Bewertung: 5
David O. Russell

Fighter, The

"This is Micky Ward's fight!"

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Inhalt

Dickie Eklund (Christian Bale) ist ein ehemaliger Profiboxer, der im Jahr 1978 selbst den damaligen Weltmeister Sugar Ray Leonard in die Knie zwingen konnte. In seiner Heimatstadt Lowell in Massachusetts ist er daher eine kleine Berühmtheit.

Anfang der 90er sieht sein Leben aber ganz anders aus. Eklund ist cracksüchtig und hat sein Leben nicht mehr im Griff. Dafür versucht er aber seinen Halbbruder Micky Ward (Mark Wahlberg) ins Rampenlicht der Boxszene zu setzen. Dies gelingt ihm nicht wirklich. Er ist unkonzentriert und undiszipliniert. Als Ward bei einem Kampf auch beinahe K.O. geschlagen wird, wechselt dieser kurzerhand seinen Trainer und dabei auch gleich sein Management, da seine Mutter diesen Job nicht beherrscht. Ward findet den Trainer Mickey O'Keefe, der ihn dazu überreden kann, sich vollends von Dickie und von seiner Familie zu trennen, um sich nur auf das Boxen zu konzentrieren. Diese Entscheidung fällt Ward schwer, doch seine neue Freundin Charlene (Amy Adams) unterstützt ihn bei dieser Entscheidung, sehr zur Missgunst von Wards Mutter Alice (Melissa Leo) und Wards Schwestern.

Kritik

Einige Monate vor der Oscarverleihung präsentiert uns Regisseur David O. Russell sein Verständnis einer nicht privilegierten, amerikanischen Gesellschaft der 90er Jahre, in welchem im Vordergrund einerseits Familienverhältnisse stehen und andererseits der Aufbau eines Profiboxers. Leider verwischen die dramaturgischen Elemente hierbei zu stark die Kampfsequenzen, in denen Wahlberg sich nur bedingt gut darstellen kann, wie es beispielsweise einst Stallone in seiner Rocky-Reihe machte.

Finanziell betrachtet hat sich dieser Film für die Produktionsfirma schon gelohnt. Die Ausgaben wurden gedeckt. Warum dies - wenn auch nur knapp - gelungen ist, liegt in aller erster Linie an den zwei Hauptdarstellern Mark Wahlberg und Christian Bale. Interessant ist hierbei Bales Verwandlung zu einem abgemagerten Crack-Junkie, die so in Zukunft wohl weniger gesehen wird, denn gesund für den menschlichen Körper ist diese jojo-haftige Ab- und Zunahme nicht. Ein weiterer Pluspunkt für diesen Film sind die Boxszenen zwischen Micky Ward und seinen Gegnern, in welchen nicht zimperlich umgegangen, sondern gnadenlos draufgeschlagen wird. Das macht einfach jedem Anhänger dieser Kampfsportart Spaß, zuzuschauen. In diesen Szenen darf der Zuschauer die Verwandlung Wards von einem Anfänger zum Profi beobachten.

An diesem Punkt könnte theoretisch ein Schnitt gelegt werden, um so den Film abzuschließen, doch stattdessen vergnügen sich die Produzenten mit extremer Fäkalsprache, die schon nach kurzer Zeit anfängt, die Nerven zu strapazieren, und dabei so den Filmgenuss stört. Es ist hierbei schön und gut, dass so eine gewisse Sicht der Zustände in den Vororten und Kleinstädten der USA aufgeworfen wird und dabei eine teils asoziale Familie in den Vordergrund gestellt wird, doch eine Begeisterung für einen Film mag letztlich anders aussehen.

Fazit

"The Fighter" ist eindeutig kein Produkt für die Masse, sondern nur für spezielle Zuschauer, nur welche diese sind, ist fraglich, da das Boxen eindeutig zu kurz kommt und die Dramaturgie nicht ausgereift ist.

Ignat Kress - myFanbase
10.01.2011

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