Accidentally on Purpose - Review des Piloten

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"Accidentally on Purpose" hat Jenna Elfman Grund genug für mich, einzuschalten. Die Story ist jedoch leider nicht mehr wirklich originell, vielleicht wäre sie das vor einigen Jahren noch gewesen, doch im Lichte von Filmen wie "Beim ersten Mal" und der Tatsache, dass die kurzlebige Serie "Lipstick Jungle" die Thematik der älteren Frau, die mit einem sehr jungen Mann anbandelt, bereits auf sehr charmante und bewegende Art und Weise behandelt hat, machen es dieser Comedy nicht unbedingt leichter.

Die Story ist in meinen Augen auch das größte Manko der Serie. Alles ging irgendwie viel zu schnell, ich konnte keine Verbindung zu den Charakteren aufbauen und habe keinerlei Interesse an ihrem Schicksal. Die Entwicklung wirkt einfach nicht authentisch und nachvollziehbar, als Zack plötzlich zu Billies Frauenarzttermin mitkommt und dann auf einmal bei ihr einzieht. Dann gibt es ein uninteressantes Hin und Her, weil weder der Zuschauer, noch die Protagonisten selbst wissen, wie die Beziehung der beiden jetzt eigentlich aussieht bzw. ob es überhaupt eine gibt. Kurz vor Schluss kommt es zu einem Streit, dem gar keine Zeit gelassen wird und der kurz darauf auf absolut kitschige Art und Weise zu Ende geführt wird. Insgesamt ist das Fazit wohl, dass man zu viel Story in 20 Minuten Zeit packen wollte und damit weder den Charakteren noch dem Zuschauer gerecht geworden ist.

Immerhin Jenna Elfman hat Gelegenheit für ein paar gute One-Liner und auch ihre Kollegin Ashley Jensen ist sehr amüsant. Der Rest hat mich leider völlig kalt gelassen und ist absolut austauschbar. An die Stelle von Zack hätte man jeden anderen jungen, gut aussehenden amerikanischen Schauspieler setzen können, was vielleicht auch besser gewesen wäre. Grant Show hat zu wenig Charisma, um der "andere Mann" zu sein, bei dem man heimlich hofft, dass er und Billie sich vielleicht doch noch wieder näherkommen, und die Schwester ist die nervigste und überflüssigste Figur der ganzen Serie. Der Charakter wirkt, als habe man mit Gewalt noch einen Gegenpol zu Billie schaffen wollen, ohne sich dabei groß Mühe bei der Ausarbeitung machen zu müssen.

Insgesamt hat man zwar Potential gezeigt, aber nicht viel richtig gemacht. Die Serie kann auf keiner Linie (Story, Charaktere, Witz) wirklich voll überzeugen und bleibt damit leider hinter solch tollen Neuentdeckungen wie "Modern Family" und auch "Sons of Tucson" weit zurück.

Fazit

Wahrscheinlich werde ich mir nochmal ein, zwei Folgen ansehen, doch ich bezweifle es stark, dass es "Accidentally on Purpose" (wobei ich nicht mal den Titel kapiere) dauerhaft auf meine Liste schaffen wird. Dafür wird einfach zu wenig richtig gemacht und zu wenig Interesse geweckt. Die Serie hat bei mir einfach keinen bleibenden Eindruck hinterlassen und das ist leider das Schlimmste, was eine neue Serie tun kann.

Nadine Watz - myFanbase

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