Paul Kinsey

Foto: Michael Gladis, Mad Men - Copyright: Carin Baer/AMC
Michael Gladis, Mad Men
© Carin Baer/AMC

Paul Kinsey zählt zu den Werbetextern bei Sterling Cooper. Im Büro verbringt er den Großteil seiner Zeit mit Pete Campbell, Harry Crane und Ken Cosgrove - vorzugsweise rauchend, trinkend und sich über Frauen unterhaltend. Im Gegensatz zu besagten Kollegen pflegt Lebemann und Möchtegern-Bohemien Paul allerdings einen eher unkonventionellen Lebenswandel. Der Princeton-Absolvent macht keinen Hehl aus seiner Faszination für das Gedankengut von Karl Marx, interessiert sich für Science-Fiction, hört gerne Jazz und ist seit Studienzeiten begeisterter Shakespeare-Anhänger. Auch dem gelegentlichen Konsum von Marihuana zur Anregung seiner Kreativität ist Paul nicht abgeneigt. Äußerlich weist er eine frappierende Ähnlichkeit zu Orson Wells auf, worauf er von seinem Umfeld des Öfteren hingewiesen wird.

Kurz nachdem Peggy Olson ihre Tätigkeit als Sekretärin bei Sterling Cooper aufgenommen hat, lädt Paul sie zum einem Rundgang durch der Agentur ein. Dabei erklärt er ihr, welche Abteilung wofür zuständig ist und was sie als Neuling zu beachten hat. Dankbar für diese nette Geste, verabredet sich Peggy mit ihm zum Mittagessen. Als Paul diese Gelegenheit aber für einen Annäherungsversuch nutzen will, lässt Peggy ihn abblitzen. Ein ähnliches Schicksal ereilt ihn in Bezug auf Joan Holloway, mit der er früher einmal ein Verhältnis gehabt hat. Auch sie zeigt sich von seinen neuerlichen Avancen unbeeindruckt und nutzt darüber hinaus jede Gelegenheit, ihn vor den Augen der restlichen Belegschaft zu schikanieren.

Bei einer Feier, die anlässlich der Präsidentschaftswahl 1960 im Büro veranstaltet wird, findet Ken zufällig ein unveröffentlichtes Theaterstück mit dem Titel "Death Is My Client" in Pauls Schreibtisch. Obwohl es ihm zunächst sehr peinlich ist, lässt Paul sich zu einer spontanen Aufführung des Stücks überreden und sorgt damit für eine ausgelassene Stimmung bei allen anwesenden Kollegen. Selbiges gelingt ihm im Rahmen einer Party, die er einige Monate später in seiner Wohnung in New Jersey veranstaltet. An jenem Abend stellt Paul seinen Kollegen auch seine neue Freundin Sheila vor, deren afroamerikanische Abstammung für jede Menge Gesprächsstoff sorgt. Besonders Joan ist überzeugt davon, dass er nur deshalb mit Sheila zusammen ist, um allen seine Weltoffenheit zu demonstrieren. Dass dies jedoch nicht unbedingt der Fall ist, zeigt sich später, als Paul seine neue Freundin nach Mississippi begleitet und sich dort mit ihr für die Rechte schwarzer Wähler einsetzt. Nach seiner Rückkehr bezeichnet er diesen Ausflug als das Abenteuer seines Lebens, ungeachtet der Tatsache, dass er und Sheila sich zwischenzeitlich getrennt haben.

Foto: Aloma Wright & Michael Gladis, Mad Men - Copyright: 2008 Carin Baer/AMC
Aloma Wright & Michael Gladis, Mad Men
© 2008 Carin Baer/AMC

Was seine Arbeit als Werbetexter betrifft, so finden Pauls mitunter ausgefallene Ideen nicht immer Anklang bei seinem Vorgesetzten Don Draper, vor dem er großen Respekt hat. Hinzu kommt, dass er mit seiner antikapitalistischen Haltung so manchen Werbekunden vor den Kopf stößt, und diese nur durch das Einschreiten von Don wieder besänftigt werden können. Ab und an leistet allerdings auch Paul einen nicht unwesentlichen Beitrag zum Erfolg der Agentur, beispielsweise mit seiner überzeugenden "Jackie Kennedy vs. Marilyn Monroe"-Idee für die Playtex-Werbekampagne.

Als Peggy erstmals ihr Talent als Werbetexterin unter Beweis stellt, ermutigt Paul sie dazu, sich dieser neuen beruflichen Herausforderung zu stellen. Je mehr sie jedoch in die einstige Männerdomäne vordringt, desto weniger vergönnt er ihr den Erfolg. Dies führt sogar so weit, dass Paul seine Kollegin aufgebracht zur Rede stellt, nachdem diese bei einer Besprechung eine seiner Ideen aufgegriffen und abgewandelt hat. Letzten Endes zieht er Peggy gegenüber tatsächlich den Kürzen: Während sie von Don gebeten wird, an seiner Seite in der neu gegründeten Werbeagentur Sterling Cooper Draper Pryce tätig zu sein, wird Paul zurückgelassen und blickt somit in eine ungewisse berufliche Zukunft.

Karrieretechnisch geht es für Paul in den Folgemonaten kontinuierlich bergab. Er wechselt frustriert von einer Agentur zur nächsten, bis er den Beruf eines Tages komplett an den Nagel hängt und sich der Hare-Krishna-Bewegung anschließt, die 1966 in New York aufkommt. Er entsagt allem materiellen Besitz, passt sich äußerlich den Vertretern der hinduistischen Kultur an und widmet sich intensiv den meditativen Gruppenzeremonien. Im Zuge dessen verliebt er sich in seine Kollegin Lakshmi und träumt von einer gemeinsamen Zukunft mit ihr, wozu sie aber der Bewegung den Rücken zukehren müssten. Da sich dies aber mangels Besitztümer als schwierig erweist, fasst Paul den Beschluss, sich Hilfe suchend an seinen früheren Kollegen Harry zu wenden.

Nachdem Paul den sichtlich überraschten Harry einen Einblick in sein neues Leben gewährt hat, rückt er beim Essen mit dem wahren Grund für seine Kontaktaufnahme heraus: Er hat ein Skript zu der kürzlich gestarteten Science-Fiction-Serie "Raumschiff Enterprise" verfasst und bittet Medienexperte Harry, dieses an die Verantwortlichen beim Sender NBC weiterzuleiten. Felsenfest von seinem eigenen Talent überzeugt, erhofft Paul sich davon den Durchbruch als Drehbuchautor. Harry willigt zwar offiziell ein, behält das Skript aber letztlich für sich, weil er Paul für gänzlich untalentiert hält und zudem von Lakshmi unter Druck gesetzt wird. Ihm die Wahrheit zu sagen, bringt Harry aber nicht übers Herz. Stattdessen überreicht er ihm bei ihrem nächsten Treffen ein Flugticket nach Los Angeles sowie etwas Startkapital, damit er sein Glück in der Film- und Fernsehmetropole versuchen kann. Paul bedankt sich für diese überaus großzügige Geste und startet voller Zuversicht in ein neues Leben.

Willi S. - myFanbase