Bewertung: 5
John Singleton

Atemlos - Gefährliche Wahrheit

The fight for the truth will be the fight of his life.

Foto: Copyright: STUDIOCANAL GmbH Filmverleih
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Inhalt

Nathan Harper (Taylor Lautner) führt ein eigentlich normales Leben in einer ganz normalen amerikanischen Vorstadt. Wären da nicht die immer wieder auftretenden Albträume, wegen derer er die Psychologin Dr. Bennett (Sigourney Weaver) aufsucht. Als er schließlich wegen eines Schulprojekts eine Homepage mit vermissten Kindern durchsucht, entdeckt er dort ein Foto von sich. Wer sind seine Eltern, wenn er seit seiner Kindheit vermisst wird? Noch bevor Nathan diese Nachricht richtig verdauen kann, sind seine Eltern auch schon tot und er und seine Nachbarin Karen (Lily Collins) müssen fliehen, um ihr Leben zu retten. Dabei beginnt eine Hetzjagd um das Leben und die Wahrheit...

Kritik

Mit der megaerfolgreichen "Twilight"-Saga hat sich Taylor Lautner schnell in das Herz der Zuschauer(innen) gespielt. Der Erfolg, der ihm zur Zeit noch kreischende Jugendliche bescheren, könnte aber - wenn Fans und Schauspieler älter werden - auch zum Fluch werden. Daher bemühen sich die Darsteller, schon bevor die Saga im nächsten Jahr enden wird, ihr Können auch in anderen Projekten zu zeigen. So war Robert Pattinson in den romantisch-dramatischen Filmen "Remember Me" und "Wasser für die Elefanten" zu sehen. Kristen Stewart versuchte sich bei "Willkommen bei den Rileys" und "The Runaways" von ihrem Bella-Image freizuspielen und nun versucht Werwolf Jacob Black alias Taylos Lautner in dem Actionwerk "Atemlos - Gefährliche Wahrheit" ein bisschen mehr als ernsthafter (Action-)Schauspieler wahrgenommen zu werden. Das gelingt zumindest halbwegs, obwohl auch "Atemlos" keinesfalls die Befreiung vom Werwolf-Image sein wird.

Der Film versucht auf jedem Gebiet seinen Hauptdarsteller im besten Licht dazustellen, ihn 'cool' aussehen zu lassen und irgendwie eine gewisse Menschlichkeit in ihm hervorzuheben. All dies jedoch gelingt nicht, was aber nicht allein an Lautner selber liegt. So wirken die ersten Minuten des Films wohl wie ein Traum eines jeden Lautner-Fans, wird doch auch hier keinesfalls daran gespart, den Waschbrettbauch des Schönlings zu zeigen - dazu noch sehr viele Close-Ups auf das Gesicht von Lautner und zumindest die Teenie-Mädchen werden die ersten Minuten genießen. Im weiteren Verlauf des Films kann Lautner vor allem in den Actionszenen überzeugen, da diese vor allem auf den Zweikampf ausgerichtet sind und klar wird, dass Lautner viele dieser Szenen tatsächlich selbst gedreht hat. Überhaupt überzeugt der Film auf dem Action-Gebiet vollkommen, ob nun mit großen Explosionen, mit Verfolgungsjagden oder aber mit den erwähnten Zweikämpfen.

Alles andere jedoch lässt deutlich zu wünschen übrig. So sind die Dialoge oftmals mehr als holzig. Nur die wenigsten von ihnen funktionieren und auch wenn der Film einmal versucht, witzig zu sein, ist er dies oftmals nicht. So finden es wohl nur die Charaktere von Lautner und Collins witzig, sich über die Fotos auf der Vermisstenhomepage lustig zu machen. Des weiteren ist der Plot absolut hahnebüchen und schafft es demnach kaum, auch nur halbwegs die erforderliche Spannung aufzubauen. Zu allem Überfluss sind dann auch die Charaktere weniger tief, als absolut flach und vorhersehbar geschrieben worden. So schafft es Lautner in seiner Rolle kaum, die erforderlichen Gefühle zu zeigen. Während man ihm die Verknalltheit in seine schöne Nachbarin durchaus abnimmt, so stößt sein Schauspieltalent jedoch bei der Trauer um seine Eltern schon an seine Grenzen.

Bei dem potenziellen Blockbuster haben es sich dann auch die Hollywood-Stars nicht nehmen lassen, die angebotene Rolle zu übernehmen. Und da Schauspieler wie Maria Bello, Alfred Molina, Jason Isaacs oder Sigourney Weaver auch die etwas anspruchsvolleren Kinogänger anziehen dürften, kommen diese dem Film auch sehr gelegen. Gleichzeitig schaffen es auch diese großen Stars nicht, ihren Charakteren Tiefgang zu verleihen. Etwas besser gelingt dies Lily Collins, die es mit ihrer Figur aber auch etwas leichter hat. Sie muss nicht viel mehr tun, als Nathan zu unterstützen, ihn verliebt anzusehen und neben ihm herzurennen. Dabei funktioniert die Chemie zwischen dem Gespann Lautner/Collins durchaus gut, so gut, dass die beiden im wahren Leben mittlerweile ein Paar sein sollen.

Fazit

Bei einem miesen Plot und schlecht gezeichneten Charakteren ist die gelungene Action ein einziger Trost bei der Betrachtung des Films. Für Fans von Taylor Lautner wird er dennoch funktionieren, denn wenn der Film eins ist, dann eine 106-minütige Taylor-Lautner-Show.

Eva Klose - myFanbase
15.10.2011

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