Bewertung

Review: #4.07 Vier in Las Vegas

Damit Michaels Team auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen kann, werden kurzerhand zwei Gruppen gebildet. Die parallel laufenden Handlungen halten das Tempo immerhin hoch, der Qualität hilft das aber gar nicht.

Nächste Karte

Für Sara, Sucre, Roland und Lincoln geht die Reise nach Las Vegas, um dem nächsten Kartenhalter nahe zu kommen. In der Stadt der Reichen und Schönen nimmt das Vorhaben, näher zu kommen, aber ganz neue Züge an, weil die Karte plötzlich völlig überfordert mit der riesigen Datenmenge ist. Man erinnere sich, dass die Reichweite nur drei Meter beträgt und um den Tisch herum eigentlich nicht so viele Geräte standen. Hier wurde mal wieder nicht richtig nachgedacht, aber es wäre auch langweilig gewesen, wenn Lincoln so schnell alles hätte kopieren können. Die eigentliche Karte ist dann auf dem Zimmer und Sara soll den Lockvogel spielen, wird aber abgewiesen. Nun muss also Sucre herhalten, der nach viel Widerwillen dann doch zum Zuge kommt. Der Kartenhalter, mir besser als Mike Novick aus "24 – Twenty Four" bekannt und dort definitiv besser aufgehoben, konnte mit seiner ungewöhnlichen Vergangenheit immerhin für eine sehr amüsante Szene sorgen. Mal davon abgesehen, dass er Sucre sehr offensiv angemacht hat und es der Zufall so wollte, dass es niemanden anderen gab, der die Bedürfnisse hätte befriedigen können, war Sucres Panik doch köstlich und als die Wahrheit herauskam konnte man doch mal richtig herzlich lachen. Zu blöd nur, dass "Prison Break" eigentlich gar keine Comedy-Show ist. Es war also eine Mischung aus Witz und Lächerlichkeit, die mich amüsierte. Bleibt immer noch die Frage übrig, wie Sucre die drei Meter beibehalten hat, aber das Kopieren geht ja auch immer schneller.

Roland

Da wollte man dem Neuen auch mal eine Storyline verpassen und dann fährt man das derart gegen die Wand. Zunächst freut er sich derart offensichtlich darüber, nach Vegas zu fahren, dass es ein Grund gewesen wäre, ihn nicht mitzunehmen. Bisher konnte man auf ihn auch verzichten. Verzichten hingegen kann Roland nicht. Sehr offensichtlich setzt er sich zum Ende der Episode an einen einarmigen Banditen und benutzt sein komisches Gerät, was plötzlich keine Schwierigkeiten mehr mit der großen Datenmenge im Raum hat. Dämlicher geht es nicht mehr. Allein schon, dass man Roland aus den Augen gelassen hatte, ist völlig überflüssig gewesen. Die Bemühung, auch Roland ein Profil zu verleihen, war vorhanden, die Umsetzung war aber mehr als nur dämlich. Plötzlich kann er so ein Gerät bestimmt auch in kurzer Zeit bauen. Sechs – Setzen.

T-Bag

Die Gruppe um Michael, Bellick und Mahone will T-Bag auf die Schliche kommen, nach dem die Sekretärin doch geschwätzig geworden ist. T-Bag hat sich aber inzwischen mit Gretchen verschworen und bildet nun ein sehr gefährliches Duo, zumal Gretchen zunächst im Hintergrund geblieben ist. Schnell hat T-Bag Michael auch in seiner Gewalt, doch sein Rachegedanke ist immer noch nicht stark genug. Michael muss nun kreativ werden und gibt sich als wahrer Puzzlemeister, der alles viel schneller kapiert, als T-Bag überhaupt zu denken beginnen kann. Aus Angst vor der Polizei, die Michael und Bellick über die Peilsender finden können, müssen sie aber aus dem Lager türmen, was Michael die Möglichkeit gibt, Mahone einen Hinweis zu hinterlassen. Wie man das nicht mitbekommen konnte, zumal T-Bag Michael nun lange genug kennt, bleibt mir aber ein Rätsel. Der Raum entpuppt sich dann auch als Geheimgang in die Katakomben, in denen Michael T-Bag richtig schön verarscht. Mal wieder. Nun gut. Die Geschichte ist insgesamt recht nett und ohne die ganz großen Fehler, so ganz werden die Motivationen aber nicht klar. Was will Gretchen eigentlich? Warum arbeitet sie mit Michael nicht zusammen? Sie wollen doch alle das gleiche. Wo bleiben eigentlich die Asiaten? Sie sollten doch bemerkt haben, dass er zu fliehen versuchte und so lang sind drei Tage dann auch nicht. Naja, was soll man groß dazu sagen. Dieser Part ist auch überstanden. Gretchen gibt sich zu erkennen. T-Bag hat wieder mal das Nachsehen und Michael hat jetzt das Buch. Vielleicht wird noch was aus der Geschichte.

Gegenangriff

Self macht sich unterdessen weiterhin in die Hose, weil er sich nicht gerne als Zielscheibe sieht. Mahone hat aber den passenden Ratschlag für Self. Angriff ist die beste Verteidigung und wenn man dem Gegner auf den Zahn fühlt, selbst agiert und nicht nur reagiert, dann hat er eine Chance. Gesagt, getan. Self spaziert beim General rein und gibt sich selbstbewusst. Das war ja einfach. So kann man den General später auch gut ausschalten, falls es erforderlich ist. Dieses Mal war es noch nicht handgreiflich sondern nur verbal drohend und dabei springt auch noch ein attraktives Jobangebot heraus. Super. Was will man mehr. Der General muss jedenfalls aufpassen, weil er Self nun nicht mehr aus dem Weg räumen kann, ohne dass neue Probleme auf ihn zukommen. Dieser Abschnitt hat immerhin eine ganz gute Dramatik.

Fazit

Man muss sich schon Einiges schön reden, wenn man eine Episode von "Prison Break" wirklich genießen will. Wer das nicht macht, zuckt wohl immer mehr Richtung Fernbedienung, aber man ist zum Glück für die Show auch ein Gewohnheitstier und hat einfach ein Interesse, wie es weiter und vor allem zu Ende geht.

Emil Groth - myFanbase

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