Bewertung
Gavin Hood

Ender's Game - Das große Spiel

"If we're going to survive, we'll need a new kind of soldier, one who doesn't think the way we think, fear the things we fear, one the enemy would never expect."

Foto: Copyright: 2013 Constantin Film Verleih GmbH
© 2013 Constantin Film Verleih GmbH

Inhalt

Nachdem der letzte Angriff der Formics – einer insektenartigen außerirdischen Rasse – nur mit allerletzter Kraft durch den Kampfflieger-Piloten Mazer Rackham (Ben Kingsley) zurückgeschlagen werden konnte, bereitet sich die Menschheit auf eine erneute Invasion vor. Ihre Hoffnung setzt das Militär dabei auf Kinder, welche zu unkonventionellen Strategen und Anführern ausgebildet werden. Der drittgeborene Ender (Asa Butterfield) scheint dabei die beste Wahl als deren Kommandant zu sein, vermag er doch nachhaltig zu siegen, ist aber weder so grausam wie sein älterer Bruder Peter noch so sanft wie die ebenfalls aus dem Programm ausgeschiedene Valentine (Abigail Breslin). Ender stellt sich der Herausforderung der Kampfschule im All und muss bald erkennen, dass er nur auf sich selbst vertrauen kann ...

Kritik

Viele Jahre hat es gedauert, bis aus dem erfolgreichen Roman von Orson Scott Card ein Film entstand. Bereits das Buch sorgte für unterschiedliche Reaktionen, denn während es für die einen zum Kultroman avancierte, kritisierten andere die Darstellung rund um die intelligenten Kindersoldaten stark und leidenschaftlich. Doch es gibt schlechtere Startpositionen für einen Film, auch wenn das Thema durchaus kontrovers ist.

Die Handlung konzentriert sich auf Ender und lässt den Nebenschauplatz Erde mit der Geschichte rund um Enders ebenso geniale Geschwister vollkommen außer Acht. Dies wäre noch zu verschmerzen, da in der Spielzeit eines Filmes nicht alle Handlungsstränge Platz finden, doch Kenner des Buches müssen aufpassen, nicht ein Schädeltrauma vom ständigen Kopfschütteln zu erleiden. Ist etwa Ender im Buch ungleich jünger als seine Kameraden auf der Kampfschule, wirkt es unfreiwillig komisch, wie sein älterer Kommandant Bonzo (Moises Arias) zu Ender hinauf starren muss.

Zudem erhält der Zuschauer kaum Zeit, Ender wirklich kennenzulernen, so schnell hastet der Film von einer Szene zur nächsten. Die Abschnitte von Enders Ausbildung wirken abrupt und hart, sodass sich schnell das Gefühl einstellt, etwas wichtiges verpasst zu haben. Asa Butterfield besticht zwar durch ausdrucksvolle blaue Augen, doch wirkt das Gesicht des Kinderschauspielers meist so unbewegt, dass es schwerfällt, eine Verbindung zu Ender aufzubauen. Auch die anderen Charaktere bleiben blass, was vor allem schade ist, da hervorragende Schauspieler wie Ben Kingsley und Harrison Ford verpflichtet werden konnten. Ebenfalls von Abigail Breslin und Hailee Steinfeld gab es durchaus schon stärkere Performances in der Vergangenheit.

Science-Fiction-Feeling bringt vor allem der Kampfraum, in welchem die Schlachten der Kinder stattfinden. Auch jene gegen die Formics können optisch überzeugen, während das Szenario Menschen gegen Aliens kaum etwas Neues zeigt, was auch die letzten Minuten des Filmes nicht zu ändern vermögen.

Fazit

Für sich allein mag der Film nicht bestehen, denn die gelungenen Effekte täuschen nicht darüber hinweg, dass die Handlung von Szene zu Szene stürzt. So entsteht nur eine weitere Romanverfilmung, welche die Welt nicht braucht, transportiert sie doch kaum etwas von der Atmosphäre der Buchvorlage, trotz der immer mal wieder eingestreuten Zitate. Auch die hochkarätige Besetzung verhindert nicht, dass die Charaktere größtenteils flach bleiben und genau wie der Film keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

Charleen Winter - myFanbase
16.11.2013

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