Bewertung: 4
Galt Niederhoffer

Romantics, The

Nothing complicates friendships like love.

Foto: Copyright: 2011 Universal Pictures
© 2011 Universal Pictures

Inhalt

Nach langer Zeit trifft sich die Collegeclique "The Romantics" wieder. Gemeinsam wollen sie die Hochzeit von Tom (Josh Duhamel) und Lila (Anna Paquin) in Long Beach feiern. Für Lilas beste Freundin Laura (Katie Holmes) ist das nicht so einfach zu akzeptieren, denn schließlich war sie vier ganze Jahre lang mit Tom liiert und noch bevor sie ein Paar wurden, verband die beiden eine lange und enge Freundschaft. Und sie liebt Tom immer noch. Einfacher macht es da auch nicht, dass Lila Laura darum bittet, ihre Trauzeugin zu werden. Gemeinsam mit ihren Freunden Tripler (Malin Akerman), Pete (Jeremy Strong) und Jake (Adam Brody) treffen alle im Haus der zukünftigen Braut ein, um zu feiern. Als sich die Dinge jedoch zuspitzen, beginnt sich Lila zu fragen, ob die Romanze zwischen ihrem Zukünftigen und ihrer besten Freundin wirklich schon vorüber ist.

Kritik

Bekannt ist Galt Niederhoffer, die nicht nur das Drehbuch zu "The Romantics" verfasste, sondern auch Regie führte, vor allem als Produzentin. Die Idee zum Roman von "The Romantics" kam ihr 2008. 2010 entschied sie sich dann, diesen zu verfilmen. Wenn man sich die Besetzungsliste so durchliest, dann erwartet man eigentlich einen unterhaltsamen Film, wenn da so Namen wie Katie Holmes, Anna Paquin, Adam Brody, Dianna Agron, Candice Bergen oder Elijah Wood auftauchen. Doch dieser Independentfilm ist mal wieder das beste Beispiel dafür, dass Namen nicht alles sind, und es viel mehr für einen anständigen Film erfordert.

Es wird die Geschichte von acht Freunden erzählt, die sich auf dem College kennenlernten, sich dort "The Romantics" nannten und sich jetzt nach langer Zeit wiedertreffen. Der Grund für dieses Wiedersehen ist die Hochzeit von Lila und Tom. Bis hierhin hört sich das eigentlich alles noch normal an und man könnte meinen, man bekäme einen Film voller Hochzeitsklischees geliefert, was im Großen und Ganzen auch zutrifft. Trotzdem ist dieser Film anstrengender als man vorher noch gedacht hatte. Denn es gibt ja noch Laura, die Trauzeugin und Ex-Freundin von Tom und dazu noch beste Freundin von Lila. Ja, wirklich kompliziert. Laura und Tom sind immer noch ineinander verliebt, was dazu auch noch jeder weiß oder ahnt. Sogar Lila, die im Film von Anna Paquin dargestellt wird. Und hier gehen dann schon die Probleme los.

Das Drehbuch weist so einige Schwächen auf. Ich persönlich konnte viele Handlungen der Charaktere, wie die von Lila, Tom und Laura, nicht verstehen, geschweige denn nachvollziehen. Galt Niederhoffer fehlte bei "The Romantics" wirklich das nötige Gespür, um gerade diese drei Charaktere dem Zuschauer näher zu bringen und vorzustellen, damit man weiß, worum es eigentlich geht, was sie zu verarbeiten versuchen oder was auch immer. Doch ihre wahren Beweggründe aus der Vergangenheit erfahren wir erst durch sinnloses Geplänkel, was man eben kaum versteht, geschweige denn, sich darunter etwas vorstellen kann. Außerdem ist es schwer, einen Charakter wirklich sympathisch zu finden, weil sie alle die gleichen Verhaltensweisen haben und nicht ein vernünftiger unter ihnen ist, der sich traut, mit der Faust auf den Tisch zu hauen, wenn's denn nötig ist. Schlimmer fand ich jedoch, dass man von Anfang an wusste, wie der Film endet und das enttäuschte wirklich.

Anna Paquin kann als zukünftige Braut Lila, die sogar noch weiß, dass ihr Verlobter eine Andere liebt, in keiner Weise überzeugen. Als Zuschauer versteht man sie einfach nicht. Sie nimmt einfach alles hin, sie kämpft nicht um ihre Liebe. Alle wollen immer das Richtige machen, tun es dann aber doch nicht. Bei Lila weiß man einfach nicht, ob sie so gefühlskalt sein soll oder ob das alles nur Theater ist. Paquin agiert oft wie ein Roboter und das macht sie für den Zuschauer bald unsympathisch. Und das, obwohl man doch mit ihr Mitleid haben sollte. Dann zu Tom und Laura - diese ständige On/Off-Beziehung und dieses ewige Hin und Her sollte eigentlich das Hauptthema des Films werden, doch die Regisseurin schafft es einfach nicht, das und diese Dreiecksbeziehung mit Lila mit mehr Tiefgang in Szene zu setzen. Da fehlt einfach der Pfiff. Es bleibt alles so oberflächlich.

Doch man muss nicht nur Paquins Schauspielerleistung bemängeln, auch die von Holmes und der anderen Protagonisten waren wirklich äußerst fragwürdig. Lag es vielleicht einfach nur daran, dass sie sich selbst nicht in ihre Charaktere hineinversetzen konnten? Denn bei diesem furchtbaren Drehbuch und sinnlosen, schwer nachvollziehbaren Dialogen und Szenarien kann ich das gut verstehen. Nur Candice Bergen als Lilas Mutter Augusta und Elijah Wood als Lilas Bruder Chip konnten in ihren Nebenrollen überzeugen und hatten so ihre witzigen und stillen Momente. Oft ist weniger dann doch mehr, wie man bei diesen beiden großartigen Schauspielern dann letztlich gesehen hat.

Fazit

Der Film kann nur wenige Szenen aufweisen, die den Zuschauer zum Lachen oder Nachdenken bringen bzw. anregen. Das Drehbuch weist einfach zu viele Schwächen auf, allen voran Logikfehler. Man kann die Gedankengänge und Handlungen der meisten Protagonisten absolut nicht nachvollziehen und meint sich schon bald in einer schlechten Satire wiederzufinden. Leider übertragen sich diese Schwächen auch auf die Hauptdarsteller, die es nicht schaffen, diese bittersüße Geschichte doch noch herumzureißen.

Technische Details

FSK: ab 12 Jahren
Ton: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch)
Bild: 1,78:1 (16:9)
Untertitel: Deutsch, Englisch
Bonusmaterial: Filmtrailer, Trailer-Show

Dana Greve - myFanbase
09.07.2011

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