Bewertung: 4
Lasse Hallström

Leuchten der Stille, Das

"The saddest people I've ever met in life are the ones who don't care deeply about anything at all."

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Inhalt

Eigentlich hat sich John (Channing Tatum) nicht unbedingt auf seinen zweiwöchigen Heimaturlaub gefreut. Er wollte surfen, den Strand genießen und versuchen, seinem Vater (Richard Jenkins) auch weiterhin aus dem Weg zu gehen. Doch dann kommt alles anders, als er Savannah (Amanda Seyfried) kennen lernt, die am Strand von North Carolina mit einer Gruppe freiwilligen Helfern ein Haus für bedürftige Leute baut. Keine zwei Wochen brauchen die beiden, um sich hoffnungslos ineinander zu verlieben. Doch dann muss John zurück in den Krieg und die Beziehung findet in zahlreichen Briefen ihre Fortsetzung. Es werden die Tage gezählt, bis John wieder zurück kann und danach die Tage bis zur möglichen Entlassung. Und obwohl John nichts lieber möchte, als zurück zu Savannah zu gehen, so ändert der 11. September 2001 auch seinen Entschluss, aus der Armee auszutreten. Er verlängert schließlich und bringt die Beziehung in eine noch größere Krise. Ist die Liebe der beiden groß genug, dies zu überstehen?

Kritik

"Go ahead and cry. You know you want to. Why else would you read a book by or, in keeping with our purposes here, see a movie based on a book by Nicholas Sparks?" schrieb die New York Times so treffend über Nicholas-Sparks-Verfilmungen. Denn bei welchem Autor sonst sind tränengefüllte Augen so sehr an der Tagesordnung wie bei Nicholas Sparks? Im Kino hing dieser Ruf zuletzt auch immer wieder an Lasse Hallström, der in Filmen wie "Chocolat" oder zuletzt "Haschiko" zahlreiche Zuschaueraugen nässte. Nun vereinen sich die beiden für einen Film, den Lasse Hallström nach der Buchvorlage von Nicholas Sparks inszeniert. Perfekte Kombination möge man denken, doch nach dem Ansehen des fertigen Films, ist man von dieser Meinung doch etwas weiter entfernt.

Obwohl einem noch nicht mal direkt klar ist, woran es eigentlich liegt. Viel wurde im Vergleich zum Roman nicht verändert, hier und da eine Szene eingefügt und sein Hauptcharakter hat eine ordentliche Beförderung bekommen, aber ansonsten erzählt der Film die gleiche Geschichte wie es das Buch tat. Und doch ist alles anders. Während im Buch den Charakteren Zeit gegeben wurde, sich näher zu kommen, schreitet hier alles viel zu schnell voran. Bestes Beispiel ist dabei die Geschichte rund um Johns Vater und Savannah. Während Savannah im Buch erst gegen Ende der zwei Wochen seinen Vater besucht, ist dies hier schon am Abend des ersten Dates der Fall. Da fragt man sich als geneigter Zuschauer doch, was in Teufels Namen dieses Mädchen reitet, direkt am ersten Abend, wo sie nur ein kleines bisschen von John über seinen Vater erfahren hat, diesen schon besuchen zu wollen? Die Antwort darauf bleibt der Film dem Zuschauer leider schuldig.

Auch ist die Beförderung vom einfachen Soldat in der Bodentruppe zum Soldaten in einer Elitegruppe nicht unbedingt förderlich, um den Charakter des Johns als den zu zeichnen, der er im Buch ist. Ein junger Mann, der sich jeder Verantwortung zuwider ist und der erst durch seine Liebe zu einer Frau und seine Verantwortung für seinen Vater erwachsen wird und selbst Verantwortung übernimmt. Auch die im Buch wunderbar geschriebene Vater-Sohn-Beziehung ist im Film leider nur noch eine auf wenigen Szenen basierende Geschichte, die es kaum schafft, zum Zuschauer rüberzukommen. Da hilft auch der großartige Richard Jenkins nicht mehr, der in seiner Rolle nicht mal annähernd sein Talent zeigen kann und dank der wenigen Screentime auch den Tiefgang der Figur nur erahnen lässt.

Allgemein kann man der Besetzung wenig Schuld an dem Resultat des Films geben, liefern Amanda Seyfield und Channing Tatum doch eine hervorragende Leistung ab. Ebenso wie der bereits erwähnte Richard Jenkins, für den es einem nur leid tut, dass so wenig Potenzial seiner Rolle genutzt wurde. Der Fehler dieses Films wurde eindeutig in der Inszenierung und dem Drehbuch gemacht, da sich Lasse Hallström einfach zu viel Mühe gibt, nicht in den Kitsch abzufallen und dabei völlig versäumt, den Film abzurunden. Auch dem jungen Drehbuchautoren Jamie Linden kann man für sein Werk hier wenig beglückwünschen. Zwar hat er mit den wenigen guten Vater-Sohn-Szenen den richtigen Riecher gehabt, aber dennoch eindeutig zu viel geschnitten. So bleibt "Das Leuchten der Stille" eindeutig hinter dem Buch zurück, das sich schon nicht als Highlight in der Nicholas Sparks-Reihe bezeichnen lässt.

Fazit

Aus einem mittelmäßigen Buch hat Jamie Linden ein noch mitelmäßigeres Drehbuch geschrieben, das selbst Lasse Hallström nicht mehr retten konnte. "Das Leuchten der Stille" ist weit entfernt von den großartigen Sparks-Verfilmungen wie "Wie ein einziger Tag". Über 105 Minuten wird dem Zuschauer eine Geschichte erzählt, mit der er kaum mitfiebern kann und mit der er schlussendlich auf eine gehörige Berg- und Talfahrt geschickt wird.

Eva Klose - myFanbase
02.05.2010

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