Bewertung: 5
Roger Spottiswoode

James Bond 007 - Der Morgen stirbt nie

"The distance between insanity and genius is measured only by success." - Elliot Carver

Foto: Copyright: Twentieth Century Fox Home Entertainment
© Twentieth Century Fox Home Entertainment

Inhalt

Medienmogul Elliot Carver (Jonathan Pryce) ist ein eiskalter Business-Hai, der am Weltfrieden zündelt, um die Auflage seiner Zeitung "Der Morgen" zu steigern. Als Herr eines Satellitensystems hat er Zugang zu jedem Bildschirm dieser Erde. Mit Hilfe seines für Radargeräte unsichtbaren Super-U-Bootes schürt er einen potenziellen Krieg zwischen China und Großbritannien, um dann im neurevolutionären Reich der Mitte exklusive Medienrechte zu erhalten.

Eine solche Provokation kann sich der britische Geheimdienst nicht gefallen lassen und fährt schwere Geschütze auf: Man schickt James Bond (Pierce Brosnan) ins Rennen, um ihn aufzuhalten. Bei seiner Arbeit trifft er auf die chinesische Geheimagentin Wai Lin (Michelle Yeoh).

Kritik

Der zweite James Bond-Streifen mit dem Hauptdarsteller Pierce Brosnan sollte laut den Produzenten den Vorreiter "Golden Eye" in den Schatten stellen und zudem die Begeisterung für den neuen Hauptdarsteller erhöhen. Doch leider misslingt ihnen dies in einem Punkt: Die Geschichte ist nicht wirklich spektakulär und statt den Erzrivalen Russland und den USA, gibt es jetzt die zwei anderen Weltmächte China und Großbritannien. Doch wo bitte ist Großbritannien heute noch eine Weltmacht? Darüber lässt sich streiten, doch wirtschaftlich als auch militärisch gesehen spielt das ehemalige Imperium keine große Rolle mehr in unserer Gesellschaft. Umso mehr hätte die Geschichte gezündet, hätte sich die Rivalität auf China und die USA bezogen. Diese Verwicklung kann man für das Jahr 1997 jedoch verzeihen, da es zu dem Zeitpunkt nicht unbedingt auszumalen war, wie sich die Dinge entwickeln würden.

Desweiteren spricht der Film ein heikles Thema in unserer jetzigen Gesellschaft an. Ein Wirtschaftsmogul oder eben in dem Fall der Medientycoon, der überall auf der Welt seine Mitarbeiter hat - die Macht, die ein einziger Mensch besitzt. Eine solche Macht haben heute sehr viele Personen, nicht zuletzt der Medienmogul Rupert Murdoch, die Öl- und Energiekonzerne, das Schattendasein der Fondsgesellschaften, bei denen man nicht wirklich weiß, wer genau dahinter steht, oder eben auch Politiker, die in irgendeiner Weise ihre Macht missbrauchen, und das nicht nur in Schwellländern.

Im Film selbst gibt es auch wieder schöne, und dieses "schöne" ist nicht positiv gemeint, Anspielungen auf die deutsche Nazidiktatur, denn so erinnert der Schauspieler Jonathan Pryce, welcher den Tycoon spielt, an einen alten Nazihasen, der es sich nicht nehmen lässt, gut durchtrainierte, nicht selbstdenkende Männer arischer Abstammung als Leibgarde einzustellen.

Nichtsdestotrotz leistet Pierce Brosnan gute Arbeit. Er verkörpert James Bond sehr gut als lässigen, intelligenten und den Reizen der Frauen nicht wiederstehenden Agenten. Ebenso haben Michelle Yeoh und Teri Hatcher eine gute Leistung abgelegt.

Einen großen Pluspunkt gibt es für die Actionszenen, vor allem für die, welche in der vietnamesischen Stadt Saigon sein sollen.

Fazit

Ein actiongeladener "James Bond"-Film, der es mit der Realität und der Logik nicht sehr ernst nimmt.

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Ignat Kress - myFanbase
17.11.2007

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