Bewertung: 6

Review: #1.12 Schmerzmittel

Foto: Archie Panjabi, Good Wife - Copyright: Paramount Pictures
Archie Panjabi, Good Wife
© Paramount Pictures

Alicia muss mal wieder Arbeit und Privatleben jonglieren und diesmal läuft nicht alles so glatt wie erhofft.

Obwohl Kalinda nicht sonderlich gerne mit Cary zusammen arbeitet, ist es doch immer wieder lustig, wenn sie mal drauf angewiesen ist. So wie in diesem Fall. Da sie selbst die Umkleidekabine der Herren nicht betreten kann, ist sie auf Carys Hilfe angewiesen und der reitet auch wunderbar drauf herum. Ich mag Matt Czuchry in der Rolle sehr gerne und obwohl er in fast jeder Episode auftaucht, kommt er doch irgendwie zu kurz. Ich bin gespannt, ob er auch mal eine Episode bekommt, in der er mehr im Mittelpunkt steht, so wie Diane in #1.10 Befangen. Irgendwie ist mir sein Charakter derzeit noch zu glatt.

Was Kalinda angeht, wird sie wohl eine zentrale Rolle in der weiteren Auseinandersetzung zwischen Peter und Glenn Childs spielen. Sie ist jetzt eine Art Doppelagent und ich bin mir noch nicht zu 100 Prozent sicher, auf welcher Seite sie steht. Zwar hat sie Peter davon erzählt, was Childs vorhat, aber solange ich nicht weiß, weshalb Peter sie mal gefeuert hat, kann ich nicht abschätzen, ob sie nicht vielleicht doch ein bisschen Groll auf ihn hegt. In Bezug auf Peters Vorgehen gegen Childs gefällt es mir nicht, dass Peter Alicia nichts von seiner Taktik verrät oder dass diese nicht erfährt, dass nun auch Kalinda in das Ganze verwickelt ist. Die beiden arbeiten täglich zusammen und hier geht es immerhin auch um Alicias Zukunft.

Der Fall der Woche dreht sich derweil um einen Footballspieler, der an einer Überdosis Oxy stirbt. Solange unklar ist, was genau passiert ist, steht das Krankenhaus voll hinter dem behandelnden Arzt Dr. Wesley. Doch sobald es die Möglichkeit sieht, sich zurückzuziehen, lässt es den Arzt im Stich. Wenn man die Summen hört, die in den USA bei Schadensersatzklagen – vor allem, wenn jemand ums Leben gekommen ist – gezahlt werden müssen, ist es verständlich, dass sich das Krankenhaus so entscheidet. Betrachtet man aber das Einzelschicksal, mag es ziemlich hart sein, dass der Arzt auf sich allein gestellt ist.

Hier kommt Alicia ins Spiel, die ein schlechtes Gewissen hat, weil sie die notwendigen Informationen herausgefunden hat, weshalb das Krankenhaus einen Rückzieher macht. Sie hat Angst, dass sie Schuld ist, wenn der Arzt seine Lizenz verliert oder ins Gefängnis kommt, weil er sich keinen besseren Anwalt leisten kann. Ihre Intuition lässt sie mal wieder an das Gute im Menschen glauben, weshalb sie ihn gerne unterstützen möchte. Ist nur die Frage, wann sie damit mal auf die Nase fällt. Was, wenn ihr mal ein Mandant gegenüber steht, der tatsächlich Dreck am Stecken hat, das aber so gut überspielt, dass Alicia ihm glaubt und sich für ihn einsetzt? Unhängig davon hat man in dieser Episode gemerkt, dass es Alicia insgesamt ein bisschen viel wurde. Sie muss einen Fall bearbeiten, bei dem es zu keinem Interessenskonflikt kommen darf, zuhause ist sie auf der Suche nach einer neuen Haushaltshilfe und Kindermädchen, da Jackie ins Krankenhaus eingeliefert wurde, und dann setzen ihr immer noch die Erkenntnisse aus der letzten Episode, in der sie erfahren hat, dass Childs ihr Telefon abgehört hat, zu. Dass sie sich dabei wünscht, den Fall abhaken zu können, egal welches Schicksal dem Mandanten widerfährt, ist dabei wohl nur menschlich, aber für die Alicia, die wir kennen gelernt haben, vielleicht auch etwas untypisch.

Im Hause Florrick geht es unterdessen heiß her. Becca sorgt mal wieder dafür, dass Zach gegen die Regeln verstößt und dann hat Jackie auch noch einen Anfall. Wie der Zufall so will, hatte Alicia aber eh schon ein Vorstellungsgespräch geführt, so dass das Ersatzkindermädchen Molly direkt anfangen kann, als Jackie ins Krankenhaus kommt. Das ging mir alles ein bisschen zu glatt. Außerdem hat es mir nicht gefallen, dass wir erst am Ende der Folge die versammelte Familie am Krankenhausbett gesehen haben. Zwar ist Jackie vielleicht nicht sonderlich beliebt, aber irgendwie hätte ich erwartet, dass Alicia die Kinder früher mit ins Krankenhaus nimmt und nicht erst, wenn Peter dafür auch Freigang aus dem Gefängnis hat.

Was Molly angeht, war es abzusehen, dass sie nicht wirklich in die Familie passt. Jackie hatte das schon richtig eingeschätzt, auch wenn vielleicht etwas Eifersucht mitspielte. Innerhalb der Familie ist es vielleicht leichter sich an Regeln zu halten, doch Molly hat sich ja teilweise absichtlich nicht dran gehalten (z.B. als Becca und Zach gemeinsam im Zimmer sind). Und auch wenn sie vielleicht nicht, wie Zach und Grace behaupten, mit ihnen über Geschlechtskrankheiten gesprochen hat, so hat sie dennoch eine Grenze überschritten, als sie auf Zachs Computer rumgeschnüffelt hat. Alicia hat sie meiner Meinung nach also zurecht gefeuert, aber es bleibt spannend, wie sie reagiert, wenn sie erfährt, dass Grace und Zach nicht immer die Wahrheit erzählt haben.

Fazit

Eine Episode, in der viel passiert ist. Aber genau wie Alicia den Fall der Woche loswerden wollte, fand ich ihn auch fast ein wenig überflüssig. Ich möchte wissen, was Peter für einen Plan hat und noch viel mehr, was Childs zu verbergen hat. Zudem wird immer wieder auf das Geheimnis von Zach und Grace hingedeutet, doch noch ist Alicia nicht dahinter gekommen. So langsam muss doch mal irgendwas zur Eskalation kommen.

Catherine Bühnsack - myFanbase

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