Bewertung: 8
Gabor Csupo

Brücke nach Terabithia

Entdecke einen Ort, den du niemals vergessen wirst und eine Freundschaft, die dich für immer verändert.

Foto: Copyright: Constantin Film
© Constantin Film

Inhalt

Der elfjährige und zeichnerisch begabte Jess Aarons (Josh Hutcherson) wird in der Schule oft gehänselt und auch in seiner Familie, die finanzielle Probleme hat, findet er keine Zuflucht. Als er aber auf Leslie (AnnaSophia Robb) trifft, die eine begeisternde Phantasie hat, findet er eine Freundin in ihr. Die beiden Außenseiter tun sich zusammen und finden im Wald ein Baumhaus, wo sie bald jeden Tag verbringen. Um aus der Realität zu fliehen, schaffen sie sich ein eigenes Fantasiereich, das sie "Terabithia" nennen...

Kritik

Der Film, dessen Handlung auf das gleichnamige Kinderbuch von Katherine Paterson beruht, kam im Jahre 2007 in die Kinos, ist gefloppt und hat ebenso schlechte Kritiken bekommen. Warum ich "Brücke nach Terabithia" trotzdem acht Punkte gebe, lässt sich gut erklären. Schon der Anfang ist sehr überraschend und anders, als man es zunächst erwartet. Was man erwartet, ist ein Fantasyfilm, der in der Liga von "Herr der Ringe", "Harry Potter" mit ein bisschen "Narnia" spielen möchte. Das ist aber ganz und gar nicht so, denn in "Brücke nach Terabithia" geht es um so viel mehr als Fantasy.

Das Genre des Films ist schwer einzuordnen. Sicher, es ist ein Fantasyfilm mit ein wenig Action, aber hauptsächlich beinhaltet der Film dramatische Mittel. So zeigt man das Leben zweier Kinder, die in der Schule gehänselt werden und auch zu Hause keinen Trost finden. Also flüchten sie sich in eine eigene fantastische Welt, wo sie ihre Probleme vergessen können. Die Tiefgründigkeit ist berauschend, die Charaktere sind mehr als überzeugend und die Handlung verspricht Spannung, Komik und Trauer. Leslie zeigt Jess eine völlig neue Welt, in der auch das Publikum problemlos eintauchen kann. Dabei soll gesagt werden, dass dieser Film nicht nur was für die Jüngeren ist. Auch die Erwachsenen können mitfiebern und sich verzaubern lassen. Die Animationen und Terabithia sind glaubhaft und gut gemacht, die Special Effects können punkten und die Handlung bleibt bis zum Ende spannend. Zwar kann der Film nicht mit den Effekten von "Herr der Ringe" oder "Narnia" mithalten, aber diesen Film mit den oben genannten zu vergleichen, ist Schwachsinn, denn schon allein das Budget war bei allen Filmen unterschiedlich hoch. Außerdem versucht "Brücke nach Terabithia" gar nicht, sich mit den großen Meisterwerken zu messen, sondern entwickelt eine ganz eigene Richtung. Es ist nicht Fantasy, sondern eher Drama. Viele ruhige Momente zum Nachdenken und vor allem der tränenreiche und schockierende Schluss unterstreichen den Film und zeigen, dass Fantasyfilme auch einen anderen Weg einschlagen können als die typischen, an die wir gewöhnt sind.

Leslie und Jess sind die Hauptcharaktere, und schon nach kürzester Zeit hat man sich in die Kinder verliebt. Mit so einer Sorgfalt und Tiefgründigkeit sind die zwei wie aus dem echten Leben gegriffen, sie sind Personen, denen man heute auf der Straße begegnen könnte. Keine Klischees, keine Übertreibungen. Schon lange habe ich nicht mehr so mit Charakteren mitgefühlt, wie in "Brücke nach Terabithia". Das mag auch an den fantastischen Schauspielern liegen. Es ist immer wieder schön zu sehen, dass nicht nur Erwachsene die tragende Rolle eines Films sein können, und die beiden Hauptdarsteller spielen die Erwachsenen buchstäblich an die Wand. Trotz seiner gerade mal 14 Jahre kann Hauptdarsteller Josh Hutcherson glänzen. Schon in "Zathura – Ein Abenteuer im Weltraum" und Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" hat er auf sich aufmerksam gemacht und vor ihm liegt sicherlich noch ein großer Karriereweg. Gleiches gilt für seine Filmkollegin AnnaSophia Robb, die man sicherlich aus "Charlie und die Schokoladenfabrik" kennt. Die beiden Jungstars spielen einfach großartig und harmonieren perfekt miteinander. Die Dialoge der beiden sind ebenfalls sehr amüsant und trägt zu den lustigsten Szenen des Films bei.

Fazit

Nicht nur das junge Publikum kann sich von "Brücke nach Terabithia" verzaubern lassen, denn auch die Erwachsenen können in die Welt von Terabithia problemlos eintauchen. Der Film ist kein typischer Fantasyfilm, sondern entwickelt seine eigene Richtung, was ihn unvergesslich macht.

Tanya Sarikaya - myFanbase
04.04.2010

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