Bewertung: 9
Sam Raimi

Spider-Man 2

"In jedem von uns steckt ein Held und jeder von uns kann etwas Heldenhaftes tun, nur meistens muss man dafür das aufgeben, was einem am Wichtigsten ist."

Foto: Copyright: Sony Pictures Home Entertainment
© Sony Pictures Home Entertainment

Inhalt

Für ein Leben als Superheld musste Peter Parker (Tobey Maguire) vieles opfern, unter anderem auch seine große Liebe Mary Jane (Kirsten Dunst). Als diese einen neuen Freund findet und sogar gedenkt, ihn zu heiraten, hat Peter genug und ist bereit, für sie zu kämpfen. Dabei vernachlässigt er seine Rolle als Spider-Man und seine Kräfte fangen an zu schwinden. Dabei gerät gerade ein Experiment des fanatischen Wissenschaftlers Octavius (Alfred Molina) außer Kontrolle und er mutiert zu Doktor Ock, der die Stadt verwüstet. Peter Parker muss sich entscheiden, ob er sein normales Leben zurückfordert oder sich als Spider-Man Doktor Ock stellt.

Kritik

Es ist so eine Sache mit den Fortsetzungen. Meistens bestätigen sich die Vorurteile in der Filmindustrie und erfolgreiche Filme werden prompt zu mehrteiligen Blockbustern, die von Teil zu Teil an Qualität abnehmen. Regisseur Sam Raimi kann mit "Spider-Man 2" überraschenderweise genau das Gegenteil beweisen, nämlich, dass Fortsetzungen in der Tat mithalten und sogar den ersten Teil übertrumpfen können.

Der zweite Teil knüpft da an, wo "Spider-Man" aufgehört hat. Peter Parker hat gelernt, mit seiner Gabe umzugehen und sein normales Leben gegen die des Superhelden einzutauschen. Das hat bisher sehr gut funktioniert und er konnte erfolgreich seinen ersten Gegner, den Grünen Kobold, ausschalten. Doch ein Held zu sein, hat seinen Preis und nirgends besser könnte dieser Konflikt aufgehoben sein als im zweiten Teil der berühmten Spider-Man-Reihe. Statt auf sein altes Konzept zu bauen, rotiert Sam Raimi die Story um Peter Parker um und erschafft einen äußerst spannenden und nachvollziehbaren Konflikt im Inneren von Peter. Er muss in diesem Teil mit mehreren Problemen auf einmal fertig werden.

Diesmal jedoch steht sein persönliches Dilemma zwischen einem normalen Leben mit seiner großen Liebe Mary Jane und die des Helden im Vordergrund. Man bekommt einen tieferen Einblick in Parkers Gefühlswelt und kann sich nur zu gut in seine Situation hineinfühlen. Vor allem, als die Leute seine Rettungsaktionen nicht zu würdigen wissen, leidet man mit ihm mit und fiebert bis zur letzten Minute. Natürlich hofft man, dass er seine Kräfte wiedererlangt und eine Welt ohne Spider-Man wäre ohnehin unvorstellbar. Die Schauspieler geben wie schon im Vorgänger ihr Bestes und können auch diesmal ihre Charaktere gut auf die Leinwand bringen. Besonders Alfred Molina ist eine Bereicherung für den Film.

Raimi hat im zweiten Teil viel Wert auf Details und aufwendige Handlungsstränge gelegt und das Ergebnis kann sich sehen lassen, wobei man immer den Überblick behalten kann und nie das Gefühl von vollgestopften Filmminuten aufkommt. Auch der Konflikt um Mary Jane bekommt eine geniale Auflösung und enttäuscht die Fans nicht. Der zweite Teil ist spannender, emotionaler und vor allem eines: actionreicher. Nicht umsonst räumte der zweite Teil bei der Oscarverleihung 2004 in der Kategorie "Beste visuelle Effekte" ab. Das drückt eigentlich schon alles aus, denn wie beim Vorgänger können die Effekte zu 100 Prozent überzeugen. Man hat sich sogar eine Spur mehr in Spider-Mans Kampfszenen vertieft, denn an Action kann der zweiten Teil wesentlich mehr beeindrucken als der erste. Doktor Ock ist ein würdiger Gegner und die Konfrontation unseres Helden mit dem Bösewicht lässt keine Gebäude oder Autos unbeschadet. Zudem scheint der blindwütige Doktor um einiges gefährlicher und fanatischer zu sein als der Grüne Kobold. Mit seinen Greifarmen kann Doc Ock viel Unheil anrichten und alles verwüsten, was seinen Weg kreuzt. Und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen, denn egal ob in der Luft, am Boden oder auf rasenden Zügen – die Action ist brillant gedreht und ein Genuss. Und dennoch kann man sogar für Octavius Sympathie entwickeln oder zumindest für ihn Mitleid empfinden, denn keiner der Charaktere ist kein Stereotyp an Bösewicht oder Held, sondern ein realistisches Individuum mit Stärken und Schwächen. Schon allein deswegen ist keine Minute langweilig.

Fazit

"Spider-Man 2" knüpft an den Erfolg des Vorgängers an und mehr noch. Sam Raimi beweist, dass Fortsetzungen durchaus überzeugen können. So ist der zweite Teil dank perfekter Mischung aus Action, Spannung und Emotion sogar noch ein Tick besser als der erste.

Tanya Sarikaya - myFanbase
29.04.2011

Diskussion zu diesem Film