Bewertung: 7

Review: #4.21 Lügen haben große Scheine

Ich sage es gleich vorweg. Bei #4.21 Career Day handelt es sich um eine durchschnittliche Folge für die Verhältnisse von "Modern Family". Dies ist allerdings nichts Schlechtes. Eine Serie kann nicht nur super bzw. schlechte Episoden haben. Lily bekommt einen sehr teuren Besuch von der Zahnfee. Jay versucht sich als Autor und Claire bekommt ein Jobangebot von Phils Erzfeind.

Life got in the way

Fangen wir heute einmal mit der schwächsten Geschichte an. Jay spielt seit langem mit dem Gedanken ein Buch zu schreiben. Als er Gloria allerdings als Hindernis seiner Autorenkariere darstellt, verlangt diese von ihm einen Beweis seiner Fähigkeiten Die Szene, in der Jay versucht zu schreiben, finde ich wirklich witzig. Er beschreibt im Voiceover, was er gerade tut. Schön ist es auch, als er die Fs und die 2en vorliest. Ich kann nachvollziehen, dass er gerne seiner Frau beweisen würde, dass sie im Unrecht ist. Aber ich persönlich könnte mich nie so "quälen". Scheinbar stundenlang vor der Schreibmaschine (Glorias Spruch: "When is your book signing? 1975?" fand ich sehr amüsant.) sitzen und nur Müll zu produzieren.

Interessant finde ich, dass Manny scheinbar nicht nur ein Händchen für (weniger qualitative) Gedichte sondern auch für Romane hat. Vielleicht sollten die Autoren ihn seine Idee weiter verwirklichen lassen. Zwar ist er noch ziemlich jung aber mit einer Kariereplanung kann man nie früh genug anfangen.

Die Beziehung zwischen Jay und seinem Stiefsohn hat sich sehr gut entwickelt, dies ist mir noch mal bewusst geworden in dieser Folge. Zwar wird Manny von Jay vom Stuhl gestoßen, doch Manny geht auch nicht gerade übermäßig nett mit seinem "Vater" um. Aus den Streitigkeiten der ersten Staffel sind kleine Kabbeleien geworden, die eigentlich nur zeigen, dass sich beide gern helfen und mögen.

One of them in bed is more than enough

Luke]http://www.myfanbase.de/modern-family/charakterbeschreibungen/?pid=11639[/url] war scheinbar der einzige Dunphy-Nachkomme, der den Career Day zu Hause erwähnt hat. Vielleicht ist er aber auch der Einzige, dem sein Vater nicht zu peinlich ist. Ich persönlich hoffe, dass dies der Fall war schließlich gibt es wohl keine bessere Vater-Sohn-Beziehung als die zwischen Phil und seinem Sohn. Ich habe wirklich selten dieses Gefühl des Fremdschämens. Phil hat mit seiner Präsentation dies allerdings hervor gelockt. Allein die Idee ein Gespräch mit seinem jüngeren Ich zu führen, ist sowohl verrückt als auch lustig und sehr typisch für Phil. Jeder andere TV-Vater würde dafür komisch angeschaut werden (sowohl von der Familie als auch von den Zuschauern), doch dies ist einer der Gründe, wieso wir Phil so lieben. Auch vor den Autoren ziehe ich meinen Hut für diese kreative Idee.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass Claire ein Jobangebot bekommt – wenn auch "nur" von Phils Erzfeind Gil Thorpe. Es bleibt offen, ob er ihr das Angebot macht, weil sie einen kompetenten Eindruck macht, oder einfach nur weil sie Phils Frau ist. Gil kam bisher eher selten vor bei "Modern Family" und ich hoffe, es bleibt auch dabei. Vielleicht liegt es daran, dass ich sehr viel Sympathie für Phil habe und es nicht mag, wie Thorpe mit ihm umspringt. Gil ist allerdings auch ein (für mich persönlich) eher unsympathischer Charakter, auch wenn ein bisschen Konkurrenz im Maklergeschäft nicht schaden kann.

Ich war erstaunt, dass ganz am Ende der Folge noch etwas Wichtiges für die Story passiert ist. Nicht, dass ich wegschalten würde, aber normalerweise handelt es sich "nur" um einen letzten Gag. Ehrlich gesagt, war ich auch überrascht, dass Claire den Job geschmissen hat; auch wenn ich es durchaus nachvollziehen kann. Ich hätte mir ihren Job bei Gil gut als eine Storyline über mehrere Episoden vorstellen können. Dass es für sehr witzige Situationen gesorgt hätte, steht ganz außer frage.

Phils "What’s for dinner?" am Ende der Folge fand ich für seinen Character irgendwie untypisch. Normalerweise ist er doch der liebevolle Ehemann, der gerne Leuten helfen möchte. Aber Phil ist auch ein sehr kindlicher Erwachsener. Vielleicht war ihm nicht bewusst, dass er mit seiner Frage Claire verletzen könnte.

Who needs presents every year?

Die Lily-Geschichte war die beste diese Woche. Es ist schon sehr niedlich zu sehen, wie aufgeregt die Väter sind, weil Lily ihren ersten Zahl verliert. Es war sehr lustig, wie sich die Kleine in ihrem Bett auf die Lauer gelegt hat. Mir ist auch bewusst geworden, dass Eltern scheinbar auch unter Druck von Außen stehen. Wenn Lily ihren Freunden erzählt, dass sie 100 Dollar von der Zahnfee bekommen habe, sähen die anderen Eltern scheinbar alt aus. Ich frage mich wie die anderen Väter und Mütter hier in Deutschland reagieren würden.

Wie immer ist es natürlich sehr witzig, wenn Cams und Mitchells Erziehungsmethoden aufeinander prallen. (Der Feenstaub kommt sehr häufig.) Ich kann beide Seiten verstehen. Sie soll das Geld zurück geben wollen, aber gleichzeitig einsehen, dass sie das Geld zurück geben muss. Für ein Kind in ihrem Alter ist das ganz schön schwer. Haleys Auftritt als Zahnfee war wirklich das Highlight der Folge. Ich glaube, dass sie eine sehr gute Mutter abgeben wird. Ich fand es super wie sie den Weihnachtsmann ins Spiel brachte und so Cam und Mitchell half.

Fazir

Wie oben schon erwähnt, ist 4.21 eine durchschnittliche Folge, die ich wie immer mit guten sieben Punkten bewerte. Ich hoffe sehr, dass noch weitere Staffeln von "Modern Family" produziert werden. Schließlich hat sich die Serie nach der eher schlechteren dritten Staffel erholt. Vielleicht nimmt Claire wieder einen Job an, vielleicht bekommen Cam und Mitchell doch noch einen Jungen und vielleicht sehen wir ja noch klein Joe aufwachsen. Ich würde auf jeden Fall weiter schauen.

Martin Thormann - myFanbase

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