DVD-Rezension: Penny Dreadful, Staffel 1

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Produziert in einer Koproduktion des US-Kabelsenders Showtime und des britischen Pay-TV-Senders BSkyB und mit hochkarätigen Schauspielern wie Timothy Dalton, Josh Hartnett und Eva Green besetzt, flimmerte die erste Staffel von "Penny Dreadful" bereits ab dem 11.05.2014 über die US-Bildschirme. Aber auch auf den Onlineplattformen Showtime on Demand und Showtime Anytime entwickelte sich "Penny Dreadful" zu einem wahren Zuschauermagneten so, dass die Serie bereits ab Mitte der ersten Staffel um eine zweite Staffel verlängert wurde. Das Horrordrama bedient sich inhaltliche großer Namen der Literaturgeschichte wie Frankenstein, Mina Harker und Dorian Gray und verdankt seinen Namen den britischen Penny-Dreadful-Romanen, die vergleichbar mit den deutschsprachigen Groschenromanen sind.

Inhalt

Foto: Eva Green, Penny Dreadful - Copyright: Jim Fiscus/SHOWTIME
Eva Green, Penny Dreadful
© Jim Fiscus/SHOWTIME

Im viktorianischen London 1891 heuert die geheimnisvolle Vanessa Ives (Eva Green) den talentierten Schützen Ethan Chandler (Josh Hartnett) für eine mysteriöse Mission an. Gemeinsam, mit dem nicht weniger undurchsichtigen Sir Malcolm Murray (Timothy Dalton), stürmen sie ein Vampirnest, ohne genau zu wissen worum es sich bei diesen blutrünstigen Kreaturen handelt. Doch Vanessa und Sir Malcolm treibt ein gemeinsames Ziel an: Die beiden sind auf der Suche nach der verschwundenen Mina Harker (Olivia Llewellyn), Sir Malcolms Tochter und Vanessas ehemals beste Freundin. Mit der Hilfe des völlig verwirrten Chandlers können sie die Vampire töten und bringen eines der Exemplare zur Autopsie zu Dr. Victor Frankenstein (Harry Treadaway), der unter dessen Haut mysteriöse Hieroglyphen entdeckt. Und während sich Chandler vorerst geschockt zurückzieht, dringen Vanessa und Sir Malcolm immer weiter in die geheimnisvolle Unterwelt ein und versuchen dabei ihrer eigene dunkle Seite zu verbergen.

Rezension

Foto: Danny Sapani, Penny Dreadful - Copyright: Courtesy of SHOWTIME
Danny Sapani, Penny Dreadful
© Courtesy of SHOWTIME

Wem bei anderen aktuell laufenden Horror-Serien wie zum Beispiel "American Horror Story" nicht mal ansatzweise ein Schauer über den Rücken läuft, sollte bei "Penny Dreadful" definitiv einen Blick riskieren. Und dabei sollten sich potentielle Zuschauer nicht von dem FSK-16-Logo abschrecken lassen, da ich bereits nach den ersten Episoden nochmal verwirrt zur Verpackung gegriffen und mich gefragt habe, ob ich im falschen Film gelandet bin. Denn in "Penny Dreadful" wird weder weggeblendet, wenn sich ein junger Mann sexuell noch erregter fühlt, wenn ihn seine sterbenskranke Gespielin beim Verkehr mit Blut vollspuckt, noch wenn Herzen brutal aus lebendigen Körpern gerissen werden. Trotzdem schafft es die Serie nicht in einen billigen Splatterfilm abzusinken, sondern gibt dem Zuschauer das Gefühl wichtige Szenen zu sehen, die notwendig sind um die komplette Story zu kreieren. Untermalt wird das Ganze mit großartigen Kostümen und überwältigenden Kulissen, die einem den Atem rauben, absolut stilecht und sehr beeindruckend inszeniert wurden. Und es hat der Serie definitiv nicht geschadet, dass der ursprüngliche geplante Drehort, aus Kostengründen, von dem Vereinigten Königreich nach Dublin, Irland verlegt wurde. Die ganze Szenerie wirkt zwar oft sehr düster und bedrückend, passt aber einfach perfekt zum Stil der Serie und taucht die ganze Atmosphäre in eine passende Stimmung.

