Bewertung: 7
Neil Marshall

Doomsday - Tag der Rache

"Die Menschheit hat ein Verfallsdatum."

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Inhalt

Schottland, April 2008: In Glasgow bricht das hochansteckende "Reaper"-Virus aus, nun werden die Infizierten durch eine unüberwindbare Mauer von der Außenwelt isoliert und das Gebiet zur verbotenen Zone erklärt. Dennoch schafft es die Mutter der kleinen Eden Sinclair (Rhona Mitra) einen Soldaten zu überzeugen, ihre verwundete Tochter zu retten, bevor nach kürzester Zeit scheinbar jegliche Zivilisation ausstirbt.

Schottland im Jahre 2035: Nach all den Jahren tritt das "Reaper"-Virus plötzlich mitten in London auf. Da man kurz zuvor bemerkt hatte, dass einige Menschen in der Quarantänezone das Virus dank eines Heilmittels überlebt haben, wird eilig eine kampfbereite Truppe zusammengestellt, die in das infizierte Gebiet hinter der Mauer eindringen soll, um nach dem Heilmittel zu suchen. Zusammen mit ihrer Anführerin Major Eden Sinclair macht sich das Team auf den Weg, doch was sie hinter der Mauer erwartet, können sie sich nicht mal in ihren kühnsten Träumen vorstellen...

Kritik

Zunächst wird man wohl denken, dass der Film wieder nur einer dieser Zombie-Virus-Filme sein wird, doch spätestens nach der ersten halben Stunde wird man eines besseren belehrt. Schließlich sind die Zombies gar keine speicheltriefenden Stinker, sondern eine Horde von Punk-Kannibalen, die nun im wilden Schottland eine Party nach der anderen feiern.

Zu ernst sollte man den Film sicherlich nicht nehmen, denn immer wieder werden typische Zombiefilmklischees auf die Schippe genommen und so passiert es auch, dass die Gruppe rund um Eden nach kürzester Zeit von einer hochmodernen Stadt plötzlich im Mittelalter landet und Teil eines Gladiatorenkampfes wird. Was jetzt noch sehr eigenartig klingt, ist dennoch sehr unterhaltsam. Der Film spricht besonders die Menschen an, die einen sehr schwarzen Humor haben und auch gerne mal über absurde Dinge lachen. Dadurch, dass der Film doch immer wieder von den typischen Klischees abweicht, war es zu vermuten, dass er nicht für jedermann geeignet ist, und floppte somit auch an den Kinokassen. Doch davon sollte man sich ebenso wenig wie der Regisseur und Drehbuchautor Neil Marshall beeinflussen lassen und sich einfach auf ein ultraironisches und sarkastisches Filmspektakel freuen.

Leider ist der Film hierzulande ganz brutal gekürzt wurden, sodass etwa zehn Minuten des Originals fehlen. Zum Teil wurden ganze Szenen einfach entfernt oder durch andere Einstellungen ersetzt. Selbst vor einigen sehr witzigen Szenen wurde nicht halt gemacht und somit geht leider einiges an Spiel, Spaß und Spannung verloren. Schade und wirklich sehr ärgerlich, aber das lässt sich (vorerst?) nicht ändern. Der Geschichte an sich tut es keinen Abbruch, wenn man sich jedoch mal einen Überblick über die geschnittenen Szenen verschafft, weiß man, wovon ich rede.

Natürlich ist es auch nicht von der Hand zu weisen, dass "Doomsday" an Filme wie "Mad Max", "Planet Terror" und "Die Klapperschlange" erinnert, aber dennoch schafft es Neil Marshall, seine eigene Geschichte zu erzählen. Selbst Rhona Mitra erinnert in ihrer Rolle als Eden Sinclar ein wenig an Kate Beckinsale in den "Underworld"-Filmen und so ist es wohl nicht verwunderlich, dass sie Kate Beckinsale im "Underworld"-Prequel als Hauptcharakter ablöst. Rhona Mitra beweist, dass sie sich mit weiblichen Filmheldinnen wie beispielsweise Angelina Jolie ("Tomb Raider"), Milla Jovovich ("Resident Evil") oder Kate Beckinsale ("Underworld") messen kann. Auch Craig Conway, der den Anführer der Kannibalen-Horde Sol spielt, und Malcolm McDowell als König der Mittelalterriege, machen ihre Sache wirklich gut und besonders Craig Conway trägt einiges zum Humor des Filmes bei.

Also ein Rat zu guter Letzt, bevor ihr mit dem Film beginnt: lehnt euch einfach zurück, öffnet eine Tüte Chips und eine Flasche Cola und denkt bloß nicht über Logik oder Sinn einiger Szenen nach, denn das ruiniert nur den ganzen Spaß am Film. An manchen Stellen kann der Film sicherlich auch mehr durch seine Splattermomente überzeugen, als durch die Story an sich, doch was soll's. Sowas muss auch mal sein.

Fazit

"Doomsday" ist ein Mix aus manchmal doch sehr brutalen Action-Horrorszenen und nachtschwarzem Humor zu einem sehr ironischen und sarkastischen Filmspektakel. Der Film ist für diejenigen zu empfehlen, die nicht jeden Film todernst nehmen und keinen typischen Zombiehorror erwarten. Den anderen wäre zu raten, dass sie sich lieber Filme wie "28 Days Later" bzw. "28 Weeks Later", die "Resident Evil"-Reihe oder "Dawn Of The Dead" anschauen.

Anja Schmidt - myFanbase
02.01.2009

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