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Players

Foto: Players - Copyright: 2023 Netflix, Inc.; K.C. Bailey/Netflix
Players
© 2023 Netflix, Inc.; K.C. Bailey/Netflix

Inhalt

Die New Yorkerin Mack (Gina Rodriguez) ist als Reporterin für den lokalen Sport zuständig und gemäß ihrem Interesse hat sie mit ihrer Freundesgruppe rund um Adam (Damon Wayans Jr.), Brannagan (Augustus Prew) und Little (Joel Courtney) eine Reihe von 'Spielzügen' entwickelt, die ihnen zu One-Night-Stands verhelfen. Als Mack aber den Korrespondenten Nick (Tom Ellis) kennenlernt, überdenkt sie ihr bisheriges Verständnis zu Beziehungen und will auch etwas Langfristiges und Erwachsenes aufbauen. Doch sie kann die Finger nicht von ihren Spielzügen lassen und rekrutiert ihre Freunde dafür, dass sie Nick davon überzeugt bekommt, dass sie die Frau für die Ewigkeit ist. Doch je näher sie ihrem Ziel kommt, muss sich Mack fragen, ob Nick wirklich auch sie kennenlernt und ob sie nicht schon längst den an der Seite hat, der sie für die liebt, die sie ist.

Kritik

Wie es der Filmtitel schon erahnen lässt, als Freunde vom Valentinstag muss man bei "Players" erstmal vergeblich nach Romantik und Tiefe suchen. Stattdessen erleben wir eine Freundesgruppe, die im Grunde das Ideal einer Beziehung darstellt, was zum alternativen Galentine's Day auch recht passend ist. Auch wenn ich selbst nicht Teil dieser Gruppe sein wollen würde, weil die Spielzüge zum Abschleppen überhaupt nicht meins sind, so war es doch der rote Faden dieses Films. Die vier – später noch ergänzt durch Ashley (Liza Koshy) – halten immer zusammen und sie kennen sich in- und auswendig. Das hat man auch an ihren Gesprächen gemerkt, denn Peinlichkeiten kennen sie nicht. Alle tragen ihren Teil dazu bei, dass ihre Pläne aufgehen, aber es ist keinesfalls nur eine Zweckgemeinschaft. Auch wenn der Spaß im Vordergrund steht, sie fangen sich auch an Tiefpunkten auf und selbst wenn einer von ihnen schon den buchstäblichen Höhepunkt hatte, dann treffen sie sich in der Nacht dennoch noch mal zusammen, weil ja vielleicht noch einer der anderen Hilfe gebrauchen könnte. Auch wenn ich andere Beziehungen führe, so kann ich hier doch anerkennen, dass über ein gemeinsames Interesse etwas entstanden ist, was durchaus beeindruckend ist. Ich fand auch, dass es durch das Casting gelungen ist, diese Dynamik gut widerzuspiegeln, weil es natürlich und sehr eng rüberkam.

Die wichtigste Chemie mussten aber natürlich Rodriguez und Wayans Jr. haben, denn es braucht nur eine Szene der beiden, wo ein ehemaliges Rummachen angesprochen wurde, und es war klar: Endgame! Diese Richtung bekommt man in RomComs sehr oft angeboten, wo er oder sie nicht erkennt, den oder die Lebenspartner*in schon längst im Leben zu haben. Auch wenn die Chemie der beiden stellenweise nicht ideal war, weil es tatsächlich zu sehr kumpelhaft wirkte, damit Macks blinder Fleck in dieser Entscheidung auch nachvollziehbar war, so ist es auf jeden Fall doch überzeugend gelungen, dass sie und Adam sich am längsten und am besten kennen. Das war speziell in einem späteren Doppeldate zu erkennen, als die beiden so viele geheime Zeichen verwendet und gemeinsame Geschichten ausgetauscht haben, so dass es sogar mir als Zuschauerin unangenehm war für die anderen beiden war, weil so offensichtlich war, dass dieses gemeinsamen Viben für sie unerreicht bleiben wird. Gleichzeitig musste ich aber mehrfach auch daran denken, dass es viel zu selten gute Darstellungen einer Freundschaft zwischen Mann und Frau gibt (außer einer von beiden ist mindestens queer). Von daher hätte man das zwischen Mack und Adam auch genauso gut abhaken können als beste Freunde, die aber nie sexuell voneinander denken würde. Aber es war klar, dass der Film das nicht beabsichtigt und es war auch okay für mich, zumal man Adam in vielen Szenen angemerkt hat, dass er unter seinen Gefühlen etwas zu leiden hatte. Daher gab es keine Diskussion, dass er sich schon lange mehr gewünscht hätte.

