DVD-Rezension: Haven, Staffel 1

Foto:

Jetzt bestellen

"Haven" ist frei an den Bestseller-Roman "Colorado Kid" von Stephen King angelehnt und seit Juli 2010 läuft die Mystery-Serie auf dem amerikanischen Pay-TV-Sender Syfy. Wenige Monate später bekam man auf dem deutschen Ableger des Senders auch die synchronisierte Fassung zu sehen und seit September 2011 läuft die Serie nun auch im deutschen Free-TV und wird auf RTL 2 ausgestrahlt. Eine zweite Staffel ist bereits produziert.

Inhalt

Foto: Copyright: Entertainment One
© Entertainment One

Als FBI-Agentin Audrey Parker (Emily Rose) für einen vermeintlichen Routinefall von ihrem Vorgesetzten nach Haven geschickt wird ahnt sie noch nicht, dass sich hinter diesem mehr verbirgt, als angenommen. In der Stadt gehen übernatürliche Ereignisse vor sich, die von den Bewohnern, bewusst oder unbewusst, ausgelöst werden. Da Audrey einen Hinweis auf ihre tot geglaubte Mutter erhält, bleibt sie nach Abschluss des Falls in Haven und unterstützt die örtliche Polizei bei ihrer Arbeit. Ihr Partner wird Nathan Wournos (Lucas Bryant), der auch von den Vorfällen in der Stadt betroffen ist. Bei ihren Ermittlungen holen sich die beiden regelmäßig Hilfe von dem örtlichen Schmuggler Duke Crocker (Eric Balfour).

Rezension

Foto: Emily Rose, Haven - Copyright: Entertainment One
Emily Rose, Haven
© Entertainment One

Auf eines muss man sich zu Beginn der Serie gefasst machen: Man muss Geduld mit ihr haben. Die Geschichten um Audreys Vergangenheit und um die außergewöhnlichen Vorfälle in Haven entwickeln sich nur langsam und oft kann es vorkommen, dass man sich in einer Episode nur mit einem "Fall der Woche" zufrieden geben muss. Hat man sich aber auf das langsame Erzähltempo eingestellt, macht die Serie richtig Spaß und in der zweiten Hälfte kommt die Serie auch wieder in Fahrt. So werden einige Details über Audreys vermeintliche Mutter aufgedeckt und man erhält auch ein paar relevante Puzzlestücke um die Kräfte, mit denen die Bewohner zu kämpfen haben. Doch auch Nathan und Duke lernt man näher kennen und vor allem letzterer ist im Großen und Ganzen ein Grund für mich gewesen, mir trotz den Startschwierigkeiten Folge um Folge der Serie anzusehen. Wo Audrey und Nathan zu Beginn noch etwas hölzern und abgeklärt wirken, ist Duke impulsiv und unberechenbar. Zwar ist er meist auf seinen eigenen Vorteil bedacht, aber gerade das machte ihn liebenswert und für mich zu einem wichtigen Sympathieträger in dieser ersten Staffel. Natürlich ist auch Nathans Geschichte mit seinem Vater und seinen Schwierigkeiten interessant, aber dass er nichts spüren kann merkt man eben nicht nur, weil es öfter erwähnt wird. Es spiegelt sich auch darin wieder, wie Lucas Bryant seinen Charakter verkörpert und der ist eben auch nach außen hin ein nicht gerade gefühlsbetonter Mensch. So dauert es seine Zeit, bis man mit ihm warm wird. Ein kleines Manko ist auch, dass man ebenfalls bei Emily Rose fast genauso lang braucht, um sich mit ihr anzufreunden und sie kann sich nicht einmal damit herausreden, dass ihre Figur eben so angelegt ist. Die Suche nach der Frau aus einem Zeitungsausschnitt, die ihr aus dem Gesicht geschnitten zu sein scheint, ist dann aber so interessant, dass man über den Fakt hinweg sehen kann. Und schließlich gibt es ja auch immer noch Duke.

Foto: Copyright: Entertainment One
© Entertainment One

Die "Fälle der Woche" sind allerdings alle für sich spannend und von daher voll und ganz auf der Positiv-Seite von "Haven" zu verbuchen. Da haben wir zum Beispiel jemanden, der das Wetter beeinflussen kann oder jemanden, der sich so schnell bewegt, dass er für das menschliche Auge nicht mehr sichtbar ist. Ich fand es auch sehr angenehm, dass hier die Kräfte nicht an Gegenstände gebunden sind, sondern sie im Prinzip aus dem Inneren der Menschen heraus kommen und somit jeder Gastdarsteller eine ziemlich gute Charakterarbeit abliefern kann.

Natürlich sind auch wieder Extras auf der DVD mit dabei. Es gibt einige Making-Ofs, bei denen vor allem die zur Entstehung der Serie richtig spannend ist, da unter anderem auch geschildert wird, wie die einzelnen Darsteller zur Serie und zu ihren Rollen gekommen sind. Zudem gibt es unter anderem auch noch einen Blick hinter die Kulissen, Interviews und Audiokommentare also im Prinzip die "Standartausrüstung" für eine DVD-Box. Alles in allem also ein gutes Paket, auch wenn ich persönlich die Synchronisation der Serie ziemlich Panne finde. Aber für so etwas gibt es ja zum Glück auch die Originalfassung.

Technische Details

FSK: 16 Jahre
Laufzeit: 840 Minuten (13 Episoden)
Anzahl Disks: 4
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1), Französisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch
Veröffentlichungsdatum: 30. September 2011

Fazit

Foto: Copyright: Entertainment One
© Entertainment One

Wenn man gute Mystery-Serien mag und auch bereit ist, der Serie etwas Zeit zu geben, lohnt sich die DVD-Box. Man sollte vor dem Kauf allerdings schon einmal in die Serie reingeschaut haben, damit man auch ungefähr eine Ahnung davon hat, was man von ihr erwarten kann. Die Hauptgeschichte braucht etwas, um vorwärts zu kommen und richtig punkten zu können, doch dafür können die Nebengeschichten sehr überzeugen. Die Extras sind soweit in Ordnung, auch wenn ich mir hier noch etwas Besonderes gewünscht hätte. "Haven" ist vielleicht nicht für jedermann, aber ich mochte die erste Staffel gern.

Luisa Schmidt - myFanbase

Jetzt bestellen