Carnival Row - Review Staffel 1

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Der Auftakt zur achtteiligen Fantasyserie "Carnival Row" von Amazon Prime hat mich gut unterhalten können. Zwar war die Serie durch die starke Fokussierung auf die beiden Hauptfiguren noch etwas einseitig erzählt, dafür waren die Aufmachung und das Setting der Serie wirklich vom Feinsten. Zudem wurde direkt deutlich, dass die dargestellten Konflikte zwischen Menschen und übernatürlichen Wesen als Statement zur aktuellen Weltlage gemeint sind, in der Ausgrenzung, Hass und Aufwieglung an der Tagesordnung sind. Wie entwickeln sich diese ersten Eindrücke nun aber über die gesamte erste Staffel hinweg?

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Foto: Orlando Bloom & Cara Delevigne, Carnival Row - Copyright: 2019 Amazon.com Inc., or its affiliates
Orlando Bloom & Cara Delevigne, Carnival Row
© 2019 Amazon.com Inc., or its affiliates

Der positive erste Eindruck von "Carnival Row" hat sich über die gesamte erste Staffel hinweg bestätigt. Vor allem die aufwendige Gestaltung dieser Serie muss ich noch einmal betonen, da für das Auge allerhand geboten wird. In meiner Review zum Piloten habe ich einen Vergleich zu einer anderen Fantasyserie gewagt, "Game of Thrones", aber je mehr ich von diesen Fabelwesen und The Burgue (das doch stark an ein London in früheren Jahrhunderten erinnert) gesehen habe, umso mehr habe ich mich eigentlich an "Harry Potter" erinnert gefühlt. Es gibt zwar keine Magie und die Themen sind natürlich deutlich erwachsener ausgelegt, alleine durch zahlreiche Sexszenen und brutale Darstellungen, aber dennoch wurde eine ganz ähnliche Atmosphäre kreiert, die mich definitiv am überzeugendsten bei der Stange gehalten hat.

Viele Serien tun sich oftmals schwer damit, einen durchgängigen Spannungsbogen so geschickt aufzubauen, dass er über mehrere erhoffte Staffeln seine Wirkung entfalten kann. "Carnival Row" geht diesem Problem sinnvoll aus dem Weg, indem es in der ersten Staffel eine im Grunde abgeschlossene Handlung erzählt. In der Hauptsache geht es um den Kriminalfall, dem Rycroft "Philo" Philostrate (Orlando Bloom) nachgeht und bei dem er eine Verbindung zu sich selbst feststellt. Diese wird von Episode zu Episode mehr aufgedeckt und im Finale wird die Mordserie auch gelöst und der Verursacher zur Strecke gebracht. Dies habe ich als sehr gelungen empfunden, weil es der Serie sicherlich nicht gut getan hätte, dieses Mysterium künstlich aufzubauschen, um es dann in eine weitere Staffel zu retten. So hat sich ein spannender und überraschender Fall entwickelt, der von Tempo und Raffinesse genau richtig erzählt war.

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Carnival Row
© Jan Thijs 2018

Auf den Nebenschauplätzen wiederum findet man einige Handlungen, die auch in der zweiten Staffel von Bedeutung sein werden, aber das ist auch wiederum geschickt gemacht, weil man als Zuschauer so genug Argumente geliefert bekommt, warum man auch in die bereits bestellte zweite Staffel hineinsehen muss. Dennoch muss ich eingestehen, dass die Nebenhandlungen oft sehr durchschaubar dargestellt sind. So verliebt sich die vorurteilbehaftete Imogen Spurnrose (Tamzin Mechant) in den Faun Agreus Astrayon (David Gyasi) und macht sich damit zur Schande ihres Standes. Absalom Brekspear (Jared Harris) ist ein Politiker, der immer mehr an Einfluss verliert und daher von seiner Ehefrau Piety (Indira Varma) nach Belieben manipuliert werden kann. Die zwei Beispiele zeigen schon klassische Handlungen, die man oft genug in Serien findet. Dennoch würde ich sie nicht als langweilig einstufen, da sie von einem beeindruckenden Cast dargestellt werden, der auch aus banaleren Momenten alles herausholt.

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Etwas schade finde ich auch, dass die Fabelwesen insgesamt weniger für sich selbst stehen, sondern tatsächlich nur für eine ausgegrenzte Rasse. So kann die Sozialkritik zwar überzeugend rübergebracht werden, aber wenn man schon mit Elfen, Faun, Kobolden und Co. arbeitet, dann hätte man ja auch die Geschichte der einzelnen Spezies herausarbeiten können. In einer Rückblicksepisode erleben wir die Fae in ihrer Heimat Tirnanoc, wo man durchaus so einen Einblick bekommt, den ich gerne durchgängiger gehabt hätte. Denn ansonsten drängt sich der Eindruck einer Fantasyserie nur auf, wenn Vignette Stonemoss (Cara Delevingne) ihre Flügel abbinden muss oder sie einsetzen darf. Ansonsten bleiben die phantastischen Elemente sehr blass.

Fazit

"Carnival Row" bietet eine insgesamt gute erste Staffel auf, bei der es eine überzeugende zentrale Handlung gibt, die spannend und überraschend vorangetrieben wird und die auch ein logisches Ende findet. In den Nebenhandlungen geht es etwas vorhersehbarer zu, aber das wird durch die aufwendige Optik und den tollen Cast wettgemacht. Für die zweite Staffel würde ich mir aber in jedem Fall wünschen, dass sie deutlicher beweist, warum sie dem Genre Fantasy zugeordnet ist.

Lena Donth - myFanbase

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