiten Staffel etwas sparsamer aus, als bei der ersten Staffel. Dieses Mal gibt es keinerlei Making-Ofs oder sonstige Specials, sondern nur die geschnittenen Szenen. Mit diesem Material kann man knapp zwanzig Minuten füllen und das Ansehen lohnt sich auf jeden Fall, aber gerade zur letzten Staffel hätte ich mir doch etwas mehr Bonusmaterial gewünscht. Gerne hätte ich noch Meinungen der Schauspieler und Verantwortlichen zum Ende von "Utopia" gehört und somit würde ich das Bonusmaterial leider als eher mager bewerten.

Technische Details

Erscheinungstermin: 26. Juni 2015
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: ca. 303 Spielminuten (6 Episoden)
Bildseitenformat: 16:9 - 2.40:1
Sprachen (Tonformat): Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Deutsch, Englisch

Fazit

Die zweite Staffel von "Utopia" steht der ersten in nichts nach und ist für Fans der Serie absolutes Pflichtprogramm. Generell kann ich die Serie nur jedem empfehlen, der auf bizarre und leicht verwirrende, aber doch absolut durchdachte und komplexe Storys steht.

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Nina V. - myFanbase

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