Bewertung: 8

Review: #5.05 Shawn groß in Fahrt

Wenn wir mittlerweile eines aus den vergangenen vier Jahren "Psych" gelernt haben, dann ist es wohl, dass die Autoren ein Faible dafür haben, moderne Klassiker der Film- und Fernsehgeschichte durch den Kakao zu ziehen. Und meist bewiesen Serienmacher Steve Franks und seine Kollegen durchaus ein glückliches Händchen bei der Auswahl der persiflierten Streifen.

"Look, Lassie, I know we've had our kerfuffles in the past, but let's be honest, this has all the makings of a psych special - Fast cars. Fast women. Fast food. Murder."

Wenn man ehrlich ist, dann passt "The Fast and the Furious" eigentlich perfekt in das Beuteschema von Steve Franks. Der Actionklassiker um Vin Diesel und Paul Walker bietet nicht nur schnelle Autos und charismatische Antihelden, sondern nebenher auch einen tollen Soundtrack, etliche gut getimte One-Liner und richtig satte Action. Und es gelingt Autor Kell Cahoon und Regisseur Mel Damski in fast allen Belangen, eine kurzweilige Episode auf den Bildschirm zu bringen, die vielleicht nicht den spannendsten Fall bietet, jedoch ungeheuer viel Spaß macht und sich dabei herrlich nahe am Original hält, ohne "The Fast and the Furious" lächerlich zu machen.

Man macht überhaupt keinen Hehl daraus, dass man den größten Teil der Geschichte abgekupfert hat – die illegalen Autorennen, der sympathische Antiheld in der Autowerkstatt, in der zufällig auch eine unglaublich attraktive Mechanikerin arbeitet, wenn sie nicht gerade irgendwo hinter dem Steuer sitzt. Die Anspielungen auf "Fast and the Furious" sind alles andere als subtil, aber gerade deswegen macht die Episode so richtig viel Spaß. Allein die Szene, in der Shawn und Gus in Henrys aufgemtotzen Truck gegen den Anführer der Straßenrenn-Gang antreten und beinahe als Sieger vom Platz gehen, ist ungeheuer witzig. Und als dann Henry einen Tag später mit seinem immer noch getunten Wagen seine Einfahrt verlassen will und wie ein Pfeil herausschießt – das Gesicht von Corbin Bernsen in dieses Szene ist einfach nur göttlich.

Das Drumherum passt in der Episode also perfekt. Die Witze sitzen, die Zeit vergeht wie im Flug und der weiße Lamborghini ist ein wirklich eine echte Augenweide. Wen interessiert es dann noch, dass der Fall um den toten Autodieb und die Hintergründe seines Todes ab dem zweiten Drittel der Episode vollkommen unter den Teppich gekehrt werden. Es fehlt hier an der nötigen Spannung und am Ende ist es nicht einmal Shawn, der den Fall löst. Das ist für "Psych" durchaus ungewöhnlich, da die Fälle meist so aufgebaut werden, dass Shawn alleine durch seine Kombinationsgabe irgendwie auf den richtigen Täter kommt, selbst wenn er im Zuge der Ermittlungen dabei zunächst öfter mal daneben langt. Dieses Mal jedoch fehlt ihm die nötige Distanz zum Geschehen, um zu erkennen, dass der Anführer der Gang, Tommy, am Ende der Täter ist. Dieser stellt sich Shawn kurz vor Schluss selbst und erklärt ihm auch noch sein Motiv der Tat. Nachvollziehbar ist es allemal, dass Shawn sich in seiner kindlichen Begeisterungsfähigkeit in die Szene hineinziehen lässt und sich von Tommyys Begeisterung für Adrenalin und Freiheit anstecken lässt. Als es jedoch darum geht, sich zwischen Freundschaft und Freiheit zu entscheiden, zögert Shawn keinen Moment und entscheidet sich nicht für ein Leben auf der Überholspur, sondern für das nicht weniger spannende Leben als übersinnlicher Privatdetektiv. Im Zuge dessen kommt es zu einem ehrlich gemeinten Hoch auf die Freundschaft, die Shawn und Gus miteinander verbindet und die alles andere in den Schatten stellt.

Als am Ende der Episode Tommy mit diesem wunderschönen, weißen Lamborghini dem Sonnenuntergang entgegen rast, da hofft man als Zuschauer einen kurzen Moment, dass er davonkommt und seinen Lebenstraum, einmal 200 Stundenkilometer schnell zu sein, erfüllen kann. Hut ab vor Adam Rodriguez, der es innerhalb von nur vierzig Minuten schafft, seinen Inneren Vin Diesel herauszukitzeln und eine ambivalente Figur zu schaffen, der es Spaß macht, zuzusehen.

Fazit

Es ist sicherlich keine ganz große Episode geworden, aber auf jeden Fall eine Episode die ungeheuer viel Spaß macht, vor Anspielungen auf zwei kongeniale Filme (der eine wurde schon mehrfach erwähnt, der zweite "Gefährliche Brandung") nur so strotzt und am Ende sogar die Frage aufwirft, welche Daseinsberechtigung eigentlich Gus in der kleinen Zweckgemeinschaft Shawn und SBPD hat. Derartige Episoden darf es gerne des Öfteren geben.

Melanie Wolff - myFanbase

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