Die Absicht des Films wurde aber auch spätestens dann deutlich, als bei Nick Risse in der Fassade aufgetan wurden. Tom Ellis ist nicht erst seit "Lucifer" ein sehr charmanter Mann, von daher war es erstmal einfach, ihn als Traummann zu inszenieren, der zum einen aufmerksam ist, aber auch beruflich großes Engagement in sozialer Hinsicht zeigt. Je näher Nick und Mack sich dann aber kommen, desto mehr wurde deutlich, dass es einige Red Flags gibt. Da ist es auch keine Entschuldigung, dass er die echte Mack im Grunde nie kennengelernt hat, aber auch einer unechten Mack gegenüber kann man sich anständig verhalten. Die Aktion mit ihrem Artikel war absolut daneben, aber auch wie er zunehmend über ihre Freunde und speziell Adam hergezogen hat, auch nicht okay. Von daher war irgendwann unwiderruflich klar, selbst wenn es Adam nicht gewesen wäre, Nick wäre ganz unabhängig davon ganz sicher auch nicht gewesen. Aber der Film wirft natürlich auch die Frage auf, wen oder was hat eigentlich Mack verdient? Da sie sich nicht getraut hat, sie selbst zu sein, hat sie eine Version von sich erfunden, die ideal auf Nick zugeschnitten war, die aber nicht mehr ihr entsprochen hat, von daher war es nur logisch, dass Nick nicht der Richtige für sie sein konnte. Auch wenn die Botschaft eigentlich auch ohne "Players" klar sein sollte, aber Beziehungen, egal welcher Art, lassen sich nicht gut führen, wenn man eine Version von sich selbst spielen muss oder will, aber nicht man selbst sein kann.

Auch Mack kommt irgendwann zu der Erkenntnis, aber ich finde, dass der Film sich zu lange an anderen Baustellen aufgehalten hat, damit es am Ende wirklich rund wirkte. In der Charaktergestaltung von ihr war noch viel Potenzial, gerade mit ihrer Leidenschaft für Sport, die sie auch enorm mit ihren bereits verstorbenen Eltern verbunden hat. Gerade auch der frühe Verlust hätte für mich gut erklärt, warum Mack auch so bindungsscheu ist, aber hier hat es sich "Players" mir zu leicht gemacht. In dem Kontext hätte glaube ich auch ihr sehr persönlicher Artikel besser gewirkt, denn man hätte ihn so emotionaler anders nachvollziehen können. Wenn man am Ende auch mehr Zeit gewesen wäre, dann wäre vielleicht auch für die Gefühle von Mack und Adam noch mehr drin gewesen. Ich finde es nämlich immer etwas unlogisch, wenn sich zumindest eine Seite lange so dagegen verschlossen hat, dass es dann nicht wie magisch einfach da ist. Für meine romantische Seele würde es auch reichen, wenn man sich zueinander bekennt, aber sich die schwülstigen Worte erstmal verkneift, denn von einer Freundschaft hin zu einer Liebesbeziehung ist es nochmal ein Schritt.

Insgesamt würde ich sagen, dass "Players" mehr Komödie als Liebesfilm ist und das wurde auch durch den bestens aufgelegten Cast unterstrichen. Gina Rodriguez hatte ganz eindeutig die Zeit ihres Lebens und dieser uneitle Typus, der mit Männer und Frauen gleichermaßen umzugehen weiß und in sich ruht, der stand ihr sehr, sehr gut. Auch Prew, Courtney und Koshy haben sich gut gegenseitig hochgeschaukelt, weswegen ich die komödiantischen Teile als sehr echt empfinden konnte. Auch wenn es an einigen Stellen etwas übertrieben wurde, aber es war noch in einem gut zu ertragenden Rahmen.

Fazit

"Players" vermittelt eine einfache Botschaft über die Essenz von Beziehungen auf eine unterhaltsame Art und Weise mit gut aufgelegtem Cast. Gleichzeitig ist eine gewisse Oberflächlichkeit an wichtigen Stellen nicht zu ignorieren und da etwas mehr Tiefe anzubieten, hätte den Film runder werden lassen. Insgesamt dennoch ein guter Zeitvertreib.

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Lena Donth - myFanbase
15.02.2024

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