Bewertung: 8

Dolly Parton's Christmas on the Square

Foto: Dolly Parton, Dolly Parton's Christmas on the Square - Copyright: 2020 Netflix, Inc.; Courtesy of Netflix
Dolly Parton, Dolly Parton's Christmas on the Square
© 2020 Netflix, Inc.; Courtesy of Netflix

Inhalt

Nach dem Tod ihres Vaters Jack (Douglas Sills) kommt Regina Fuller (Christine Baranski) zurück in ihren Heimatort Fullerville, allerdings nicht, um alte Erinnerungen aufzufrischen. Sie will die Stadt verkaufen und überbringt den Bewohner*innen die Kündigungen. Jedoch sorgt ihre Rückkehr dafür, dass sich Regina mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen muss und zudem fürchtet sie auch, bald sterben zu müssen. Jedoch ist in der Weihnachtszeit das ein oder andere Wunder möglich...

Kritik

Was ich an der Weihnachtszeit besonders liebe? Es sind tatsächlich die Weihnachtsfilme. Ja, sie sind oftmals unglaublich vorhersehbar. Ja, sie sind ebenfalls oftmals sehr kitschig. Aber in der Weihnachtszeit und vor allem wird ja auch das Weihnachtsfest so gesehen, dass zu dieser besonderen Zeit eben auch Wunder passieren (können). Für mich stellen Weihnachtsfilme einfach nur das Visuelle dar, was manch eine*r sich erträumt und erhofft.

Im vergangenen Jahr erschien bei Netflix mit "Dolly Parton's Christmas on the Square" ein besonderer Weihnachtsfilm, da dieser auch über sehr viele Musicalelemente verfügt. Ich war nicht immer ein Musicalfan, aber mittlerweile kann ich diesem Genre sehr viel abgewinnen, da Musik und die Songs auch bestimmte und besondere Botschaften übermitteln können. Bei diesem Film habe ich mich allerdings nicht nur über das Casting von Christine Baranski gefreut, die ich schon aus einigen Filmen und Serie kenne und liebe. Ich habe mich auch gefreut, dass die Songs von Dolly Parton darin involviert sind, wie sie selbst auch. Im Jahr 2019 erschien ebenfalls bei Netflix die Miniserie "Dolly Partons Herzensgeschichten", in der etliche Songs der Sängerin als Anthologie-Episoden präsentiert worden sind. Somit war ich auch hier schon mal auf der 'sicheren' Seite, dass der Film mit Herzblut, Hingabe und Leidenschaft und Liebe zum Detail entstanden ist. Das i-Tüpfelchen bestand dann für mich persönlich auch darin, dass Debbie Allen für die Choreografie sowie die Regie verantwortlich gewesen ist. Allen wurde erst in diesem Jahr für ihre Arbeit ausgezeichnet, also bot "Dolly Parton's Christmas on the Square" schon einmal die richtigen Zutaten, dass es ein wirkliches Seherlebnis und -vergnügen geben würde.

Kommen wir jetzt mal zum Inhalt des Films. Das Ganze hat mich beim Anschauen an eine Mischung aus "Charles Dickens' Weihnachtsgeschichte" und "Der Grinch" erinnert. Im Letzteren hatte Baranski sogar eine Nebenrolle inne. Nur mal so nebenbei. Bei Regina Fuller handelt es sich um eine knallharte Geschäftsfrau, die in ihrer Kinder- und Jugendzeit in Fullerville gelebt hat und beliebt gewesen ist. Nach dem Tod ihres Vaters kehrt sie genau dahin zurück, um die Stadt an eine Mall zu verkaufen. Bei Weihnachtsfilmen weiß man eigentlich schon vorab, dass sie ein gutes Ende nehmen werden und dass sich hinter einem so kühlen und teilweise arrogantem Verhalten, wie es bei Regina der Fall ist, eine traurige Geschichte verbirgt. Das ist eben auch hier der Fall, also auch keine Neuerfindung. Doch das macht gar nichts, denn hier hat man meiner Meinung gleich zwei mögliche Faktoren, die Reginas Verhalten erklären könnten. Zum einen ist das ihre Jugendliebe Carl, der noch immer in Fullerville lebt, und das Verhältnis der beiden ist merklich abgekühlt. Zum anderen erfährt man aber auch, dass Regina möglicherweise an einem Gehirntumor leidet und nicht mehr allzu lange zu leben hat.

Aber wie gesagt, das sind eben nur zwei mögliche Faktoren, die ihr Verhalten erklären, da die Wahrheit quasi in der Mitte liegt und wir den eigentlichen Grund erst ziemlich zum Ende des Films erfahren. Das liegt vor allem daran, dass Angel (Dolly Parton) mit Hilfe von Felicity (Jeanine Mason) erst dafür sorgen muss, dass Regina ihre Denkweise ändert und praktisch ihr Herz für andere Menschen öffnet. Es klingt tatsächlich sehr kitschig, wenn man das im geschriebenen Wort liest, aber mittels der Tanz- und Gesangseinlagen und gepaart mit einer guten Portion Humor ist das wirklich gut in Szene gesetzt worden. Man bedient sich allerdings dann doch auch an einem recht klischeehaften Moment, denn neben Tieren können auch kleine Kinder das Herz von Erwachsenen berühren. Hierfür bringt man die kleine Violet (Selah Kimbro Jones) ins Spiel, die Regina kennenlernt und nicht weiß, dass sie die Frau ist, die die Stadt verkaufen will. Bei einem Gespräch erfährt Regina, dass Violets Mutter gestorben ist, als sie ihrer Tochter Medizin besorgen wollte. Dabei wird auch deutlich, dass Reginas Härte eigentlich dafür verantwortlich ist, aber Violet sich für den Tod ihrer Mutter verantwortlich fühlt, was Regina unglaublich trifft und wunderbar von Christine Baranski gespielt wird.

Natürlich darf bei einem solchen Film auch keine weitere Tragik fehlen, denn Violets Leben hängt nach einem Unfall am seidenen Faden und Regina setzt alle Hebel in Bewegung, damit das kleine Mädchen überlebt. Sie selbst stellt sich dann auch ihrer Vergangenheit und es stellt sich für uns Zuschauer*innen heraus, dass sie als Jugendliche ein Kind zur Welt gebracht hat, welches sie aber zur Adoption freigeben musste, damit sie nicht zum Gespött der Kleinstadt wird und natürlich stellt sich dann auch heraus, dass es sich bei ihrem Sohn um Christian (Josh Segarra), den Pastoren der Stadt handelt und somit alles mit einem Happy End abschließt und die finale Tanz- und Gesangseinlage sowie mit dem Gedanken, dass jede*r eine*n Freund*in hat, der*die als eine Art Schutzengel handelt, der Film einen passenden Abschluss bekommen hat.

Fazit

"Dolly Parton's Christmas on the Square" mag zwar einige kitschige Elemente haben, aber ich finde, dass das bei Weihnachtsfilmen völlig in Ordnung ist, denn es ist die Zeit, in der man träumen und hoffen darf, dass Wunder passieren werden. Der Cast und die Crew hat für mich gute Arbeit geleistet und lässt mich mit einem wohligen Gefühl zurück.

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Daniela S. - myFanbase
22.12.2021

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