Bewertung: 2
Julie Anne Robinson

Einmal ist keinmal

She's looking for a few not-so-good-men.

Foto: Copyright: 2012 Concorde Filmverleih GmbH
© 2012 Concorde Filmverleih GmbH

Inhalt

Seit sechs Monaten arbeitslos, ihre Möbel fast vollständig verkauft und sogar das geliebte Auto musste sie abgeben Stephanie Plum (Katherine Heigl) ist pleite. Doch die selbstbewusste Frau aus New Jersey gibt nicht auf und wittert eine neue Karrierechance. Bei ihrem Vetter Vinnie (Patrick Fischler), der eine Kautionsagentur betreibt, ist ein Detektiv erkrankt und er sucht nach einer Aushilfe. Bei jeder erfolgreichen Verhaftung winken 50.000 Dollar und so nimmt Stephanie den Job vorschnell an, ohne blassen Schimmer, was auf sie zukommt. Der Flüchtige Ex-Cop Joe Morelli (Jason O'Mara) und gleichzeitig Stephanies Jugendliebe, soll jemanden ermordet haben. Einst geschworen, ihm für immer aus dem Weg zu gehen, nimmt Stephanie schließlich doch die Jagd auf.

Kritik

Erinnert uns "Einmal ist keinmal" nicht an etwas? Ja richtig, schon allein das Poster lässt unweigerlich die Parallele zu Jennifer Anistons Flop "Der Kautions-Cop" ziehen, nur dass diesmal das Weibchen die knallharte Jagd nach Bösewichten bzw. dem verhassten Ex aufnimmt. Die Resonanz, die man schon vor dem Ansehen des Films zieht? "Einmal ist keinmal" ist nicht nur schon mal da gewesen sondern auch langweilig und ideenlos.

Dabei ist die Romanvorlage von Janet Evanovich von guten Kritiken überschüttet und mit drei Preisen in der Kategorie Kriminalliteratur ausgezeichnet worden. Ihre Heldin Stephanie Plum eroberte zunächst Großbritannien und der Roman wurde danach international ein oft gekauftes Buch. Doch was Regisseurin Julie Anne Robinson und ihre Drehbuchautoren daraus gemacht haben, ist mehr als enttäuschend.

Man kann sich kaum in die stereotypische Heldin, die mehr Glück als Verstand hat, hineinversetzen. Ihr Charakter hat so viel Tiefgründigkeit wie eine Pfütze und ihre überaus langweilige Jagd hinter ihrem ehemaligen High-School-Lover und Verbrecher Joe Morelli interessiert nicht die Bohne. Die Handlung ist von vorn bis hinten durchschaubar und bei dem Genre konnten sich die Macher scheinbar auch nicht einig werden. Für eine Komödie ist zu wenig Witz und Pfiff dahinter, für eine Krimigeschichte fehlt der Spannungsbogen und die Actionszenen kann man an einer Hand abzählen. Allein schon die Tatsache, dass eine Amateurin einen Mordverdächtigen jagt, ist mehr als unrealistisch und verleiht dem Film durchweg etwas Lächerliches. Immerhin gibt es ein paar lustige Szenen zum Schmunzeln, das wäre aber auch das einzig positive, was es an "Einmal ist keinmal" zu sagen gibt.

Hinter den Erwartungen, falls man welche an den Film stellen durfte, bleibt auch Hauptdarstellerin Katherine Heigl zurück. Ihre Flops wie "Kiss & Kill", "So spielt das Leben" oder "Happy New Year - Neues Jahr, neues Glück" häufen sich leider. Diese klischeeartigen Liebesfilme tragen nicht gerade zu ihrer Karriere bei, ganz zu schweigen von ihrer anscheinenden Vorliebe für eindimensionale Rollen. Es wäre wünschenswert, mehr Mut zu Neuem zu beweisen. In einigen Szenen kommt ihr komödiantisches Talent zum Vorschein, aber insgesamt bleibt Heigl recht blass. Dass sie es kann, hat sie in Erfolgen wie "Beim ersten Mal" bewiesen, aber momentan steuert sie eher in die entgegengesetzte Richtung. Jason O'Mara und Daniel Sunjata geben zwar beide ein schönes Bild auf der Leinwand ab, aber überzeugen können sie nicht. Nur Sunjata trägt hier und da als Ratgeber und Profi zu ein paar lustigen Szenen bei. Dagegen sehen die Szenen zwischen Heigl und O'Mara erzwungen aus, von Chemie ist nichts zu spüren.

Fazit

Es grenzt schon fast an Ironie, dass man mit "Einmal ist keinmal" nicht nur dasselbe Material wie "Der Kautions-Cop" hinlegt, sondern auch noch dieselben Fehler macht.

Tanya Sarikaya - myFanbase
09.04.2012

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