Bewertung: 4
Peter Segal

Spiel ohne Regeln

Häftlinge gegen Wärter - gute Gelegenheit ein paar Rechnungen zu begleichen.

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Inhalt

Ex-Football Star Paul "Wrecking" Crewe (Adam Sandler) musste seine Karriere wegen einer unbewiesenen Spielmanipulation aufgeben. Nun ist er oft betrunken und hat die Lust am Leben verloren. Als er eines Abends mit dem Auto seiner Freundin Lena (Courteney Cox Arquette) durch die Straßen von San Diego rast, wird er nach einer Verfolgungsjagd mit der Polizei mit drei Jahren Haft in der texanischen Pampa bestraft. Der Gefängnisdirektor Hazen (James Cromwell) ist selbst ein großer Football-Fan und hat eine Aufgabe für Crewe. Er soll aus den anderen Häftlingen eine Footballmannschaft zusammenstellen und sie als Vorbereitungsgegner für das Wärterteam trainieren. Denn diese wollen endlich nach fünf Jahren wieder einen Titel gewinnen. Crewe beginnt mit den Inhaftierten zu trainieren, merkt aber den Kampfgeist und Willen der Männer. Schon bald stellt sich Crewe gegen Hazen und hat mit seinem Team ein Ziel vor Augen: Selbst den Titel zu gewinnen.

Kritik

Adam Sandler in einem Drama? Ein Sportfilm, der in einem Gefängnis spielt und noch dazu lustig sein soll? Und dann auch noch eine Neuverfilmung des Films "The Longest Yard" aus dem Jahre 1974 mit Burt Reynolds. Ob das gut gehen kann? Wenn man sich das massige Budget anschaut, scheint ja alles zu stimmen. Dem Film standen satte 82 Millionen US-Dollar zur Verfügung und er spielte am Eröffnungswochenende gleich 58,6 Millionen Dollar ein. Eine sehr gute Quote, die aber leider nichts über die Qualität des Filmes aussagt. Es scheint, als hätte die beliebte Sportart Football die Amerikaner dazu verleitet in die Kinos zu gehen, keinesfalls aber die Handlung.

Die Handlung dreht sich fast nur um eines: Football natürlich. Zwar werden auch stille und emotionale Szenen hervorgehoben, in denen die schweren Bedingungen und die Erniedrigung der Häftlinge durch die Wärter gezeigt werden, aber durch den Football geht leider die Ernsthaftigkeit des Filmes verloren. Man vergisst schnell, dass es sich nicht um professionelle Footballspieler handelt, sondern um Häftlinge, die in einem Hochsicherheitstrakt sitzen. Der Film wird unter den Gernes Drama, Komödie und Sport verzeichnet, wobei man wohl eher auf die Bedürfnisse eines Sportfilmes geachtet hat. Wer Football also nicht mag, sollte lieber gleich die Finger von "Spiel ohne Regeln" lassen.

Ansonsten bleibt die Komik im Film recht markant. Im Hinterkopf weiß der Zuschauer, dass die Häftlinge ja nicht nur im Film existieren und viele Verbrecher, Mörder etc. wirklich in Gefängnissen ihre Zeit oder sogar ihr Leben absitzen müssen. Wenn schließlich Komik oder Witz eingebaut zu werden versuchen, scheitern die Macher kläglich, denn die lustigen Szenen scheinen einfach fehl am Platz zu sein. Abgesehen davon sind die Witze nicht wirklich lustig und bis auf ein oder zwei gelungene Szenen kann sogar Adam Sandler "Spiel ohne Regeln" nicht mehr Witz verleihen als ein Trauerspiel. Nur das letzte, alles entscheidende Spiel kann ein wenig Abwechslung und Action reinbringen, wobei endlich wieder auf die Gefühle der Häftlinge eingegangen wird, ohne der Handlung einen Schnitt zu verpassen. Auf dem Feld haben die Häftlinge die Chance, die Wärter für all die Demütigung legal einige Schläge zu verpassen, aber wenn sie sich nur auf ihre Rache konzentrieren, verlieren sie das Spiel. Dieser Konflikt ist klasse umgesetzt und es ist schade, dass nicht mehr solcher Szenen zu sehen sind.

Immerhin ungewöhnlich und interessant ist die Rolle von Adam Sandler. Der Komiker, der normalerweise Filme wie "50 erste Dates", "Klick" oder "Spanglish" dreht, ist hier in einer wirklich ernsthaften Rolle zu sehen. Als Paul Crewe muss er sich mit inhaftierten, unmotivierten Männern herumschlagen und ihnen in kürzester Zeit Footballkünste beibringen. Zwar kann er durch seine Rolle eine völlig neue Seite offenbaren, aber letztlich liegen ihm Komödien wohl einfach mehr. Überzeugen kann er schon, aber es kommen einem doch Namen anderer Schauspieler ins Gedächtnis, die die Rolle von Crewe ebenfalls problemlos und einen Tick besser hätten spielen können. Auch Schauspieler Chris Rock, der für seine Komik bekannt ist, hat eine ernste Rolle zu verkörpern. Da fragt man sich schon, warum die Macher ein Drama mit komödiantischen Darstellern besetzen wollten und welchen Sinn das haben sollte. Immerhin schön zu sehen ist, dass Burt Reynolds, der schon im Original mitspielte, auch in "Spiel ohne Regeln" die Rolle des Nate Scarborough für sich entscheiden konnte.

Fazit

Der Mix zwischen Komödie, Drama und Sportlerfilm geht bei "Spiel ohne Regeln" ganz und gar nicht gut. Bis auf Adam Sandler, der in einer für ihn ungewohnt ernsteren Rolle zu sehen ist, und bis auf actionreiche Footballszenen, kann der Film nicht überzeugen und bleibt auf der Strecke.

Tanya Sarikaya - myFanbase
26.05.2010

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