Bewertung: 7
Joseph Ruben

Für das Leben eines Freundes

"We know you westerners don't understand our attitude towards drugs, but we don't unterstand yours. Your cities are decaying. The souls of your young people are stolen from you. Our laws may seem harsh, but our streets remain safe, an our youth is protected."

Inhalt

Es sollte der Urlaub ihres Lebens werden. Sheriff (Vince Vaughn), Tony (David Conrad) und Lewis (Joaquin Pheonix) fahren gemeinsam nach Malaysia, da dort schöne Frauen, billige Drogen und ein wahres Paradies auf sie warten. Die drei verleben sechs wunderbare Wochen miteinander, bevor Sheriff und Tony wieder zurück nach New York fliegen und Lewis zurücklassen, der sich dort um die Rettung von Orang-Utans kümmern möchte. Zwei Jahre hören sie nichts von ihm, bis auf einmal die Anwältin Beth Eastern (Anne Heche) bei ihnen auftaucht und ihnen die grausame Geschichte erzählt: Nachdem Sheriff und Tony vor zwei Jahren abgeflogen waren, wurde das gemeinsame Ferienhaus, in dem jetzt nur noch Lewis lebte, durchsucht und man fand dort eine beachtliche Menge an Haschisch. Da Lewis von nun an als Dealer galt, wurde er innerhalb eines Prozesses von acht Tagen zum Tode verurteilt, der nun in acht Tagen vollstreckt werden soll.

Beth jedoch hat mit der örtlichen Justiz die Vereinbarung schließen können, dass die Todesstrafe abgewehrt wird, wenn sich Sheriff und Tony ebenfalls schuldig sprechen und jeweils eine Haftstrafe von drei Jahren in Malaysia antreten. Oder einer von ihnen für sechs Jahre hinter malaysischen Gefängnismauern lebt. Nun stehen die beiden Männer, die gerade noch ihr Leben in New York City genossen haben, vor der Wahl, die Großstadt gegen ein heruntergekommenes Gefängnis einzutauschen, um ihrem Freund Lewis das Leben zu retten.

Kritik

Was würde man tun, wenn man mit drei Jahren Hölle das Leben eines Freundes retten könnte? Mit diesem Dilemma befasst sich "Für das Leben eines Freundes" aus dem Jahr 1998 von Joseph Rubens. Würde man? Würde man nicht? Die große Frage des Films ist wohl so einfach nicht zu beantworten.

Innerhalb von drei Jahren kamen in den USA ab 1997 drei Filme heraus, die in ihrem Plot fast ähnlich waren. Ein oder zwei Menschen kämpfen in einem fernöstlichen Gefängnis ums Überleben und müssen sich nicht nur mit der fremden Kultur, sondern auch mit den fremden Gesetzen auseinandersetzen. Während jedoch "Red Corner" und "Brokedown Palace" zum größten Teil eben fernab der Heimat spielen und von den Inhaftierten handelt, ist dies hier etwas anderes. Denn Lewis ist zwar in Malaysia, doch die großen Entscheidungen müssen in New York getroffen werden, denn werden sich Sheriff und Tony tatsächlich dafür entscheiden, ihr Leben aufzugeben und für drei Jahre ins Gefängnis gehen?

Der große Gewissenkonflikt ist dabei das Hauptthema des Films und die Entscheidung wird mit allen noch so erdenklichen Vor- und Nachteilen gehörig abgewogen. Und mit der Wahl der einzelnen Entscheidungen, der großen Last, die beiden auf den Schultern liegt, und der Zeitnot machen alle beide auch innerhalb der kurzen Zeit, in der der Film spielt, eine enorme Entwicklung durch. So ist der Film neben dem großen Dramaplot auch eine Charakterstudie und schafft es mit einigen Nebenerzählungen, auch noch die Stimmung des Films niemals gänzlich untergehen zu lassen. Denn obwohl ein solches Thema wohl zu Melancholie und Traurigkeit zieht, schafft es Regisseur Joseph Ruben perfekt, den Film niemals gänzlich in diese Richtung abdriften zu lassen. Ohne Emotionen geht es dabei natürlich auch nicht und vor allem das überraschende Ende wird wohl für die ein oder andere Träne sorgen.

Neben der hervorragenden Umsetzung sind auch die Darsteller des Films überzeugend. Vor allem Vince Vaughn, der nach diesem Film vor allem für seine Comedy-Filme berühmt werden sollte, überzeugt hier in einer ernsthaften Rolle. Auch Joaquin Phoenix ist wie gewohnt eine Wucht und überzeugt trotz wenig Screentime. Ebenso wie Anne Heche und David Conrad. Wobei vor allem Heche mit einer unglaublich ehrlichen und herzzerreißenden Performance in Erinnerung bleibt.

Fazit

Ein Charakterstudie zweier junger Männer, die vor der Entscheidung ihres Lebens stehen. Mit hervorragenden Darstellern besetzt und mit einigen wunderbaren Nebengeschichten bleibt der Film unterhaltsam und überzeugt so durchaus.

Eva Klose - myFanbase
28.07.2010

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