Bewertung: 9

A Star Is Born

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Inhalt

In ihrem Job ist Ally (Lady Gaga) nicht gerade glücklich, ihre wahre Leidenschaft ist das Singen. Bei einem Auftritt in einer Drag Bar wird zufällig der berühmte Musiker Jackson Maine (Bradley Cooper) auf Ally aufmerksam und die beiden verbringen den Abend miteinander. Schnell erkennt Jack Allys Talent, doch sie ist sich sicher, dass aus ihr kein großer Star werden wird, da ihr schon oft gesagt wurde, dass sie nicht hübsch genug sei. Jack tut das als Unsinn ab und holt Ally bei seinem nächsten Konzert auf die Bühne, wodurch sie über Nacht zum Star wird. Genau so rasant, wie Allys Karriere nach oben schnell, stürzt die von Jack ab, denn neben seinem Tinnitus machen ihm Alkohol und Drogen immer mehr zu schaffen.

Kritik

Auf den ersten Blick erscheint "A Star Is Born" wie jede andere Geschichte über eine aufstrebende Künstlerin, die man in den letzten Jahren gesehen hat. Es stimmt durchaus, dass man hier viele altbekannte Element aufgreift, so etwa das Image von Ally als talentiertes Mädchen von nebenan und genau so sehr der erste Eindruck von Jack, als süchtigen Künstler, der mit seinem Ruhm nicht umgehen kann. Schnell wird jedoch klar, dass hinter dieser Fassade viel mehr steckt. Sowohl Bradley Cooper als auch Lady Gaga distanzieren sich rasch von dem Bild, das der Zuschauer von ihren Figuren erwartet. Ally hat zu viele Ecken und Kanten, um sich vom hässlichen Entlein zum hübschen Schwan zu entwickeln und Jack kann sich trotz seiner Sucht eine liebevolle Aura bewahren.

Die beiden Hauptdarsteller harmonieren nicht nur vor der Kamera sehr gut, wenn sie zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne stehen bleibt dem Zuschauer einfach der Atem weg. Mit Inbrunst und so viel Gefühl in der Stimme singen Cooper und Lady Gaga "Shallow", dass man sich fragt, ob es sich hier tatsächlich um einen Film handelt, oder ob es der Live-Ausschnitt eines Konzertes ist. Wer die Musik von Lady Gaga kennt, weiß um ihren kraftvollen Gesang und überraschend gut fügt ihre Stimme sich mit der von Cooper zusammen. Jedes Mal wieder, wenn die beiden gemeinsam ein paar Zeilen anstimmen, möchte man als Zuschauer in den schönen Klängen versinken.

Im Verlauf ihrer Karriere macht Ally eine Transformation durch, die bei Jack und dem Zuschauer auf negative Resonanzen stößt. Man wirft die Frage auf, wie weit man zu gehen bereit sein sollte, um erfolgreich zu sein. Wie sehr kann man sich ändern, um zu gefallen, ohne sich selbst zu verlieren? Die kleinen Dinge, wie Tänzer, Makeup und gefärbte Haare, über die Ally und Jack zunächst nur lachen können, nehmen immer mehr Raum in Allys Alltag ein und gemeinsam mit Jack muss man zusehen, wie Ally sich von der bodenständigen jungen Frau, die sie zu Beginn des Filmes war, weg zu einem für die Medien zurechtgemachten Püppchen entwickelt. Dieser Werdegang spiegelt sich auch in Allys Musik wieder. Die tiefgründigen und doppeldeutigen Texte weichen einprägsamen Pop-Beats. Im Finale ist es daher umso schöner, eine Hommage an Allys Einstieg in die Musikkarriere und an ihre Liebe zu Jack zu sehen und zu hören.

Zunächst denkt man, dass Jack einem unmöglich sympathisch sein kann, schließlich ist das erste Bild, das wir von ihnen sehen, wie er Tabletten mit Alkohol hinunter spült. Doch jedes Mal, wenn Jack Ally anlächelt, geht einem das Herz auf und man sieht, wie sehr er sich über den Erfolg der Frau an seiner Seite freut. Der alternde Country-Star steht Cooper derweil sehr gut, denn er kann dem Zuschauer ohne viele Worte vermitteln, wie innerlich zerrissen seine Figur ist. Durch den Ruhm schwimmt man auf einer Welle von Glücksgefühlen, doch Jack zeigt zu jedem Zeitpunkt auch die Schattenseiten des Erfolges, mit dem er immer weniger umzugehen weiß. Seinen Werdegang zu verfolgen ist tragisch, denn auch wenn er sich am tiefsten Punkt befindet, fühlt man noch immer eine Verbundenheit zu Jack und leidet mit ihm, anstatt von seinem Verhalten abgestoßen zu sein.

"A Star Is Born" dreht sich um die Liebesgeschichte von Ally und Jack, die nicht enger mit der Musik verknüpft sein könnte. So eng, wie die Musik sie zu Beginn zusammenschweißt, so hart holt sie Jack und Ally auf den Boden der Tatsachen zurück, als Jack der Abwärtsspirale von Alkohol und der bröselnden Karriere nicht mehr entkommen kann. Es ist tragisch, wie man den Stern von Ally immer heller erstrahlen sieht, während der von Jack langsam erlischt. Trotz dieser Koabhängigkeit bleibt die Liebe zwischen ihnen jedoch immer erhalten. Als Zuschauer weiß man nicht, was man nun lieber möchte. Soll das Paar sich trennen, damit Jack nicht damit kämpfen muss, immer mehr im Schatten seiner Frau zu verschwinden? Sollen sie zusammen bleiben, damit Ally weiterhin versuchen kann, Jack wieder aufzubauen? Es ist eine unmögliche Entscheidung, die am Schluss des Filmes mit vielen Tränen beendet wird. Einerseits will man die Geschichte so nicht ausgehen sehen, dennoch weiß man tief im Herzen, dass sie nie beide gleichzeitig glücklich und erfolgreich sein konnten.

Fazit

Traurig, mit berührender Musik und einer schönen Moral singen sich Lady Gaga und Bradley Cooper mit "A Star Is Born" in die Herzen der Zuschauer. Für mich ist es die perfekte Mischung aus Leichtigkeit und dem Ernst des Lebens, was mit wunderbaren Songs untermalt wird.

Marie Florschütz - myFanbase
31.01.2019

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