DVD-Rezension: Grimm, Staffel 1

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Mit einem spannenden Konzept gingen David Greenwalt und Jim Kouf im Herbst 2011 an den Start: Die beiden "Angel"-Autoren wollten in ihrer neuen Serie "Grimm" eine ganz neue Form des Crime-Procedurals schaffen und setzten ihrem Protagonisten, dem Detective Nick Burkhardt, kurzerhand Märchenfiguren als Verbrecher vor die Nase. Im Februar 2013 begann der Sender VOX mit der deutschen Ausstrahlung, sodass auch die Serienliebhaber hierzulande in den Genuss dieser originellen Serie kommen konnten.

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Inhalt

Foto: Grimm - Copyright: 2013 Universal Pictures
Grimm
© 2013 Universal Pictures

Nick (David Giuntoli) erfährt von seiner sterbenden Tante Marie (Kate Burton), dass er ein Nachfahre der Grimms ist und nach ihrem Tod die Gabe erhält, die übernatürlichen und oft bösartigen Wesen zu sehen. Außerdem ist es die Aufgabe der Grimms, die Welt der Menschen und der Märchen im Gleichgewicht zu halten. Nick muss erkennen, dass viele seiner Fälle in der Mordkommission von Wesen verübt werden oder in enger Verbindung mit ihnen stehen. Seine anfängliche Überforderung und Unwissenheit verringert sich nach und nach, nicht nur durch die Aufzeichnungen seiner Vorfahren, die Marie ihm hinterlassen hat, sondern auch durch die Hilfe von Monroe (Silas Weir Mitchell), einem Blutbad. Dieser hilft Nick mit der übernatürlichen Seite seiner Fälle, in die Nick seinen Partner Hank (Russell Hornsby) nicht involvieren kann, und erklärt ihm vieles aus der Welt der Wesen und den Beziehungen zwischen ihnen und den Grimms. Während Nick versucht, seine neue Identität mit seinem alten Leben in Einklang zu bringen, fällt es ihm immer schwerer, seine Freundin Juliette (Bitsie Tulloch) oder auch Hank anzulügen. Außerdem findet er heraus, dass der Unfalltod seiner Eltern in Wirklichkeit ein Mord war, hinter dem ebenfalls Wesen stecken. Nur langsam erschließen sich ihm die politischen Hintergründe und unterschwelligen Kriege dieser neuen Welt, in die er plötzlich geraten ist. Doch alles ist stärker miteinander vernetzt als gedacht und Nick kann sich dem Strudel der Ereignisse bald nicht mehr entziehen.

Rezension

Foto: Silas Weir Mitchell & David Giuntoli, Grimm - Copyright: 2013 Universal Pictures
Silas Weir Mitchell & David Giuntoli, Grimm
© 2013 Universal Pictures

Mit "Grimm" ist den Serienmachern eine Crime-Serie gelungen, die den Zuschauer extrem schnell in den Bann zieht und weit über das übliche Procedural-Format hinausgeht. Auch wenn es zu Beginn so aussieht, als ob man es mit dem üblichen Fall-der-Woche-Schema zu tun hat, ist doch schon in der ersten Folge durch die Tatsache, dass der Captain des Police Departments mit den Wesen involviert ist, eine folgenübergreifende Handlung geschaffen, die sich im Lauf der Staffel immer weiter verdichtet. Dazu kommt, dass die Beziehungen zwischen den Hauptfiguren wunderbar erzählt werden sowohl die schon lange währende Freundschaft und berufliche Partnerschaft zwischen Hank und Nick, als auch das Kennenlernen und das wachsende Vertrauen zwischen ihm und Monroe. Eine besondere Komponente ist natürlich seine Freundin Juliette, die Nick auch abseits seines Berufs eine Facette gibt und das Crime-Schema ebenfalls durchbricht.

Foto: Amy Acker, Grimm - Copyright: 2013 Universal Pictures
Amy Acker, Grimm
© 2013 Universal Pictures

Die Serie funktioniert aber auch deshalb so gut, weil die Charaktere durch die Bank ausgezeichnet besetzt sind. Die Chemie zwischen den Hauptdarstellern stimmt in allen möglichen Kombinationen und darüber hinaus schafft es jeder, seinen Charakter absolut authentisch und sympathisch darzustellen. Ein wirklicher Glücksgriff ist den Casting-Agenten allerdings mit dem bis dato recht unbekannten David Giuntoli gelungen, der die Serie souverän trägt und seinen Nick Burkhardt mit Herzblut und Leidenschaft spielt. Das überträgt sich nicht nur auf den restlichen Cast, sondern auch auf den Zuschauer, der den Schauspielern den Spaß an ihrer Arbeit deutlich anmerkt. Ebenso wichtig ist allerdings auch das Team hinter der Kamera, bei "Grimm" natürlich vor allem die Maske und die Kollegen von den Special Effects. Die Verwandlungen der Wesen und die phantasievolle, detailreiche Gestaltung der Märchenelemente tragen erheblich zu der einzigartigen Atmosphäre der Serie bei.

Foto: Copyright: 2013 Universal Pictures
© 2013 Universal Pictures

Damit wären wir auch schon bei den Extras der ersten Staffel, die neben den üblichen herausgeschnittenen Szenen und einem Gag Reel (beides nur mäßig unterhaltsam) auch ein schönes Feature über die Entstehung der Wesen durch den Make-up-Artist Barney Burman, der 2009 für "Star Trek" einen Oscar erhielt. Ebenso interessant ist der "Grimm Guide", der sämtliche Wesen der ersten Staffel mit ihren jeweiligen Eigenschaften, Vorzügen und Abneigungen vorstellt. Den zusätzlichen Zusammenschnitt von Verwandlungen der Wesen hätte man sich allerdings sparen könne, genau wie die Aneinanderreihung der Schreckmomente. Und auch von dem Feature "The Language of Grimm" hatte ich mir mehr erhofft als die zusammengeschnittenen deutschen (oder deutschähnlichen) Wörter, die in der Serie vorkommen. Den besten Einblick hinter die Kulissen der Serie gibt "The World of Grimm" mit Interviews der Darsteller und Serienmacher in Bezug auf die Entstehung und Intention der Serie, auf Portland als Schauplatz der Handlung und die Entwicklung der Charaktere in der ersten Staffel.

Technische Details

Erscheinungstermin: 22. August 2013
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: ca. 949 Minuten (22 Episoden)
Bildformat: 1,77:1, 16:9
Sprache (Tonformat): Deutsch (DTS-HD 5.1), Englisch (DTS-HD 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch

Fazit

Inhaltlich lässt diese DVD- bzw. Blu-ray-Box nichts zu wünschen übrig - "Grimm" ist eine fesselnde und originelle Serie mit erstaunlich viel Humor und hohem Unterhaltungsfaktor. Von der Aufmachung her ist die Box nichts Besonderes, aber das Menü ist übersichtlich gestaltet und auch wenn die zahlreichen Extras größtenteils nur nettes Beiwerk sind, finden sich doch kleine Schätze und interessante Hintergrundinfos.

Lena Stadelmann - myFanbase