Bewertung: 6
James Mangold

Wolverine: Weg des Kriegers

"A lot of people have tried to kill me, and I'm still here."

Foto: Copyright: 2013 Twentieth Century Fox
© 2013 Twentieth Century Fox

Inhalt

Zeitlich nach den Geschehnissen in "X-Men: Der letzte Wiederstand" sucht Wolverine (Hugh Jackman) in "Wolverine: Weg des Kriegers" ein Kapitel seines Lebens heim, das im Jahr 1945 in Japan seinen Ursprung hat. In der Gegenwart begibt er sich, nach einigem Zögern, auf den Weg nach Japan, um einem alten Freund sie letzte Ehre zu erweisen. Aufeinandertreffen mit den Yakuza, der japanischen Mafia, und eine intrigante Familienfehde zwingen Wolverine dazu, sich einzumischen und sein Leben zum wiederholten Mal aufs Spiel zu setzen.

Kritik

Der von Albträumen seiner verstorbenen großen Liebe Jean Grey geplagte Wolverine wird in einer Kleinstadt von einer recht auffälligen rothaarigen Japanerin namens Yukio (Rila Fukushima) aufgesucht, die ihn dazu bringt, nach Japan zu reisen. Der junge japanische Soldat Yashida (Haruhiko Yamanouchi), dem Wolverine 1945 beim Bombeneinschlag in Nagasaki das Leben gerettet hat, liegt im Sterben und möchte sich noch persönlich von Logan verabschieden. Zunächst ist Wolverine nicht sonderlich begeistert von der Idee, sich aus seinem Rückzugsort im Wald irgendwo hinzubewegen, aber gewisse Vorkommnisse ändern seine Sichtweise, so dass er sich mit Yukio im Flugzeug auf den Weg nach Tokio macht. In Japan warten ganz klischeehaft die Yakuza auf die beiden und so muss sich Wolverine nicht nur durch verwobene Verwandtschaftsverhältnisse kämpfen, sondern auch zusammen mit Yukio sein Leben aufs Spiel setzen, um Mariko (Tao Okamoto), die Tochter seines Freundes, zu retten. Vor Yashidas Tod hat dieser Wolverine noch mitgeteilt, dass er den X-Man von seiner Unsterblichkeit, unter der er immer gelitten hat, befreien kann, um sich diese selbst anzueignen.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollte jeder Zuschauer verstanden haben, dass Wolverine nicht nur für einen Freundschaftsdienst in Japan ist, sondern einen ganz bestimmten Zweck erfüllen soll: Er soll es Yashida ermöglichen, unsterblich zu werden. Zwischen Angriffen der Yakuza, einer Mutantin namens Viper (Svetlana Khodchenkova) und den familiären Verwirrungen Yashidas Familie findet sich Wolverine in einem Chaos wieder, welches nur sehr schwer zu verstehen ist. In früheren X-Men-Filmen gab es zumindest immer eine klare Linie, nach der die Charaktere funktioniert und gehandelt haben dies ist in "Wolverine: Weg des Kriegers" leider etwas auf der Strecke geblieben. So scheint auch Yashidas Tochter als Handlungsstrang mit einer emotionalen Bindung zu Wolverine nicht komplett durchdacht und mitunter wie die eine Sache, die die Filmemacher unbedingt noch unterbringen mussten.

Einzelne Aspekte, wie die Träume von Jean oder sehr gezwungen wirkende Gespräche, sind nicht zwangsläufig notwendig. Die Intention, gerade in Bezug auf die Träume von Jean, ist klar, aber sie scheint trotzdem sehr gezwungen. So war Jean zwar seine große Liebe und auch, dass er das Bild, wie er sie tötet, immer wieder vor Augen hat, ist logisch, aber die Darstellung führt nicht dazu, die Träume als starken Antrieb für Wolverines Handeln einordnen zu können. Den ganzen Film fragt man sich immer wieder, was genau Wolverine so sehr antreibt, weiter zu machen und nicht einfach aufzugeben und sich wieder in seine Hütte im Wald zurückzuziehen. Die Motive sind durchaus erkennbar, aber nicht genau genug ausgearbeitet, dass es durch den ganzen Film hinweg große Teile der Handlung tragen kann.

Gerade für Liebhaber von asiatisch geprägten Kampfszenen und visuellen Höhenflügen ist "Wolverine: Weg des Kriegers" sicherlich attraktiv. Es wurde zwar deutlich weniger in die Trickkiste gegriffen, als bei vergleichbaren Filmen des Marvel Cinematic Universe, aber der Film sticht durch gut choreografierte, visuelle Arrangements hervor.

Fazit

"Wolverine: Weg des Kriegers" ist leider einer der schwächeren Marvel-Filme. Hugh Jackman ist immer noch perfekt gecastet für die Rolle, dem Film fehlt aber das gewisse Etwas. Gerade bei einer Länge von mehr als zwei Stunden sollte es einen klaren roten Faden geben, der dazu führt, dass der Zuschauer dauerhaft interessiert bleibt. Für Marvel-Fans ist der Film natürlich ein Muss, aber bis auf die 'After Credits'-Szene und Wolverines Albträume fehlt einfach die klare Verbindung zum Rest des X-Men-Universums.

Jeanne Plaumann - myFanbase
24.03.2017

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