Bewertung: 6
Paolo Barzman

Scriptum - Der letzte Tempelritter

Eines der ältesten und dunkelsten Geheimnisse des Vatikans droht entdeckt zu werden.

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Inhalt

Die Archäologin Tess Chayklin (Mira Sorvino) ist gemeinsam mit Clive Edmonston (Anthony Lemke) im New Yorker Metropolitan Museum auf einer Ausstellung, als unerwartet als Tempelritter kostümierte Reiter ins Museum eindringen und ein historisches Artefakt entwenden. Nachdem sie zunächst immer wieder Alleingänge wagte und dabei in Lebensgefahr geriet, schließt sich Tess mit dem FBI-Agenten Sean Daly (Scott Foley) zusammen. Beide versuchen die Auftraggeber ausfindig zu machen und geraten dabei in eine Verschwörung um das Geheimnis der Tempelritter. Jetzt werden sie selbst gejagt.

Kritik

"Scriptum - Der letzte Tempelritter" ist ein TV-Zweiteiler, der in Kanada produziert wurde und auf Raymond Khourys Bestseller-Roman "Scriptum" aus dem Jahr 2005 basiert. Khourys Roman erinnert ein wenig an Dan Browns "Sakrileg", doch der Autor hatte seinen eigenen Stil und das kam gut an. In den USA wurde diese Romanverfilmung im Januar 2009 ausgestrahlt. Raymond Khoury half außerdem bei der Erstellung des Drehbuchs mit.

Der Zweiteiler handelt von den Tempelrittern und einer Verschwörung innerhalb der Kirche. Die Tempelritter sind ein altbewährtes und sehr beliebtes Thema bei den Drehbuchautoren und Regisseuren. Bereits bei Kinofilmen wie "The Da Vinci Code - Sakrileg" oder "Königreich der Himmel" fand diese Thematik großen Anklang. Als Kinofilm hätte "Scriptum" meines Erachtens nicht funktioniert. Nicht weil er mit 172 Minuten zu lang wäre. Nein, im Kino gibt's ja Pauseneinlagen. Die Story hatte einfach zu oft ein paar zu langweilige Lücken, vor allem im ersten Teil, und es fehlte an den richtigen Special Effects à la Hollywood. Diese Verfilmung als Miniserie ins Fernsehen zu bringen, war die richtige Entscheidung.

So legte man im ersten Teil den Fokus hauptsächlich auf New York und die Alleingänge von Tess Chaykin, was nicht ganz so spannend war und deshalb nicht überzeugen konnte. Auch war mit Monsignor De Angelis, der von Victor Garber dargestellt wird, schnell der Bösewicht gefunden. Dass man dem Zuschauer so schnell verriet, wer der Bösewicht ist, fand ich wirklich unprofessionell. Mir hätte da ein vollkommen unerwarteter Moment mit ihm als Enttarnung mehr gefallen. Mehr Spannung, Action und auch unerwartete Wendungen gab es dann im zweiten Teil, der ohnehin einiges gut machte. Vor allem das Ende hat mich sehr überrascht, doch es war eines, das mich zufriedenstellte. Erwähnenswert bei dieser Romanverfilmung ist noch, dass die Story nicht nur in der Gegenwart spielte, sondern auch in der Vergangenheit. Das Zusammenspiel aus dem Jetzt und Damals wurde außerordentlich umgesetzt. Oft bekam man den Eindruck, beide Zeiten wurden parallel gezeigt. So wurde vieles greifbarer und man bekam ein besseres Gefühl für die Story.

Mira Sorvino und Scott Foley spielen die Hauptrollen in diesem Fernsehfilm. Sorvino war mir überhaupt kein Begriff, dafür aber Foley. Dieser konnte auch am meisten überzeugen, da Sorvinos Charakter oft den Drang zum Nerven und Übertreiben hatte. Foley dagegen spielte sogar Victor Garber, der neben Kenneth Welsh und Omar Sharif eine weitere Nebenrolle spielte, an die Wand. Die Besetzung gefiel mir insgesamt betrachtet sehr gut, auch wenn mir der Hype um Omar Sharif kurz auf den Magen schlug. Durch Trailer und anderweitige Werbung hatte man den Eindruck hinterlassen, er würde eine ganz große Rolle spielen. Ich hatte mich bereits darauf gefreut, ihn als eventuellen Bösewicht zu sehen. Doch dann kam alles ganz anders. Besonders haben mir von den Nebendarstellern Kenneth Welsh als skrupelloser Bill Vance und Rebecca Windheim als Mira Sorinos Serientochter Kim gefallen. Sicher fragt man sich als Zuschauer, wieso Omar Sharif überhaupt die Rolle übernommen hat bei so wenig Screentime, doch dafür muss man diesen Film wiederum sehen. Seine Rolle ist entscheidend für das Finale, weil die ganze Story wieder dort anfängt, wo sie begonnen hat. Das wird einem nicht sofort bewusst.

Der Zweiteiler schafft es zu unterhalten und nicht mehr wollten Suzette Couture, Raymond Khoury und Paolo Barzman mit dieser geheimnisvollen Geschichte rund um die Tempelritter und einer Verschwörung innerhalb der Kirche erreichen.

Fazit

Victor Garber hat es eigentlich gut auf den Punkt gebracht. Der Film ist eine Mischung aus "Indiana Jones" und "Illuminati". Wer Dan Browns Romane gelesen oder seine Romanverfilmungen gesehen hat, der wird auch an diesem Zweiteiler mit einer guten Story und Umsetzung seine Freude haben. Er schafft es zu unterhalten, ist spannend und voller Action, dazu gut besetzt, von Mira Sorvino abgesehen. Die beeindruckenden Drehorte Montréal und Marokko sowie die großartigen Kulissen tun ihr Übriges. So wirkte vieles noch realistischer.

Dana Greve - myFanbase
16.08.2009

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