Bewertung

Review: #2.15 Der Cooler

Foto: Jake Johnson, New Girl - Copyright: 2011 Fox Broadcasting Co.; Autumn DeWilde/FOX
Jake Johnson, New Girl
© 2011 Fox Broadcasting Co.; Autumn DeWilde/FOX

Nun ist es also passiert. Lange lag es in der Luft, lange wurde darauf hingearbeitet, lange wurde darauf gewartet. Nick und Jess. Jess und Nick. Der erste Kuss. Das ultimative Paar dieser Serie überschreitet die Grenze der Freundschaft in einer Folge, die vor romantischer Anspannung schier zu platzen drohte. Lange hat man in einer Sitcom nicht mehr ein Paar mit einer solchen Wahnsinnschemie gesehen und lange war man als Zuschauer nicht mehr so glücklich und zufrieden über das endgültige Näherkommen zweier geliebter Charaktere. Aber diese Folge ist nicht nur deshalb das bisherige Highlight der zweiten Staffel und einer der besten "New Girl"-Folgen überhaupt. Die ganze Folge, der ganze Wahnsinn, der ganze Spaß, die ganze romantische Aufgeladenheit, die diese Folge ausstrahlt, ist schier unglaublich. So viel kreative Energie, so viel Leichtigkeit und Frische hat die Serie lange nicht mehr ausgestrahlt. Eine großartige Folge einer Serie, die hier endlich zu alter Stärke zurückfindet.

"I meant something like that."

Es hatte sich zwar angedeutet, aber trotzdem war man schlussendlich dann doch überrascht, dass die Autoren sich schon jetzt für ein romantisches Näherkommen von Jess und Nick entschieden haben. In den letzten Folgen zelebrierte man die Freundschaft der beiden genüsslich und zeigte immer wieder die tolle Chemie zwischen den zweien auf, die im Grunde schon seit der ersten Folge der Serie unübersehbar ist. Nick mit seiner grimmigen, pessimistischen, aber trotzdem ungeheuer liebenswerten Art und die oft so durchgeknallte, gnadenlos optimistische, ungeheuer loyale und einen stets unterstützende Jess geben auch aufgrund ihrer unübersehbaren Persönlichkeitsunterschiede schlichtweg ein ganz tolles Paar ab, welches sich vor Sitcom-Paarlegenden, wie Ross und Rachel aus "Friends" oder auch Sam und Diane aus der legendären Kultsitcom "Cheers" nicht verstecken muss. Hier bieten sich einfach ganz tolle erzählerische Möglichkeiten, die in dieser Folge auch aufs Beste genutzt werden. Der Grundplot um Nick, der mit Winston und Schmidt Frauen aufreißen und Jess nicht dabei haben will, da diese alle Frauen abschreckt, ist ganz nett, wird aber erst dann richtig gut, als alle Charaktere inklusive ihrer Bekanntschaften ins Loft zurückkehren, um der sich allein im Loft befindenden Jess die Angst vor brutalen Einbrechern zu nehmen.

Hier kollidieren endlich mal wieder alle liebgewonnenen Charaktere und sorgen für einen Mordsspaß. Die Wiederauflebeung des legendären "True American"-Spiels, welches schlussendlich dazu führt, dass Nick und Jess in einen Raum gesperrt und erst dann herausgelassen werden, wenn sie sich geküsst haben, ist toll. Die Idee, die beiden einzusperren und die romantische Interaktion quasi zu erzwingen, ist ein cleverer Schachzug, der für ganz wunderbare Momente sorgt. Wie die beiden sich sträuben, aber doch irgendwie zueinander hingezogen sind und im anderen Raum alle anderen lautstark einen Kuss fordern, ist einfach wahnsinnig spaßig und romantisch-niedlich zugleich. Die Gefühle, die dort dann hochkochen, Nicks "Not like this" und seine waghalsige Kletteraktion, um dieser für ihn so schwierigen Situation zu entkommen, sind ganz besondere Momente und eine passende Mischung aus Komik und Romantik. Hier passt einfach alles, hier greift ein Rad ins nächste, hier ergänzen sich toller Humor mit wichtigen Charakterentwicklungen auf überaus unterhaltsam-einfühlsame Art und Weise. Das alles, wie es hier zelebriert wird und wie man schlussendlich zum heißersehnten ersten Kuss zwischen Nick und Jess kommt, ist schlichtweg großartig geschrieben. Zooey Deschanel und Jake M. Johnson leisten hier einfach großartiges. Ganz wunderbar ist auch der Mantel-Running-Gag in dieser Folge: Dies sind die kleinen Details, die diese Folge schlussendlich zu dem werden lassen, was es ist: Ganz großes und ungemein herzliches Fernsehen.

"I'm being sad in a second."

Aber nicht nur die ganze Jess/Nick-Thematik wurde glänzend umgesetzt, auch die anderen Charaktere wurden sehr gut ins Gesamtkonzept dieser Folge eingebunden. Vor allem bei Winston ist es sehr schön anzusehen, dass er jetzt im zweiten Teil der zweiten Staffel endlich mal einen interessanten weiblichen Konterpart bekommt, welcher ihn fordert und diesen Charakter mehr ins Zentrum rückt. Die von Brenda Song gespielte Daisy ist nicht nur ungemein schlagfertig und gewitzt, sondern auch ziemlich sympathisch und interessant genug, dass man sich wünscht noch viel mehr über diesen Charakter zu erfahren. Auch toll ist die von Schmidt und Nick quasi gemein abgeschleppte Frau, die sich von traurigen Geschichten angezogen fühlt und bei der Schmidt und Nick sich beide selbst als unglücklichsten Menschen überhaupt darstellen wollen. Dargestellt wird diese von einer glänzend aufgelegten Brooklyn Decker, die hier einen wunderbaren Gastauftritt hinlegt.

Als dann Schmidt die Cece-Karte spielt und diese dann auch noch selbst mit ihrem neuesten Date, welches die ganze Zeit glaubt, dass Cece ihn mit aberwitzigen Geschichten abservieren will, im Loft auftaucht, ist das Chaos perfekt und als Zuschauer kommt man kaum noch aus dem Lachen heraus. Wie Schmidt die ganze Cece-Geschichte verdreht und sie als klammernde Ex-Freundin darstellt, die ihn nicht vergessen kann, ist wieder typisch Schmidt, der alle Tricks verwendet, um eine Frau ins Bett zu bekommen. Haben Schmidts Bettgeschichten manchmal genervt, ist dies hier glücklicherweise nicht der Fall, gerade deshalb, weil es einfach eine tolle Idee ist, einen Konkurrenzkampf um den traurigsten Loft-Bewohner zu initiieren.

Fazit

Nach den letzten, qualitativ eher dürftigen Folgen gelingt den Machern der Serie nun ein echter Triumph, welcher auf allen Ebenen vollends überzeugen kann und den Zuschauern den lang ersehnten Kuss zwischen dem momentan schönsten Sitcom-Paar überhaupt bringt. Dafür hat diese Folge zweifellos die volle Punktzahl verdient.

Moritz Stock - myFanbase

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