Bewertung: 7

Review: #2.01 Vier Monate später...

Ich wusste gar nicht, dass vier Monate eine so verdammt lange Zeit sein können. Ehrlich, Zeit ist tatsächlich relativ! In meiner Serienwelt erschienen mir diese vier Monate ohne "Heroes" wie vier Jahre; kein Wunder, denn ein Cliffhanger wie in #1.23 Wie man einen explodierenden Mann aufhält schreit einfach nur nach einer Fortsetzung, nicht wahr? Doch lange Rede kurzer Sinn: HEROES IS BACK! Yatta!

Four Months Ago

Erinnern wir uns also zurück an das, was wir vor vier Monaten sehen konnten und was auch tatsächlich vor vier Monaten im "Heroes"-Universum geschah: New York wurde durch Peters und Nathans Heldentat gerettet, Matts Torso wurde durchlöchert, D.L. bekam ebenfalls eine Kugel ab, Claire und Daddy Bennet wollten sich ein neues Leben aufbauen, Sylar hat sich erstmal verkrümelt und Hiro landete irgendwo im Japan des 17. Jahrhunderts. Diese Episode knüpft nun ganz hervorragend an all diese Ereignisse an, ohne uns jedoch Antworten auf alles zu geben. Wär ja auch langweilig.

#2.01 Vier Monate später... startet mit einem tollen Intro, welches alteingesessene Fans als auch neue Zuschauer gleichermaßen auf den neuesten Stand der Dinge bringt – in zwei Minuten bekommen wir nicht nur alles Wichtige mitgeteilt, sondern hören auch eine überraschend sinnvolle Einleitung Mohinders, die einen schon nach zehn Sekunden wieder in das bekannte "Heroes"-Feeling katapultiert. Wamm – Willkommen zurück!

Mohinder befindet sich also in Kairo und hält einen Vortrag über Genetik – kennen wir das nicht schon von irgendwoher? Richtig, #1.01 Genesis! Doch hier haben wir eine neue Version von Mohinder: er ist nicht mehr so naiv wie früher, sondern ist eine ganze Ecke härter geworden und wird auch schnell handgreiflich, als der Primatech Paper-Agent den Namen seiner Schwester Shanti erwähnt. Wir erkennen: Mohinder hätte vielleicht doch Schauspieler und nicht Genetiker werden sollen. Als Spitzel bei Primatech Paper eignet er sich jedenfalls ganz hervorragend.

Es ist sicher überflüssig zu sagen, dass ich das neue Mohinder-Hornbrille-Gespann ganz großartig finde – Mohinder und Bennet, die einstigen Kontrahenten, tun sich zusammen, um die Firma zu zerschlagen. Ah, das dürfte sehr interessant werden.

Copy Kingdom und Cheerleader

Hornbrille hat aber neben der Zerschlagung von Primatech Paper auch noch andere Sorgen: Copy Kingdom, zum Beispiel. Mal abgesehen davon, dass Papierunternehmen offenbar ein Faible für gleichklingende Anfangsbuchstaben haben, ist es köstlich, wie Bennet einfach überhaupt nicht mit dem Alltagsleben klarkommt. Die Szenen zwischen ihm und seinem Boss sind herrlich und gerade die Szene, als er dem Manager fast die Hand bricht, zeigt auf, dass Hornbrille für "normale" Arbeit nicht geschaffen ist. Kein Wunder also, dass er wieder in seine alten Mechanismen zurückfällt und nun, ähnlich wie am Anfang der ersten Staffel auch, wieder ein Doppelleben führt – da können einem Sandra und Lyle Bennet richtig leid tun. An dieser Stelle auch ein Applaus für Jack Coleman, denn er war wie immer fabelhaft!

Claire steht ihrem Dad in nichts nach: an einem einzigen Tag schafft sie es, fast überfahren zu werden, brennt sich die Hand weg und stürzt sich von einem Gerüst (und wieder eine Parallele zu #1.01). Nicht unbedingt das, was man unauffällig nennen würde, sondern vielmehr dumm. Aber gut, Claire ist schließlich erst 16.

Hier kommt auch schon der erste Neuzugang ins Spiel: West. Klar, dass West den gewissen "Awwww!"-Effekt hervorruft. Klar, dass zwischen Claire und West was laufen wird. Klar aber auch, dass die Autoren unbedingt für bessere Dialoge sorgen müssen. Das Gefasel um Roboter und Aliens war beispielsweise reichlich überflüssig und machte West nicht unbedingt sympathischer, sondern ließ ihn eher überheblich wirken. Allerdings könnte sein Charakter durchaus noch sehr interessant werden, was euch ein Blick in die Online Graphic Novel #52 bestätigen wird: West kann also fliegen. Gibt es somit Heroes, die dieselbe Fähigkeit haben?

Claires neues Leben an der Costa Verde High School wirkt, ähnlich wie das an der Union Wells in Odessa, ein wenig klischeehaft: wir haben die coolen Cheerleader, die armen Mädchen wie Martha das Leben zur Hölle machen. Wir haben die uncoolen Außenseiter, zu denen jemand so Gutaussehendes wie West in der Realität eigentlich nie gehören würde. Und wir haben Chemieunterricht, in dem man über die Evolutionstheorie spricht (interessante Kombination...!). Aber was soll's - solange es gut gemacht ist und wir nicht zu viel Zeit an der High School verbringen müssen, ist auch dieser Part unterhaltsam.

