Bewertung

Review: #1.05 Viper

Foto: David Zayas & Ben McKenzie, Gotham - Copyright: 2014 Fox Broadcasting Co.; Jessica Miglio/FOX
David Zayas & Ben McKenzie, Gotham
© 2014 Fox Broadcasting Co.; Jessica Miglio/FOX

""Wayne Enterprises. Everyone will finally see them for what they are.""

Eine neue, gefährliche Droge wird in Gotham in Umlauf gebracht. Zwar verleiht deren Einnahme vorübergehende Superkräfte, doch wenn die Wirkung nachlässt, stirbt man aufgrund von Kalziummangel. Eine wirklich grausame Vorstellung, dass einem die Knochen brüchig werden, bis man schließlich kollabiert und stirbt. Die Darstellung der Wirkung der Droge namens Viper bringt sicherlich die meisten Zuschauer dazu angewidert das Gesicht zu verziehen. Offenbar schrecken die Serienmacher von "Gotham" nicht davor zurück einige groteske und ekelhafte Szenen zu zeigen, was in Episode #1.05 Viper wieder einmal ziemlich deutlich gemacht wird.

In der vergangenen Episode wurden diverse Fragen aufgeworfen, unter anderem was Fish Mooney mit ihrer neuen Sängerin und Spezialwaffe Liza vorhat. So langsam kann man sich ein Bild davon machen und meine Vermutung wurde bestätigt, dass Liza eine wichtige Rolle im Machtkampf zwischen Fish und Falcone spielen wird. Allerdings ist es etwas überraschend, dass sie sich wohl klammheimlich bei dam Mafiaboss einschleusen soll, vermutlich um zu versuchen ihn von innen heraus zu zerstören. Dafür wühlt Fish in der Vergangenheit ihres Feindes, um seinen wunden Punkt zu treffen und so muss Liza ein klassisches Lied lernen, dass Falcone als kleiner Junge von seiner Mutter vorgesungen bekommen hat. Als er hört, wie Liza dieses Lied sing, da merkt man, wie es ihn mitten im Herz trifft. Es ist das erste Mal, dass man mit dem Mafiaboss sympathisieren kann, da dieser Moment ihn sehr menschlich wirken lässt. Seine Augen strahlen und er scheint sich an eine glückliche Kindheit zu erinnern. Es tut irgendwie weh zu wissen, dass Liza eigentlich für den Feind arbeitet und Falcone lediglich für die Zwecke von Fish Mooney benutzt. Eine neue und interessante Nebenstory wird hier angeschnitten die hoffentlich noch sehr spannend wird.

Sicherlich wird es noch eine ganze Ewigkeit dauern, bis man endlich hinter das Geheimnis kommt, welches Oswald Cobblepot umgibt. Da hofft man, dass sich eventuell endlich etwas aufklären wird, doch stattdessen wird alles noch viel verzwickter und komplizierter, sodass man absolut keine Ahnung mehr hat, wie das Ganze wohl am Ende der Staffel (hoffentlich!) ausgehen wird. Dass er ein Interesse an den Geschäften von Maroni hat, hat sich schon in den letzten Episoden abgezeichnet, doch in dieser Folge bringt der mysteriöse Pinguin sich selber in eine ziemlich gefährliche Lage. Als Maroni mit seinen Leuten darüber redet eines von Falcones Casinos auszurauben tut er das Unvorstellbare und gibt sich als ein ehemaliger Gefolgsmann von Fish Mooney zu erkennen. Zweifelsohne ist das ein bemerkenswerter Schritt, denn wenn man sich die Unterwelt von Gotham so anschaut, dann hätte das sehr schnell sein Leben kosten können. Dadurch wird noch mal deutlich gemacht, dass es ihm wirklich ernst ist und dass er sich auf jeden Fall mit seinen Psychospielchen von ganz unten nach ganz oben arbeiten möchte. Mit seinem Handeln bringt er allerdings nicht nur sich selbst, sondern auch Jim Gordon in Gefahr, der Maroni bestätigen muss, dass Oswald die Wahrheit gesagt hat, sonst sterben sie beide.

