Bewertung: 7
Len Wiseman

Stirb langsam 4.0

BOOM! General Rantanplan ist nach über zehn Jahren wieder "on the road" um den bösen Jungs Feuer unterm Hintern zu machen. Der Jack Bauer aus den 80ern, John McClane, zeigt in alter MacGyver-Manier, wie man ganze Häuserblocks noch mit der Hand zerlegt anstatt mit CGI.

Foto: Copyright: Twentieth Century Fox Home Entertainment
© Twentieth Century Fox Home Entertainment

Inhalt

Der Titel lautet "Stirb Langsam 4.0". Ein Film für die Web 2.0 Kommunen. Ja, der Titel ist clever gewählt, denn Hacker bedrohen die Welt. Zu Zeiten, wo wir praktisch nicht mehr unabhängig von der Technik agieren können, eine wirklich schlimme Bedrohung. Zum Glück gibt es John McClane, denn aus "Hackerpeter wird Kacke später".

Teil 1 von John McClanes Auftrag lautet: bring den Hacker Matt Farrell zum Verhör. In seiner freakigen Wohnung angekommen, wird schnell klar, dass erstens alle Hacker Freaks sind und nur Merchandise-Artikel statt IKEA-Möbel besitzen. Zweitens gehört Matt Farrell nicht zu den Bösen und drittens sind die bösen Hacker schwer bewaffnet und schießen. Was wäre auch "Stirb Langsam 4.0", wenn man nur mit Einsen und Nullen um sich haut? Wahrscheinlich "Stirb Langweilig". Matts Hackerkollegen sind nicht mehr am Leben und Oberboss Thomas Gabriel hat Amerika "under attack". Kleine Popelpolizisten stellen für Gabriel keine Probleme dar, nur John McClane ist ein harter Brocken. Ein verdammt harter Brocken. Und wenn Gabriels Plan aufgehen soll, muss John McClane sterben... Teil 2 vom Auftrag lautet: Watch out for Gabriel

Kritik

Nach "Rocky Balboa" nun der nächste "Retro Film". Nächstes Jahr kommt ein neuer "Rambo", Gottschalk und Krüger wollen es ebenfalls noch einmal wissen. Heidewitzka! In "Stirb Langsam 4.0" kracht es auf der Leinwand. Es kracht sogar mächtig gewaltig! Olle Bruce Willis gibt alles und dem Zuschauer wird kaum eine Verschnaufpause gegönnt. Düsenjets, Autobahnen, Helikopter, Häuser, alles wird einem um die Ohren gehauen. Das beste ist, sämtliche Effekte sind handgemacht. Das merkt man und es fühlt sich im Kino großartig an. Nur hin und wieder musste "der gute alte Compi" doch angeschmissen werden. "Stirb Langsam" war in alter Tradition ein "realer" Actionfilm. Es gab keine Superhelden, keine Transformers. Alles echte Menschen und auch der Held der Geschichte hat Auaweh. "Stirb Langsam 4.0" ist nicht mehr direkt alte Schule. Der Film richtet sich an ein junges Publikum, ist also dementsprechend modern gestaltet. Len Wiseman, der mit seinen "Underworld"-Produkionen nur solala Filme ablieferte, haut mit "SL 4" einen ganz dicken Brocken raus. Für die modernen Komponenten war er eine gute Wahl. Wiseman hält sich größtenteils an vergangene Action und lässt seine Handschrift durchblitzen.

Wenn unter McClane riesige Brücken einstürzen und er lebend wieder rauskommt, ja also da ist schon eine starke, für Wiseman typische Überzeichnung zu erkennen. Auch die Schurken können quasi durch die Gegend schweben. Dieser abgeguckte "Matrix–Underworld-Look". Das kann man durchaus als Kritikpunkt sehen, weil es in einem "realen" Actionfilm doch sehr aufgesetzt wirkt. Bruce Willis war aber zum Glück daran gelegen, dass der Film ein vernünftiges Spektakel wird, sonst hätte Wiseman wohl mehr "Wiseman" eingebaut. Aber am Ende, und das ist am wichtigsten, unterhält der Film prächtig auf ganzer Linie. Die tollen Onliner, die ihre Hochburg in den 80ern hatten, funktionieren wie eh und je. Schauspielleistungen kann man in solchen Filmen kaum erwarten, mal abgesehen von der harten Arbeit an den Stunts. Bruce Willis nimmt man im zarten Alter von 52 Jahren aber ohne Zögern den Actionman ab. Timothy Olyphant als Bösewicht hat leider fast gar nichts zu bieten. Einen tollen Moment hat er, eine sehr leise Stelle, kurze "Andacht". Maggie Q sticht heraus. Sie ist nicht nur sexy, sondern wirklich als böse böse Frau glaubwürdig. Seltsam ist, warum man bei Fox eine Freigabe ab 12 Jahren wollte, was den Fans der Reihe schon Angst machte, der Film sei zu harmlos. Nein, "SL 4" bietet knallharte Action! FSK 16 zu Recht. Verhält sich ähnlich wie mit den Bond Filmen… Aber die FSK ist eh so ein Ding für sich.

Fazit

"Stirb Langsam 4.0" ist ein Film, den man definitiv im Kino gesehen haben muss. Als Actionfan sowieso. Hartgesottene 80er Fans werden sich sicher an der Modernisierung stören. Geht lieber nicht rein, sonst versaut ihr den anderen ihren Spaß.

René von Bork - myFanbase
27.06.2007

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