Bewertung: 9

Review: #2.04 Unter Aufsicht

Da die zweite Staffel eine sehr kurze ist, befinden wir uns schon in der Mitte und bekommen eine sehr spannende Episode mit einem hochdramatischen Ende präsentiert, das alleine schon die Verlängerung der Serie rechtfertigt. Was will man denn mehr.

Weitere Verbündete

Man ist Hawkins offenbar dicht auf der Spur. Das behauptet jedenfalls Roberts neuer Kontakt John Smith. Robert muss also ein Dokument in die Hände bekommen, weil sonst alles vorbei ist. Jake soll helfen, doch ihm sind inzwischen die Hände gebunden. Es gibt also nur eine Möglichkeit. Heather kann helfen. Sie ist von den Informationen, die sie bekommt, ziemlich schockiert, versteht aber, dass sie wirklich helfen muss. In einer spannenden Szene, in der mein Puls in die Höhe schoss, schaffte sie ihr Vorhaben, auch wenn sie sich ziemlich auffällig verhalten hat. Ein Glück hat Beck so viel Vertrauen in sie, dass ihr nichts passiert. Heather weiß nun also über Vieles Bescheid. Ich finde das gut. Je mehr, desto besser. Zumal es wirklich viele Personen gibt, denen Jake Vertrauen kann. Ich mache mir aber auch Sorgen. Je mehr Personen etwas wissen, desto höher ist auch die Chance, dass von ihnen wieder einer aus dem Verkehr gezogen wird. Sollte es Heather demnächst ähnlich wie dem Reporter ergehen? Ich hoffe natürlich nicht, aber die Gefahr besteht.

Beck selbst wurde bei dem Plan auf die entscheidende Fährte gelockt, ich bin mir aber nicht sicher, ob das der richtige Weg ist, Beck von der Wahrheit zu überzeugen. Die Heimlichtuerei, die Lügen und das Ausnutzen seines Vertrauens können sich auch negativ auswirken. Wenn er dahinter kommt, wird er vielleicht kein Wort mehr glauben. Das ist also eine ganz heikle Geschichte, aus der Robert und die anderen bisher immer gut rausgekommen sind. Ich traue Beck allerdings trotzdem so viel Scharfsinn zu, dass er all die Ungereimtheiten so zusammen setzen kann, dass er, wenn es hart auf hart kommt, die richtige Entscheidung treffen wird. Er ist im Moment auch irgendwie die einzige Hoffnung. Ich kann mir nach wie vor nicht vorstellen, wie sie es ohne Beck schaffen wollen.

Dale gegen "J&R"

Dale wehrt sich mit allen Kräften gegen die Auflagen von "Jennigs & Rall", aber Goetz sitzt zunächst am längeren Hebel. Aus seinen Schmuggelgeschichten wird also nichts mehr. Viele aus der Stadt stehen hinter ihm, aber leider konnte "J&R" mit seiner Großzügigkeit Stanley auf ihre Seite bringen. Dale zieht seinen Plan trotzdem durch und wird erwischt. Ich bin schon beeindruckt, wie stark Dale ist. Er lässt sich von der gefährlichen Umgebung nicht beeindrucken und macht das, was er für richtig hält, selbst wenn er nicht von allen Seiten Unterstützung erhält. In gewisser Weise ist er ein richtiger Held in der Serie. Zum Glück wird er für seinen Mut dann nicht bestraft. Jake kann ihn befreien, indem er mal wieder Beck davon überzeugen kann, dass die Pläne von Goetz falsch sind. Hoffentlich kommt er bald von selbst darauf, dass Goetz kein Vertrauen zu schenken ist. Stanley wird nach den Ereignissen auf seiner Ranch jedenfalls sicherlich einiges an seiner Vorgehensweise ändern und vielleicht reichte das auch schon aus, um Beck weiter auf den richtigen Pfad zu führen.

Mimi gegen Goetz

Eine der besten Geschichten, die die Serie bisher zu bieten hatte. Mimi ist einfach nur genial. Natürlich hat sie ein eigenes Buch und checkt alle Zahlen doppelt und dreifach gegen. Dass sie gar nichts Böses an der Unregelmäßigkeit findet und es einfach weiter meldet, zeigt, dass sie in "J&R" auch Vertrauen gefunden hatte und einfach nur gute Arbeit leisten wollte, um das Land wieder aufzubauen. Nachdem Trish die Zahlen an Goetz weitergeleitet hat, läuten bei ihm die Alarmglocken. Es ist schon doof, wenn man Mitarbeiter hat, die selbst denken können. In einer fabelhaften Szene zwischen Mimi und Goetz wird klar, wie der Hase läuft. Mimi erkennt, dass ihr Fund von hoher Bedeutung ist. Goetz folgt ihr auch prompt nach Hause. Hier nimmt das Drama dann seinen Lauf.

Bonnie ahnt sofort, dass Reden hier nicht helfen wird und geht in die Offensive. Wahrscheinlich war es wirklich das einzig Richtige, um Mimi eine Chance zu geben, aber ich war von ihrer spontanen Aktion wirklich überrascht. Dass sie sich mit mehreren Männern auf eine Schießerei einlässt, ist mehr als nur mutig. Leider endet es so, wie es enden musste. Bonnie hat keine Chance und bezahlt ihre Courage mit dem Leben. Die Szene hat mich extrem gefesselt und ich habe bis zum Schluss gehofft, dass Bonnie Goetz vorher erwischt. Als Jake schließlich die Farm erreicht und dem Zuschauer der Ausgang der Schießerei vor Augen geführt wurde, konnte ich mir sehr gut vorstellen, wie sich Jake gefühlt haben muss. Ich werde Bonnie vermissen.

Was bedeutet das jetzt? Mimi hat es überlebt. Das könnte helfen, um Goetz den Garaus zu machen. Wo ist dieser überhaupt? Er ist höchstwahrscheinlich ohne Verletzungen aus der Situation herausgekommen und leitet schon die nächsten notwendigen Schritte ein. Was hat das überhaupt alles zu bedeuten? Hat Goetz hier einen Alleingang gewagt oder ist das Teil des Plans von "Jennings & Rall", die offenbar schon seit 1993 an diesem Plan arbeiten. Es haben sich einige Fragen ergeben und man ist hin und her gerissen, ob man bis zum Staffelende alle Fragen beantwortet haben will, weil man einfach so neugierig ist, oder ob man lieber auf eine schnelle Auflösung verzichtet, weil dies bedeuten würde, dass "Jericho" entgegen aller Erwartungen doch noch in eine dritte Staffel geht. Ich glaube letzteres ist mir dann doch lieber.

Fazit

Neue Erkenntnisse, neue Fragen und ein hochdramatisches Ende bietet uns diese Folge, die von der ersten bis zur letzten Minute zu überzeugen weiß.

Emil Groth - myFanbase

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