Da Oswald ohne eine Sekunde nachzudenken das Leben von Gordon in Gefahr gebracht hat, ist es langsam an der Zeit zu zweifeln, dass die beiden wirklich eine (wenn auch etwas kranke) Art von Freundschaft aufbauen könnten und auch das kleine zwischen ihnen geknüpfte Bündnis scheint daran mit Sicherheit zu zerbrechen. Denn Verbündete denken nicht nur an sich, sondern auch an andere, doch diese Regel scheint in Gotham wohl nur für Weniger zu gelten. Dazu kommt, dass Jim in dieser Episode mit Problemen überhäuft wird – da wäre zum einen eine weitere Krise mit seiner Freundin Barbara, die ihm weitere Details über seine Arbeit entlocken will, dann entwischt ihm auch noch Selina Kyle, die er bei einem Taschendiebstahl beobachtet, dazu kommt Oswald, der ihn beim Mafiaboss Maroni in die Pfanne haut und schließlich gilt es noch die Stadt vor eine tödlichen Droge zu beschützen. Aufatmen gibt es für den Detective also vorerst nicht, denn die Ereignisse überschlagen sich und selbst als Zuschauer kann man kaum die Augen vom Bildschirm nehmen, da man sonst etwas Wichtiges verpassen könnte.

Wieder ist es Edward Nygma der Bullock und Gordon dabei behilflich ist den Hersteller der geheimnisvollen Droge hinter Schloss und Riegel zu bringen. Das Ganze führt sie zu Wayne Enterprise und man stellt sich die Frage, ob Martha und Thomas Wayne wirklich ausschließlich zu den Guten gehört haben. Auch wenn es heißt, dass sie angeblich nichts mit der Produzieren von Viper zu tun haben, kann man in dieser Serie nur sehr schwer einschätzen was richtig und was falsch ist, denn von Folge zu Folge bekommt man mehr Details geliefert, die doch alle bisherigen Vermutungen wieder auf den Kopf stellen. Schließlich muss es ja auch einen wirklichen Grund gegeben haben, aus dem die beiden Waynes umgebracht wurden. Was steckt hinter dem Mord?

Währenddessen bekommt man zum ersten Mal das Gefühl, dass Alfred die neue Vaterrolle, die er für Bruce hat, wirklich annimmt. Dass der jüngste Wayne sich sehr für die politischen Aspekte der Stadt interessiert, wurde ja bereits ziemlich deutlich. Doch langsam beginnt er damit im Untergrund zu graben und möchte mehr über die Mafiabosse erfahren und wie es ihnen gelungen ist, an so viel Macht und Reichtum zu kommen. Dieses Thema ist ein sehr gefährliches und könnte ihn in noch größere Gefahr bringen. Alfred sorgt sich um Bruce und möchte ihn schützen, wo es nur geht. Er sieht sich nicht als Bediensteter des Jungen, sondern fühlt sich verpflichtet ihn vor allen eventuellen Widrigkeiten zu schützen, da er der einzige ist, der ihm noch nahesteht. Die beiden verbindet eine sehr enge Beziehung und es ist traurig, dass Bruce einfach nicht auf Alfred hören will. Er sollte es akzeptieren, dass auch wenn Alfred nicht sein richtiger Vater ist, es nun einmal dessen Aufgabe ist diese Rolle für Bruce zu übernehmen, um dafür zu sorgen, dass es ihm an nichts fehlt und er zu einem guten Mann heranwachsen wird. Früher oder später wird auch Bruce das noch erkennen und lernen, dass es manchmal besser ist auf Erwachsene zu hören, anstatt immer nur seinen Kopf durchsetzen zu wollen.

Fazit

Eine Folge, die wieder einmal sehr interessante Ansätze bietet und den Zuschauer in jeder Lage gekonnt zu verwirren weiß. Die Fragen türmen sich bereits und noch sind Antworten in weiter Ferne. Ich werde das Gefühl nicht los, dass sich die Serienmacher selber noch in ihrem Netz verstricken und irgendwann den Faden verlieren werden. Hoffentlich werden einige Handlungsstränge bald aufgeklärt, anstatt dass immer neue hinzugefügt werden, denn zu so später Stund' möchte man den Kopf eigentlich ausschalten und nicht noch großartig nachdenken und miträtseln müssen.

Sanny Binder - myFanbase

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