Bewertung: 7
Spike Lee

BlacKkKlansman

Foto: Copyright: 2018 Universal Pictures Germany
© 2018 Universal Pictures Germany

Inhalt

In den frühen 1970er Jahren beginnt Ron Stallworth (John David Washington) als erste Farbiger bei der Polizei in Colorado Springs. Rassismus ist überall spürbar und als verdeckter Ermittler gelingt es Ron tiefere Einblicke in den Ku Klux Klan zu bekommen. Während Ron am Telefon mit den Mitgliedern des Klans spricht und vorgibt ein Weißer zu sein, gibt sich Philip "Flip" Zimmerman (Adam Driver) als Ron aus, als es tatsächlich zu einem Treffen mit den Klanmitgliedern kommt. Gemeinsam ziehen Ron und Flip an einem Strang, um dem Rassenhass entgegenzutreten.

Kritik

Jeder hat schon einmal vom Ku Klux Klan gehört, bisher war dieses Thema für mich allerdings etwas, was nicht unbedingt zeitgenössisch ist. "BlacKkKlansman" zeigt jedoch, dass der Rassenhass nie aus der Welt ist wobei der Film nicht nur aus der Sicht der 1970er Jahre erzählt, sondern zum Schluss auch einen ganz aktuellen Bezug aufgreift.

Es ist nicht leicht, den Film in ein Genre einzuordnen, denn allein aufgrund der Prämisse, als Farbiger Mitglied des Ku Klux Klans zu werden, hält man die Geschichte eher für eine Komödie. Diesen Eindruck unterstreicht man, indem man durch Ron Stallworth immer wieder für Lacher sorgt. Sei es seine gesetzt wirkende Art, wie er kurz darauf den Slang seiner Brüder und Schwester aufgreift, oder die Position, die er während seiner Telefonate mit dem Ku Klux Klan bezieht. Im scharfen Gegensatz dazu stehen die Szenen, in denen sich Flip den Klanmitgliedern dann tatsächlich stellen muss. Man stellt sie als gewaltbereit, engstirnig, menschenverachtend und klein-geistig dar, wodurch man in diesen Momente eindeutig zu spüren bekommt, dass der Film gut als Drama funktionieren kann. Mir persönlich waren diese Aspekte von "BlacKkKlansman" lieber, als die mit lustigem Ansatz. Denn während man durch geschichtliche Fakten einen guten Bezug zum Drama-Teil des Filmes herstellen kann, fallen einem in Sachen Komödie dann doch immer mehr Logiklöcher auf. So finde ich es sehr fragwürdig, dass die Ron und Flip als die gleiche Person durchgegangen sind. Zu Beginn mag Flip sich ein wenig bemüht haben, wie Ron zu sprechen, doch im weiteren Verlauf kaufe ich es dem Film einfach nicht ab, dass niemand stutzig geworden ist. Auch dass Ron die Mitgliedskarte an seine richtige Adresse schicken lässt oder dass ihn niemand sieht, als er "unauffällig" Fotos von Flips Treffen mit dem Klan schießt, wirkt ziemlich stümperhaft.

Während mit John David Washington als Ron daher nicht für sich einnehmen konnte, gelingt es "BlacKkKlansman" ganz wunderbar, im Zuschauer eine Abneigung gegen den Ku Klux Klan zu schüren. Wie Mitglieder einer Sekte und als ständen sie unter Drogeneinfluss bejubeln die frisch ernannten Klanmitglieder gemeinsam mit den alteingesessenen die Gewalt gegen Schwarze. Es ist abstoßen die Menschen mit Begeisterung in den Augen zu sehen, während andere - die sie als nicht ebenbürtig betrachten - misshandelt und ermordet werden. Zum Denken anregen tut der Film auch in den letzten Minuten, als man Ron und Flip trotz ihrer guten Arbeit vor vollendete Tatsachen stellt. Als dann schlussendlich auch noch die Bilder vom 12. August 2017 über die Leinwand flimmern und es ein paar Worte von Donald Trump zu diesem Anlass gibt, schafft es der Film, sich vom Zuschauer zu verabschieden und ihn noch ein wenig zum Grübeln anzuregen.

Gut gewählt fand ich zudem, dass Flip dem jüdischen Glauben angehört, sich allerdings nie großartig mit der Religion identifiziert hat. Da Felix Kendrickson jeden als Feind betrachtet, der nicht genau so borniert ist wie er, stempelt er Juden - und damit auch Flip - ebenfalls zu Menschen zweiter Klasse ab. Zwar ist die Sichtweise auf den rassistischen Klan für jüdischen Flip eine etwas andere als für den schwarzen Ron, dennoch bringt man die beiden Figuren dadurch auf einen gemeinsamen Nennen. Während es Ron ein inneres Bedürfnis ist, dem Klan ein Ende zu bereiten, wächst auch in Flip immer mehr der Drang, den rassistischen Reden ein Ende zu bereiten. Sehr gut konnte sich dabei Jasper Pääkkönen ins Szene setzen, dem man den Rassenhass vollkommen abkaufen konnte.

Fazit

Auch wenn "BlacKkKlansman" zum Teil Komödie ist, hinterlässt er ein mulmiges Gefühl. Während der Film in weiten Teilen als Drama sehr gut funktioniert, konnten mich die lustigen Anteile meist nicht überzeugen, da ihnen die Logik dann doch zu sehr entgleitet.

Marie Florschütz - myFanbase
11.02.2019

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