Dark Matter - Der Zeitenläufer - Review
#2.01 Ein ruhiges Leben

Zwei Jahre ist es her, dass die erste Staffel von "Dark Matter - Der Zeitenläufer" auf Apple TV Premiere gefeiert hat. Die Romanadaption wurde mit Spannung erwartet, da die Rechte bereits Jahre zuvor auf Basis eines Manuskripts gekauft wurden. Staffel 2 setzt die Geschichte nun fort, auch ohne Romanvorlage. Doch kann eine solche Fortsetzung gelingen? Da kommt es der Serie wohl zugute, dass Blake Crouch nicht nur der Romanautor, sondern auch der Serienmacher von "Dark Matter" ist und so somit einfach nur ein anderes Medium nutzt, um die Geschichten seiner Romanfiguren auszubauen und fortzusetzen.
Der Einstieg in die zweite Staffel wirkt so, als wäre kaum Zeit vergangen. Ein undurchsichtiger Ermittler (Chris Diamantopoulos) konfrontiert eine Version von Jason (Joel Edgerton) mit den ganzen toten Doppelgängern und geht zu diesem Zeitpunkt noch davon aus, dass es jemandem im Chicago gelungen ist, Menschen zu klonen. Wie und wann er aber davon erfährt, was wirklich hinter der Sache steckt, wird sich wohl als Parallelhandlung durch die ganze Staffel ziehen. Es wird spannend zu sehen sein, welches Motiv der Mann hat, von dem wir weder den Namen noch den genauen Auftrag kennen. Er stellt lediglich klar, dass er von keiner Polizeibehörde ist, die man auf Anhieb erwarten würde, wenn man sich in einem Verhör befindet. Ob damit ein neues Mysterium aufgespannt wird oder letztendlich ein großer Aha-Effekt auf uns wartet, bleibt abzuwarten. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass letzteres der Fall sein wird und eine uns aus Staffel 1 bekannte Person oder ihre Doppelgängerin aus einer Parallelwelt damit zusammenhängen könnte.

© Apple TV
Für die Familie Dessen sind derweil sieben Monate vergangen, seit sie sich wiedergefunden und ein neues Leben in einer parallelen Welt begonnen haben. Sie wirken glücklich und scheinen sich mit dieser neuen Realität langsam arrangiert zu haben. Um aber sicherzugehen, nicht erneut von anderen Jasons ausgetrickst zu werden, haben sie ein ausgeklügeltes Sicherheitssystem entwickelt, was auch wirkt, als es eines Tages tatsächlich dazu kommt. Dass Daniela (Jennifer Connelly) soweit gehen muss, einen alternativen Jason zu töten, ist sehr bitter und ich möchte mir nicht vorstellen, was es mit ihrer sensiblen Künstlerseele macht, inzwischen zu derartigen Maßnahmen greifen zu müssen. Als die Polizei daraufhin aber viel zu schnell hinter die Sache kommt, bleibt der Familie nichts anderes, als erneut die Flucht zu ergreifen. Hier sieht man, dass nicht nur Daniela mit der Situation zu kämpfen hat, sondern auch ihr Sohn Charlie (Oakes Fegley) sehr darunter leidet, seine neu aufgebauten Freundschaften aufzugeben. Von heute auf morgen immer wieder entwurzelt zu werden, so schnell, dass nicht mal die Zeit für eine Erklärung oder gar einen Abschied bleibt, geht nicht spurlos an dem Teenager vorbei. Ich kann mir also vorstellen, dass Jasons Erfindung und die Folgen all dessen bald für noch mehr Spaltung innerhalb der Familie sorgen werden. Es ist Jason daher anzurechnen, dass er nur noch die perfekte Welt finden will, bevor er den Würfel zerstört. Aber gibt es diese perfekte Welt überhaupt? Und wird er wirklich dazu bereit sein, diesen Schritt zu gehen, wenn der Zeitpunkt gekommen ist?

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In einem parallelen Chicago treffen derweil Amanda (Alice Braga) aus Welt 2 und Ryan (Jimmi Simpson) aus Welt 1 aufeinander und scheinen erleichtert darüber zu sein, endlich jemanden gefunden zu haben, mit dem sie offen über alles Geschehene sprechen können. Es wird spannend sein zu sehen, wie sie einen Weg finden wollen, in ihre Heimat zurückzukehren. Ryan ist es immerhin bereits gelungen, die Droge zu entwickeln, die sie dafür benötigen und Amanda hat zur Not ja noch eine Ration um den Hals hängen. Ich kann mir gut vorstellen, dass man in dieser Staffel noch mehr über den technischen Aspekt des Würfels lernt. Wir wissen bisher nur, dass er von Jason entwickelt wurde und dass man mit seiner Vorstellung die Welt formen kann, die sich hinter einer Tür befindet. Aber wie funktioniert das Ganze und funktioniert es auch noch, wenn der Würfel die Position verändert? Letzteres werden Amanda und Ryan versuchen, herauszufinden. Ob das dann ein erster Schritt dahin ist, dass unsere Hauptfiguren irgendwann wieder in einer gemeinsamen Welt landen? Bzw. was würde aus Amanda, Ryan und auch Leighton Vance (Dako Okeniyi) werden, wenn Jason den Würfel tatsächlich zerstört? Würden damit alle Würfel zerstört oder nur sein Zugang zu diesem "Portal"? Es bleiben also viele Fragen, die es in Staffel 2 beantworten gilt und ich bin mir sicher, dass noch viele weitere im Verlauf der Handlung aufgeworfen werden. Ich hoffe bloß, Blake Crouch schafft es, alle Fäden beisammen zu halten und uns entweder einen plausiblen Schlusspunkt zu setzen oder die Geschichte so sinnvoll voranzutreiben, dass sich vielleicht auch noch eine dritte Staffel lohnt.

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Fazit
Die Apple-TV-Serie "Dark Matter – Der Zeitenläufer" ist zurück und da es diesmal keine Romanvorlage gibt, an der man sich als Buchkenner*in orientieren kann, bleibt es für alle gleichermaßen spannend, wohin sich die Serie entwickelt. Mit dieser ersten Folge der neuen Staffel muss man sich erstmal wieder in die Handlung einfinden und in Erinnerung rufen, wo wir die Charaktere zuletzt gesehen haben, was bei all den parallelen Welten und Geschichten, die sie durchlebt haben, einen kleinen Moment dauert. Doch diese erste Folge macht auch neugierig darauf, was aus den Dessens wird und wie auch die anderen Figuren in diesem ganzen Durcheinander ihren Weg finden.
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Catherine Bühnsack - myFanbase
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