Bewertung: 8
Danny Boyle

28 Days Later

Es ist nicht die Pest, es ist nicht die Vogelgrippe, es ist viel schlimmer...

Foto: Copyright: Twentieth Century Fox Home Entertainment
© Twentieth Century Fox Home Entertainment

Inhalt

Als Fahrradkurier Jim (Cillian Murphy) aus dem Koma erwacht, sind die Straßen seiner Heimatstadt London wie ausgestorben. Für einen Moment scheint es, als sei Jim der letzte Mensch auf Erden, doch schon bald wünschte er, es wäre tatsächlich so, denn wie sich herausstellt, hat ein Virus den Großteil der Bevölkerung Englands in blutrünstige, Zombie-ähnliche Wesen verwandelt, die jeden Menschen attackieren. Gemeinsam mit einer Handvoll weiterer Nicht-Infizierter kämpft Jim ums Überleben.

Kritik

Die meisten Zombie-Filme, wie z.B. "Dawn of the Dead", sind ja ganz nett, doch in der Regel können mich die hirnlos umherwankenden Untoten nicht überzeugen, da sie meist eher unterbelichtet als unheimlich wirken. Bei "28 Days Later" ist das anders. Die Zombies in diesem Film wirken beängstigend, da sie in ihrer rasenden, blutrünstigen Wut durchaus zielstrebig vorgehen und zugleich eine tragische Aura haben, denn man weiß, dass sie eben noch normale Menschen waren, die durch ein Virus schuldlos zu Bestien wurden.

Die erste Hälfte dieses Films ist wirklich sehr gelungen. Die Bilder des menschenleeren Londons sind beeindruckend und beklemmend. Wir sehen sowohl langsame, ruhige Bilder, in denen die Nicht-Infizierten im Vordergrund stehen, wie auch schnelle, hastige Szenen, in denen die Zombies auftreten. Dieses Wechselspiel ist gut gemacht und schafft eine spannende Atmosphäre.

Die zweite Hälfte des Films gefällt mir nicht ganz so gut. Hier sehen wir, wie eine Einheit nicht-infizierter Soldaten zur Bedrohung für Jim und seine Mitstreiter wird, da die Soldaten angesichts der Katastrophe jede Moral vergessen und immer grausamer werden. Dabei kommt es zwar zu einigen interessanten Dialogen über Menschheit und Zivilisation und zu durchaus spannenden Szenen, dennoch finde ich den schon nach so kurzer Zeit erfolgenden Menschlichkeitsverlust von Männern, die eigentlich für Extremsituationen ausgebildet sind, nicht ganz überzeugend. Auch ist die Atmosphäre in dieser zweiten Hälfte des Films nicht mehr ganz so unheimlich, sondern erinnert mehr an einen Actionthriller mit viel Krawumm.

Fazit

Trotz einiger Abstriche ist der Film insgesamt sehr sehenswert.

Maret Hosemann - myFanbase
04.05.2007

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