Foto: Timothy Dalton, Penny Dreadful - Copyright: Courtesy of SHOWTIME
Timothy Dalton, Penny Dreadful
© Courtesy of SHOWTIME

Wenn man im Vorfeld schon Namen liest wie Eva Green, Josh Hartnett und Timothy Dalton sind die Erwartungen, auf das, was da kommt, natürlich schon enorm hochgesetzt. Und ich wurde, was die schauspielerischen Leistungen angeht, in keinster Weise enttäuscht, sondern kann eher begeistert zu den drei Zugpferden noch weitere Namen, die man sich unbedingt merken sollte, hinzufügen. Denn auch einige Darsteller, die mir persönlich vorher völlig unbekannt waren, konnten mich von der ersten Sekunde an mitreißen und bezaubern. So sind zum Beispiel die Rollen des Victor Frankenstein mit Harry Treadaway und die des Dorian Gray mit Reeve Carney fabelhaft besetzt worden. Und das hervorragende Casting zieht sich bis in die kleinsten Nebenrollen. Zu den großen drei Hauptdarstellern bleibt eigentlich nicht viel zu sagen, außer, dass sie, wie erwartet, einfach großartig waren. Eva Green und Timothy Dalton ist es hervorragend gelungen die Komplexität ihrer Charaktere herauszuarbeiten und man schwankt als Zuschauer zwischen magischer Anziehung und abstoßendem Ekel zu den beiden Hauptcharakteren. Besonders Eva Green schafft es gleichermaßen, den Zuschauer in der einen Minute mit ihrer bezaubernden Anmut und ihrem selbstbewussten Auftreten zu überwältigen, und sich in der nächsten Minuten zu fragen, was und wer genau Vanessa Ives wirklich ist. Aber auch Josh Hartnett, den ich persönlich bisher nicht als wirklich großen Schauspieler auf dem Schirm hatte, konnte in seiner undurchsichtigen Rollen, bei der man sich bis zum Schluss fragt, was mit ihm los ist, absolut überzeugen.

Die Story an sich hatte zwar zwischenzeitlich durchaus einige Längen, die aber im Großen und Ganzen gesehen, durch viele unvorhersehbare Wendungen und schockierende Szenen wieder gut gemacht wurden. Teilweise waren viele Sachen leider durchaus vorhersehbar, bekamen durch ihre Umsetzung aber ein neues Spannungslevel und konnten mich begeistert vorm Fernseher bannen. Denn "Penny Dreadful" ist nicht nur eine simple Horrorserie, sondern ein ausgewachsenes Charakterdrama das den Zuschauer in die dunkelsten Ecken der einzelnen Figuren blicken lässt. Somit schafft es "Penny Dreadful" mühelos, die acht Episoden mit Spannung zu füllen, und es machte unheimlichen Spaß, immer mehr bekannte Horror-Charaktere aus der britischen und irischen Literatur zu entdecken.

Specials

Foto: Copyright: Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Auch das Bonusmaterial auf der DVD-Box brauch sich hinter der großartigen Serie nicht verstecken. Mit viel Liebe und Herzblut wurden einige tolle Specials zusammengestellt, die dem Zuschauer nicht nur einen Blick hinter die Kulissen gewähren, sondern einem die Serie und die damalige Zeit ein Stück näher bringt. Die Specials sind in einige Menü-Punkte unterteilt, die sich wie folgt zusammensetzen:

  • Penny Dreadful: Kostümdesign
  • Die Tiere bei Penny Dreadful
  • Penny Dreadful: Produktions-Blogs

    • Was ist eine Penny Dreadful
    • Literarische Wurzeln
    • Aufeinandertreffen
    • Die Kunsthandwerker Teil 1
    • Die Kunsthandwerker Teil 2
    • Der Grand Guignol
    • Prostitution und Sex im viktorianischen Zeitalter
    • Britische Entdeckungsfahrt und die Suche nach dem Nil
    • Die Wissenschaft der Medizin


Technische Details

Erscheinungstermin: 9. April 2015
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: ca. 419 Spielminuten (8 Episoden)
Bildseitenformat: 16:9 - 1.78:1
Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Dänisch, Finnisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch

Fazit

Trotz einiger noch holpriger Anfangsschwierigkeiten, schafft es "Penny Dreadful" den Zuschauer zu fesseln und ich warte mit Spannung auf die zweite Staffel.

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Nina V. - myFanbase