Bewertung: 7
Clark Johnson

Sentinel, Der

USA 2006, 108 min

Foto: Copyright: Kinowelt Filmverleih GmbH
© Kinowelt Filmverleih GmbH

Wer macht sich auf, den "Da Vinci Code" und "Casino Royale" um 100 Punkte zu überbieten? Richtig! Sledge Hammers spielt den amerikanischen Präsidenten.

Der gute alte Politthriller à la "Eine Frage der Ehre" kehrt mit "The Sentinel" zurück auf die Leinwand und das mit hochkarätiger Starbesetzung!

Inhalt

Zunächst einmal, der Filmtitel hat nichts mit der Serie "The Sentinel" zu tun. Gut, damit wäre das geklärt. Jetzt rechtfertige ich mich auch noch. Pah. Ich schreibe nicht mehr weiter. Das doch hier ganz eindeutig politisches Kompott! Pete Garrison (Michael Douglas) ist der Topmann, wenn es darum geht, den Präsidenten zu beschützen. Andere Männer in seinem Alter kriegen vor lauter Arthritis kaum den Dreck aus den Fingernägeln, aber der deutsche Pete hüpft, springt und schießt wie von einer Hornisse gestochen durch die Gegend.

Pete ist aber auch ein kleiner Playboy (eine versteckte Anspielung auf Michael Douglas' Ex-Sexsucht?). Zwischen ihm und der First Lady (Kim Basinger), die er im Moment hauptsächlich beschützt, entwickelte sich eine kleine Liaison. Ganz schön pikant für das prüde Amerika, nicht wahr?

Ein, nennen wir ihn mal "Mr. X", beschattet die beiden Turteltauben und sammelt Beweise, mit denen Pete erpresst wird. Sein Kollege aus der präsidentischen Schutzgarde Merriweather (Clark Johnson) besitzt nachweislich aktenkundige Erträglichkeiten, die eindeutig auf den Umstand hinweisen, der Präsident könnte eventuell vielleicht in naher Zukunft seine 21 Gramm verlieren. Diese Tatsache beschleunigt den Vorgang, dass Merriweather beim Eintreten seines Antlitzes und mentaler Anwesenheit seiner Frau, ganz unweigerlich und nicht willkürlich, weil er definitiv das Richtige getan hat, seitlich von hinten rechts durch Zellulosenitrat in Kugelform in seine Columna vertebralis eintretend, zu Boden geht.

David Breckenridge (Kiefer Sutherland) wird mit der Ermittlung des Falls beauftragt. Problem ist nur, Playboy Pete hatte mit Breckenridges Frau ebenfalls ein Verhältnis. Das ist allerdings schon eine Weile her und David und Pete kennen sich im Prinzip schon seit Sandkastenzeitenů David ist allerdings immer noch sehr frustriert wegen dieser ganzen Geschichte von damals. Pete hat aber gestanden, dass er die First Lady wirklich liebt. Jeder Topf findet schließlich mal seinen Deckel... Pete steht bei dem Attentatsgerücht natürlich ganz oben auf der Abschussliste, weil er sich durch das Geheimhalten der Affäre verdächtig gemacht hat. So rennen Breckenridge und Assistentin Jill (Eva Longoria) nun Pete auf seiner alles auflösenden Flucht hinterher...

Kritik

Im Großen und Ganzen gibt es nicht wirklich viel Kritik zu diesem Film. Ein Rundum-Sorglospaket. Es ist erfrischend, dass es endlich mal wieder einen richtig schönen klassischen Politthriller gibt. Der Film bleibt bis zum Ende hin spannend, alles wunderbar. Es gibt auch wirklich herausragende ästhetische Actionmomente. Die Mankos fallen eher bei den Schauspielern auf. Michael Douglas beansprucht natürlich die meiste Zeit im Fadenkreuz für sich. Er kann also am besten zeigen, was er über die Jahre gelernt hat. Er hat auch gelernt, sich im Laufe der Zeit die richtigen Projekte auszusuchen. Bei Kiefer Sutherland, Eva Longoria und Kim Basinger sieht es mit der Charakterdarstellung weniger bunt aus. Basinger macht als First Lady tatsächlich nicht mehr als "knutschi knutschi, hallo und winke winke". Und dafür kriegt die Frau ihren eigenen Hairdresser eingeflogen (ist dem Abspann zu entnehmen).

Longoria ist einfach nur die schöne Assistentin an Sutherlands Seite. Vergleiche zwischen der Rolle des Jack Bauer und Breckridge sind ziemlich öde, da beide Charaktere fast schon grundverschieden sind. Darüber zu diskutieren, bekannte Schauspieler für große Persönlichkeiten zu besetzen und ihnen nicht wirklich viel Text zu geben, würde beinahe ein komplettes Drehbuch umfassen. Sutherland wird seine Charakterrollen weiter ausbauen können und in einigen Jahren sicher auch einen Oscar bekommen und Longoria wird für "Monster's Ball 2" mit Sicherheit auch einen nackten goldenen Mann mit nach Hause nehmen dürfen.

Fazit

Diese politische Kompottsüßspeise ist absolut empfehlenswert!

René B. - myFanbase
10.06.2006

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