"You're evil, Ma. Get out!"

Kommen wir also zum Flying Man: Nathan, der Held des Finales, hat sich in den letzten vier Monaten anscheinend kein einziges Mal rasiert und auch sonst ist die Situation sehr tragisch. Frau und Kinder sind weg, sein Leben ist ein Wrack und er lebt in der apathischen Hoffnung, dass Peter überlebt hat. Vielleicht liegt es an Adrian Pasdars gewohnt herausragender Schauspielleistung, aber irgendwie kaufe ich den Autoren diese Story sofort ab.

Der Streit zwischen Mama Petrelli und Nathan war einer der herausragenden Szenen der Episode. Sie war intensiv und voller Details. Wie Nathan sorgfältig den zerbrochenen Bilderrahmen zurückstellt, wie Angela frenetisch Peters Zeug einpacken will – großartig. Erneut zeigen die beiden Schauspieler Pasdar und Rose ihr Talent und ihr perfektes Zusammenspiel.

Rose agiert auch in der Szene mit George Takei sehr gut, eine Szene, die eine der großen Storylines von "Volume Two: Generations" einleitet: wir erfahren mehr über die Gründer der Organisation, zu denen auch Kaito und Angela sowie Petrelli Senior, Linderman und Deveaux gehörten. Insgesamt seien laut Kaito noch neun von ihnen übrig. Und einer von ihnen scheint einen Rachefeldzug zu starten, dessen erstes Opfer Kaito Nakamura wird.

Kaito ist tot!

Un-glaub-lich. Da starten die Autoren tatsächlich mit dem Tod eines Charakters in die neue Staffel und killen ausgerechnet denjenigen Hero, der für mich bislang unverwüstlich schien. Hoffen wir, dass wir George Takei dennoch nicht das letzte Mal in der Show gesehen haben und er vielleicht für Flashbackepisoden zurückkehren wird.

Nun stellt sich natürlich auch die Frage, wer hinter der Identität des Mörders steckt: Wer ist der neue Bösewicht der Serie? Ist er derselbe, den Molly noch mehr fürchtet als Sylar und von dem sie Albträume hat? Höchstwahrscheinlich. Doch welche Fähigkeiten besitzt er, die ihn so stark machen? Was treibt ihn dazu, Kaito und womöglich auch bald Angela zu töten?

"Forget Sake! You're supposed to be a hero!"

Zugegeben: die Nachricht, dass David 'Sark' Anders zu "Heroes" kommen würde, löste bei mir einen Freudenschrei aus, den man wahrscheinlich bis Tokio hören konnte. SARK aus "Alias" bei HEROES! Was könnte es Besseres geben? Mit fällt nicht viel ein.

David Anders als britischer Takezo Kensei gefiel mir ausgesprochen gut. Zugegeben, die Idee des gar nicht so heldenhaften Kensei, der schöne Frauen und einen guten Sake dem Schwertschwingen vorzieht, ist nicht wahnsinnig originell, aber zumindest ist sie wunderbar umgesetzt worden. Das liegt zum einen an David Anders und natürlich auch an Masi Oka, der Hiro mit der Genialität spielt, die wir von ihm gewohnt sind. Zum anderen machten aber auch die makellosen Kostüme und Effekte den Besuch in das 17. Jahrhundert so faszinierend. Sie sind so perfekt integriert, dass man es gar nicht mehr merkt und gerade das zeichnet sie aus.

Maya, Alejandro und... Jason Bourne

Auch in Staffel 2 scheint "Heroes" Wert darauf zu legen, dass wir Charaktere aus allen Ecken der Welt zu sehen bekommen, was mir sehr gut gefällt. Mit Maya und Alejandro wird nun die lateinamerikanische Zielgruppe angesprochen und das Gespann aus Shalim Ortiz und Dania Ramirez ist überzeugend, was aber vor allem am Konzept liegt: ein Geschwisterpaar auf der Flucht in die Staaten, eine tödliche und unkontrollierbare Fähigkeit, eine neue Location – all dies setzt sich zusammen zu einer neuen und aufregenden Story.

Neben Honduras führt uns diese Folge aber auch nach Irland... und zu einem durchnässten Milo Ventimiglia ohne T-Shirt. Peter LEBT!

Nun, so dramatisch das Staffelfinale in #1.23 auch gewesen sein mochte, es war relativ klar, dass man Ventimiglia und damit etwa acht Millionen weibliche Zuschauer nicht so einfach aus der Serie kicken würde. Doch die große Frage war natürlich: Wie würde Peter zurückkehren? Hier schon mal Teil 1 der Antwort: als Jason Bourne mit übermenschlichen Fähigkeiten. Oha!

Fazit: Staffel 2 wird großartig

Was ist also das Fazit dieses 51-minütigen Staffelauftakts? Es lautet: Lehnt euch beruhigt zurück und freut euch auf die kommenden Folgen der zweiten Staffel. Nach dieser äußerst soliden und unterhaltsamen Episode traue ich mir zu sagen, dass auch das zweite Jahr "Heroes" ein großartiges werden wird. Yatta!

Maria Gruber - myFanbase

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