Bewertung: 6
Rob Cohen

Fast and the Furious, The

"Nur in den knapp zehn Sekunden, die es dauert, fühlte ich mich frei."

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© Universal Pictures

Inhalt

Dominic Toretto (Vin Diesel) gilt als Obermann in seinem Team. Er beherrscht die illegale Autorennen-Szene durch seine Power, dazu seine Begabung, mit dem stets besonders beeindruckend ausgestatteten Auto die Konkurrenz alt aussehen zu lassen. Doch die Polizei sitzt ihm im Nacken, da er sich aufgrund seiner vergangenen Taten nicht mehr an Autorennen beteiligen darf. Genauso erweist sich der boshafte Johnny Tran (Rick Yune) als Plage, die es in Schach zu halten gilt. Doch die größten Herausforderungen bringt Brian O'Connor (Paul Walker) mit sich, der schnell die Freundschaft Dominics und die Sympathien seiner Schwester Mia (Jordana Brewster) für sich gewinnen kann, aber nicht der ist, den er vorgibt zu sein. Brians geheime Absichten überkreuzen sich immer mehr mit denen Torettos...

Kritik

Es gibt Filme, bei denen man sofort denkt, genau zu wissen, was auf einen zukommt - und was man nicht erwarten sollte. Ich erinnere mich gut daran, wie ich bei "The Fast and the Furious" einst die Erwartungshaltung lediglich auf imposante Autos, im schwindelerregenden Ausmaß gezeigte Autorennen, hübsche Darsteller und eine flache Handlung mit ebenso flachen Dialogen heruntergeschraubt hatte. Doch dann gefiel mir der Film letztendlich doch viel besser, da er mehr bietet als nur seichte Action-Popcorn-Unterhaltung.

Die Story des Films ist durchaus sehenswert, obwohl es eine ganze Weile dauert, bis die diversen Handlungsstränge Fahrt aufnehmen und Spannung aufkommt, denn der Film zündet nicht gleich. Anfangs wirkt es oberflächlich, wie stereotypisch und klischeebeladen die Charaktere handeln. Dass beispielsweise Kerle in Eifersuchts- oder Streitmomenten immer gleich mit Fäusten ansetzen, kommt sehr platt rüber. Ebenso, dass Frauen am liebsten ein Anhängsel von Obermachos sind. Hier scheint lediglich Mia von Beginn weg die Ausnahme zu sein. Der Storyline zwischen Brian und Mia folgte ich gleich am liebsten, da hier die Sympathie schnell vorhanden ist. Doch es scheint vorhersehbar zu sein, wie das mit dem entstehenden Liebesgeplänkel ausgehen soll. Genauso die Sache mit dem konkurrierenden Antagonisten Johnny. In der Hauptstoryline, dem Doppelspiel von Brian als raffinierter Undercover-Detective, lassen sich die Autoren dazu auch ordentlich viel Zeit und es mangelt an Tempo.

Doch dann widerfährt dem Film eine gelungene Wendung. Durch die Beleuchtung von Dominics Motiven, weswegen er einst fast jemanden tötete und was ihn zu den illegalen Autorennen anstachelt, erhält dieser Charakter mehr Facetten. Auch durch Brians emotionale Situation, der feststellen muss, dass das Betrügen bei aufkeimenden Sympathien nicht einfach ist, erhält der Film mehr Tiefe. Im letzten Drittel überschlagen sich die Entwicklungen und als Zuschauer wird man von der Handlung regelrecht mitgerissen. Besonders gelungen empfinde ich da das zweite Lastwagen-Überfall-Szenario, welches richtig spannend inszeniert wird. Dazu auch die Art und Weise, die man wählt, um Brians Doppelspiel vor Mia, ihrem Bruder Dominic und dessen Leute aufzudecken. Auch der Abschluss ist richtig gelungen, indem Brian nach weiteren freundschaftlichen Heldentaten Dominic das versprochene 10-Sekunden-Auto zur Fluchtoption gerade passend unterjubelt. 

Charakterlich gewinnt Brian O'Connor die meisten Sympathiepunkte für sich. Paul Walker spielt die sensiblen Züge von Brian genauso überzeugend wie auch dessen coolere Seite. Er wird im Film am meisten gefordert in der Darstellung. Mia wird von Jordana Brewster auch sehr sympathisch an den Zuschauer herangetragen. Sie sieht zwar sehr hübsch aus, doch bleibt der Charakter ein wenig zu sehr am Rand. Vin Diesel, der den coolen Macker Dominic spielt, hat die Rolle ganz ordentlich drauf. Aber da fehlen mir, im Gegensatz zu Walkers Schauspiel, ein wenig mehr die Emotionen. Vielleicht lässt dies die Konzeption des Charakters Dominic Toretto aber auch einfach nicht zu, da er ja in der Führungsrolle steckt, und immer der Starke sein muss. Die sonstigen Nebendarsteller hinterlassen keinen bleibenden Eindruck, sind jedoch auch nicht auffallend störend oder wirken unbegabt.

Fazit

Nicht ganz den Erwartungen entsprechend, aber trotzdem solide, erhält der Film im Verlauf mehr Tiefe in der Story, was aber erst nach der Hälfte voll zur Geltung kommt. Davor hat man den Eindruck, dass die Macher erst noch die Zündung finden und betätigen müssen. Im letzten Drittel jedoch drückt man ganz stark aufs Gaspedal, womit "The Fast and the Furious" noch einige Punkte einsammeln kann. Nebenher erwähnt ist der Soundtrack spitzenmäßig, die Autos dazu richtig edel anzusehen. Und auch der Actiongehalt ist nicht zu gering ausgefallen. Insgesamt eine gute Unterhaltung.

Samuel W. - myFanbase
25.05.2014

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