Bewertung: 6
Andrew Niccol

Seelen

There is no Hunger. There is no violence. The environment has healed. Our planet has never been more at peace. Only, it's not our planet anymore.

Foto: Copyright: 2013 Concorde Filmverleih GmbH
© 2013 Concorde Filmverleih GmbH

Inhalt

Die zukünftige Erde ist kein guter Ort mehr für Menschen, denn mit der Ankunft der sogenannten Seelen verloren sie nicht nur ihren Planeten, sondern weit mehr. Die Seelen haben die Körper der Bevölkerung übernommen und nur vereinzelt leisten Menschen noch Widerstand. Zu ihnen gehört Melanie (Saoirse Ronan), die mit ihrem kleinen Bruder (Chandler Canterbury) und ihrem Geliebten (Max Irons) von einer verlassenen Gegend zur anderen zieht, immer auf der Flucht. Als die Sucher ihnen zu nahe kommen, opfert sich Melanie, um ihren Gefährten die Flucht zu ermöglichen. Doch anstatt zu sterben, beginnt damit für Melanie eine noch größere Herausforderung. Denn um an Informationen über die Rebellen zu gelangen, überlassen die Sucher Melanies Körper der Seele Wanda. Dies führt dazu, dass die beiden so unterschiedlichen Frauen sich einen Körper und Melanies Erinnerungen teilen, doch sicherlich nicht die gleichen Wünsche.

Kritik

Nach dem Erfolg der "Twilight"-Saga war es wohl für niemanden eine große Überraschung, dass mit "Seelen" nun ein weiteres Buch von Stephenie Meyer in die Kinos kommt. Dabei dürfte es nicht so leicht gewesen sein, den Roman mit seinen etwas über 800 Seiten in einem einzigen Film unterzubringen. Dieser Herausforderung stellte sich Andrew Niccol, welcher schon bei "Gattaca" hervorragende Arbeit leistete. Gelungen ist ihm die Adaption, denn trotz zwei Stunden Spielzeit ist "Seelen" nicht langatmig, sondern legt ein gutes Tempo vor. Besonders bildgewaltig sind beispielsweise die Einstellungen der Wüste oder die Portalebene der Seelen.

Das Buch muss zuvor nicht unbedingt gelesen werden. Kenner jedoch werden sicherlich den einen oder anderen Dialog wiedererkennen, der fast direkt übernommen wurde. Natürlich geht der Roman mehr in die Tiefe und erklärt so manches allein durch die größere Zeitspanne, in welcher die Ereignisse stattfinden, logischer. Auch bietet das Buch mehr Hintergründe über die weiteren von den Seelen besiedelten Welten, was im Film beinahe vollkommen fehlt.

Als großer Fan von Voice-over muss ich natürlich den Einstieg loben, in welcher die Grundsituation geschildert wird. Jens bringt das philosophische Thema auf, ob der Mensch sein Schicksal nicht vielleicht sogar verdient hat, da er eben vollkommen rücksichtslos mit den vorhandenen Ressourcen umgegangen ist. Dies thematisieren am Rande auch die Charaktere selbst. Für den Zuschauer jedoch bleibt dafür zunächst keine Zeit, denn die anschließende Verfolgungsjagd wirft ihn sofort mitten ins Geschehen. Nicht nur die Seele Wanda muss sich an diesen neuen Planeten gewöhnen, sondern auch an die eigenwillige Melanie, mit welcher sie nun den Körper teilt. Mehr über Melanies Vergangenheit erfährt der Zuschauer über wohldosierte Rückblicke und so lernt auch Wanda ihren Wirtskörper mehr und mehr kennen.

Vor allem jedoch weiß der Film mit seinen Dialogen zu überzeugen. Besonders schön sind die Zwiegespräche zwischen Wanda und Melanie umgesetzt. Während Wanda die Stimme ihres Wirtes in ihren Gedanken hört, antwortet sie selbst laut oder eben flüsternd, wenn andere in der Nähe sind. Saoirse Ronan beziehungsweise ihre Synchronstimme vermag es dabei beiden Charakteren unterschiedliche Nuancen zu verleihen, was noch einmal deutlich macht, wie verschieden Wanda und Melanie sind. Auch sonst kommt das Zwischenmenschliche nicht zu kurz, immerhin handelt es sich ja um die "erste Dreiecksgeschichte mit nur zwei Körpern ". Allgemein lässt sich jedoch kritisieren, dass sich die Geschehnisse teilweise so schnell entwickeln, dass die Aktionen und Reaktionen der einzelnen Charaktere nicht unbedingt immer glaubwürdig wirken.

Fazit

"Seelen" ist eine weitere Romanverfilmung und kann eher dem Genre Romance als Science-Fiction zugeordnet werden. Insgesamt eine nette Liebesgeschichte, welche sich in einem zukünftigen Setting abspielt, doch keine ultimativ neuen Ideen aufweist. Da die Rollen jedoch gut besetzt sind und die Chemie zwischen den Schauspielern stimmt, kommt keine Langeweile auf. Für ein kurzweiliges Vergnügen am Abend also sicherlich geeignet, wobei zumindest ich "Seelen" in nächster Zeit nicht noch einmal anschauen möchte.

Charleen Winter - myFanbase
23.06.2013

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