Bewertung: 8
Clay Kaytis

The Christmas Chronicles

Foto: Kurt Russell, The Christmas Chronicles - Copyright: Michael Gibson
Kurt Russell, The Christmas Chronicles
© Michael Gibson

Inhalt

Im Hause Pierce war das Weihnachtsfest jahrelang das Highlight des Jahres. Im Jahr 2018 ist jedoch alles anders, da Familienvater Doug (Oliver Hudson) bei einem Feuerwehreinsatz ums Leben gekommen ist. Als Mutter Claire (Kimberly Williams-Paisley) an Heiligabend arbeiten muss, überredet die 11-jährige Kate (Darby Camp) ihren älteren Bruder Teddy (Judah Lewis), der seit dem Tod seines Vaters auf die schiefe Bahn geraten ist, dem Weihnachtsmann (Kurt Russell) aufzulauern. Als sie ihn tatsächlich auf frischer Tat ertappen, sorgen sie für einen Absturz des Schlittens, woraufhin sich die Geschwister mit dem Weihnachtsmann zusammentun müssen, um das Weihnachtsfest zu retten.

Kritik

Da ich vorab zu diesem Weihnachtsfilm von Netflix keinen Trailer gesehen habe, ist bei mir in den Anfangsminuten der Eindruck entstanden, dass es sich vorderhand um einen sehr emotionalen Film handeln würde. Mit dem Tod des geliebten Familienvaters Doug liegt von Anfang an eine emotionale Schwere über dem Geschehen, von dem man den Eindruck gewinnt, dass er vorrangig darum geht, der Familie Pierce wieder Freude am Weihnachtsfest vermitteln zu müssen. Mit dem ersten Auftauchen vom Weihnachtsmann ergibt sich jedoch fortan ein ganz anderes Bild. In erster Linie ist "The Christmas Chronicles" nämlich eine Komödie, die sich die emotionalen Momente, die einem das Herz aufgehen lassen, bis ganz zum Ende aufspart.

Normalerweise tue ich mich sehr schwer, wenn Erwartungshaltungen, die ich aufgebaut habe, nicht erfüllt werden, aber diese Hinwendung zu einer wirklich abgedrehten Komödie hat mir unheimlichen Spaß bereitet. Kurt Russell mimt dabei einen Weihnachtsmann, der nicht wirklich etwas mit dem großväterlichen Idealtyp gemein hat, da er eher ein junggebliebener Rocker ist. Das spiegelt sich großartig wider, als der Weihnachtsmann sich hinter Gittern wiederfindet und mal eben mit seinen Mitinsassen einen rockigen Liveauftritt aufs Parkett zaubert. Bis auf diesen etwas absurden Moment, ist der platzierte Humor aber absolut familientauglich, da Kate und ihr älterer Bruder Teddy oftmals involviert sind. Herzhaft lachen musste ich auch über Nebendarsteller Lamorne Morris, bestens bekannt als Winston Bishop aus der Comedyserie "New Girl". Wie auch in der Serie selbst spielt er einen Polizisten, der zwischen Naivität und Dummheit einen schmalen Grat ausgemacht hat und Morris beherrscht diese Rolle einfach in Perfektion und bereitet so mit seinem Kollegen Martin Roach einige Schenkelklopfer.

"The Christmas Chronicles" wirkt in einigen Ansätzen schon sehr stark wie "Santa Clause Eine schöne Bescherung" und insgesamt sind einige Elemente zu finden, die für Weihnachtsfilme total typisch sind. Dennoch hat der Film für mich etwas Modernes, sei es durch die zuckersüße Animation der Elfen oder aber auch die Action-Szenen, wenn z. B. Teddy, Kate und der Weihnachtsmann im Sportwagen durch die Stadt rasen, um der Polizei zu entkommen. Im Großen und Ganzen ist der Weihnachtsfilm jedoch zeitlos, weil er sich eben eng an die klassischen Vorstellungen von Weihnachten und dem Weihnachtsmann hält, die wohl noch lange anhalten werden. Nett gemacht sind auch die Referenzen auf bekannte Weihnachtslieder, die immer mal wieder wie nebenbei zitiert werden. So gibt der Weihnachtsmann beispielsweise passend zum Aufbruch mit dem Schlitten folgende Zeile aus "Jingle Bells" zum Besten: Dashing through the snow in a one-horse open sleigh.

Am Ende des Films wird dann aber wie bereits schon angedeutet die Comedy für die großen Emotionen beiseitegelassen, da die ganzen anfänglich präsentierten Probleme der Familie Pierce wieder aufgegriffen werden und zu Ende geführt werden, so dass sich wunderbar der ein oder andere Kreis schließt. Spätestens auch mit der Versöhnung der Geschwister wird dann endgültig klar, dass "The Christmas Chronicles" trotz einiger erwachsener Momente vor allem ein Film für die ganze Familie ist. Ganz zum Schluss kehrt dann auch der Weihnachtsmann an den Nordpol zurück und man gewinnt den Eindruck, dass er einmal im Jahr so richtig einen draufmacht, um das restliche Jahr über tatsächlich eher den großväterlichen Typ zu verkörpern. Ein nettes Gimmick ist dabei auch ein Cameo von Russells Ehefrau Goldie Hawn, die Mrs. Claus mimt.

Fazit

"The Christmas Chronicles" ist in erster Linie eine Komödie mit einigen Actionszenen, die erst zweitrangig auf die sentimentalen Gefühle setzt, die das heimelige Weihnachtsfest meist auslösen kann und soll. Gerade durch seine Diversität ist "The Christmas Chronicles" aber bestens als Familienfilm geeignet, da eigentlich jeder etwas für sich finden sollte, das man unter unterhaltsam verbuchen kann.

Lena Donth - myFanbase
14.12.2018

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