Bewertung: 7

Review: #6.07 I'm the Murderer

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Nachdem ich in den vergangenen Wochen nicht sonderlich von der finalen Staffel von "How to Get Away with Murder" überzeugt war, konnte mich diese Episode endlich wieder etwas mehr begeistern. Der Fall der Woche wurde gekonnte mit den Schuldgefühlen der Keating 4 verbunden und stahl der Entwicklung dadurch nicht zu viel Zeit, gleichzeitig wurden neue Indizien dazu aufgezeigt, welchen Showdown wir im Herbstfinale erwarten könnten.

Restorative Justice

Auf den Fall der Woche möchte ich nicht im Detail eingehen, dafür jedoch auf die Reflektion der Studenten durch das Schuldeingeständnis von Gabriels Klient. Sowohl bei Michaela als auch bei Connor konnte man sehr deutlich sehen, wie stark sie dieser Mord an ihre eigenen schrecklichen Taten erinnert hat. In Connors Fall führt dies dazu, dass er sich Oliver gegenüber öffnet nun ihm gesteht, welchen Part er im Tod von Sam gespielt hat. Die Ehe der beiden ist weiterhin ein wunderbar solider Pfeiler der Serie, was erneut unter Beweis gestellt wurde. Denn trotz der grausamen Erkenntnis, dass Connor die Leiche von Sam zerstückelt hat, zuckt Oliver weder mit der Wimper, noch hinterfragt er Connors Tat. Denn aus Connor Augen spricht der Schmerz über den eigenen Part in der Vertuschung des Mordes, weshalb es vollkommen überflüssig wäre, wenn Oliver noch zusätzlich in dieser Wunder herumstochert. Den gleichen Schmerz sehen wir bei Michaela. Es hat mich berührt, auf welche ausdauernde Weise Gabriel um sie kämpft, ohne dabei zu forsch zu sein. Bisher war ich kein großer Anhänger der beiden, stattdessen habe ich mich eher gefreut, dass die Tür für einen Neubeginn zwischen Michaela und Asher geöffnet wurde. Doch Gabriels Auftreten in dieser Woche war von Verständnis und Einfühlungsvermögen begleitet, weshalb ich die Szene zwischen ihm und Michaela auf der Veranda sehr genossen habe. Gern würde Michaela sich jemandem anvertrauen und sie scheint nach einer Bezugsperson, wie Connor sie in Oliver gefunden hat, zu suchen. Ich bin mir nicht sicher, wie viel Asher über den Mord an Sam weiß und ob Michaela jemals Details mit ihm ausgetauscht hat, dennoch ist es in diesem Fall wahrscheinlicher, dass Michaela sich an Asher wendet und dadurch die Beziehung zu ihm wiederaufleben lässt, als mit Gabriel über Sams Tod zu sprechen. Er ist und bleibt Sams Sohn, weshalb er in dieser Geschichte wohl immer eine Gefahr für Annalise und die Keating 4 darstellen wird.

Ein wenig mehr hätte ich mir derweil von Asher erhofft, denn sein ganzes Pulver hat er bereits verschossen, bevor er überhaupt in den Fall involviert wurde. Ohne viel Einfühlungsvermögen sprach er von seiner eigenen tragischen Geschichte. Ich war durchaus enttäuscht darüber, dass man sich Ashers sanfte Seite nicht mehr zunutze gemacht hat, stattdessen war es schließlich Annalise, die durch die Erwähnung ihres Schicksalsschlages einen Akzent setzen konnte.

In Bezug auf Annalise haben wir zuletzt schon stärkere Storylines gesehen und wenn es sonst sie war, die am meisten überzeugen konnte, so hing sie dieses Mal ein wenig zurück. Ihre aufkeimende Beziehung mit Robert spricht mich leider so gar nicht an, die Geschichte wirkt an diesem Punkt der Handlung einfach zu lapidar. Zwar möchte ich auch nicht, dass Annalise mit ihm eine böse Überraschung erlebt und Robert sich doch noch als Informant des FBI entpuppt, aber etwas mehr Pfeffer könnte diese Lovestory durchaus vertragen. Genau so erging es mir beim Ansehen von Annalises Auftragserteilung an Frank. Die Drohung an Tegan, damit sie von der Klage in Nates Namen ablässt, erschien nicht sonderlich furchteinflößend. Zwar hat man mit Cora Tegans wunden Punkt getroffen, doch die paar Fotos hatten in meinen Augen nichts, was Tegan wirklich davon abbringen könnte, die Klage nicht durchzuziehen. Besser gelungen war da der Kniff, Frank und Bonnie nun auf verschiedenen Seiten zu positionieren. Indem Bonnie die Klage übernimmt und Frank die Wahrheit im Dunkeln versteckt lassen will, damit Bonnie nicht erkennt, dass sie mit Ronald einen Unschuldigen getötet hat, schafft man für die nächsten Episode einen interessanten Interessenkonflikt. Ich gehe fest davon aus, dass der Tod von Nate Sr. in dieser Staffel aufgeklärt wird, wodurch Bonnie in ein tiefes Loch fallen wird.

Auch wenn ich es gutheiße, dass man die Castillos nicht gänzlich vergessen hat, so erscheint es mir noch immer schleierhaft, warum Xavier als Handlanger von Lynne Birkhead agiert. Die schwammig gezeichneten Positionen der beiden sind mir schon lange ein Dorn im Auge, weshalb ich hoffe, dass hier endlich ein wenig Klarheit eintreten wird. Zwar dienen sie in ihren Machtpositionen als gute Gegenspieler, doch die Spannung kann man nur dann aufrechterhalten, wenn man dem Zuschauer nach der langen Zeit des Grübelns irgendwann auch mal ein glaubhaftes Motiv präsentiert.

Zuletzt noch ein paar Zeilen zum Flashforward: Hier sehen wir einen vollkommen paralysierten Oliver bei der Polizei, der von Frank beruhigt wird, indem Letzterer versichert, dass mit Connor alles in Ordnung sein wird. Spielt Frank damit auf das Verhör oder die Panikattacke an? Dann platzt Oliver plötzlich mit einem Geständnis heraus und nimmt die Schuld für einen Mord auf sich. Nach dem Gespräch mit Connor könnte Oliver somit den Mord an Sam oder den meinen, der sich erst noch zutragen wird. Mir gefallen die Flashforwards immer besser, da man sich so viel Mühe gibt, den Zuschauer aufs Glatteis zu führen. Ich muss gestehen, dass ich noch immer keine gute Idee habe, wer der FBI-Informant ist, ich gehe allerdings fest davon aus, dass der angebliche Maulwurf in Annalises Auftrag handelt.

Kurze Eindrücke

  • Xavier hat also einen Spitzel in Annalises Appartmentblock postiert.
  • Durch die kleine Schlägerei von Asher und Gabriel könnte man es später so aussehen lassen, als würde Asher schon länger Streit mit Gabriel haben, was sich gut gegen ihn verwenden ließe, wenn es Gabriels Blut ist, das in den Flashforwards vergossen wurde.
  • Was mit Laurel geschehen ist und auch das Warum scheint man mittlerweile vollkommen zu den Akten gelegt zu haben.


Fazit

Eine solide Episode, die zeigt, dass trotz der verstrichenen Zeit noch keiner der Beteiligten seine schrecklichen Taten vergessen hat. Indem man wieder ein wenig Fahrt aufnimmt, macht man dem Zuschauer große Lust auf das in zwei Wochen anstehende Herbstfinale.

Marie Florschütz - myFanbase

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