Bewertung

Review: #6.01 Sünden

Foto: James Denton, Desperate Housewives - Copyright: 2010 ABC Studios
James Denton, Desperate Housewives
© 2010 ABC Studios

Never Underestimate A Housewife – Unterschätze niemals eine Hausfrau. So lautet der Slogan, den ABC für die 6. Staffel von "Desperate Housewives" ausgewählt hat. Und wenn man diesen Spruch so liest, möchte man fast meinen, dass die Verantwortlichen selbst eingesehen haben, dass die vergangene fünfte Staffel nicht gerade ein Glanzstück in der Geschichte dieser Serie war. Ja, auch ich war ziemlich enttäuscht von der Staffel, vor allem was die zweite Hälfte betrifft. Doch obwohl das Finale auch nicht wirklich die große Offenbarung war, so ließ es uns mit einigen Plots zurück, die doch ziemlich interessant schienen und einiges an Potential mit sich brachten, eine spannende 6. Staffel zu gestalten. Nun, jetzt befinden wir uns also am Anfang der neuen Staffel und der Auftakt war schon einmal sehr vielversprechend ...

Never underestimate a furious bride

Fangen wir doch gleich mal mit dem "großen" Cliffhanger an, mit dem man die Fans in die Sommerpause entließ: die Frage, ob Mike nun Susan oder doch Katherine geheiratet hat. Es ist ... Susan. Mal ehrlich! Wer hätte das gedacht? Ungefähr 99,9% aller DH-Fans? Für mich jedenfalls war es klar, dass die beiden wieder zusammen kommen. Dass die Autoren das Paar allerdings so schnell wieder zusammenkommen und gleich wieder heiraten (!!) lassen, hätte ich dann jedoch nicht erwartet. Aber ok, ich habe mich schon genug über die beiden aufgeregt, weshalb ich hier jetzt nicht wieder damit anfangen möchte. Wichtig für mich ist eigentlich nur, dass es bitte, bitte kein Hin und Her mehr zwischen Mike und Susan geben soll ... bitte.

Aber statt mich über die unüberraschende Auflösung des Cliffhangers zu beschweren, kommen wir nun mal zu der positiven Facette dieser Storyline: die verlassene Braut Katherine. Ihre fast schon krankhafte Wut gegenüber Susan sorgte für unglaublich witzige Szenen, wie zum Beispiel als Katherine Susans Brautkleid an hat und dabei eine Tomatensauce zubereitet ... wirklich zu köstlich. Also die Szene, nicht die Tomatensauce. Dana Delany hat die verbitterte Katherine wirklich perfekt in Szene gesetzt. Was in Staffel vier noch ein wirklich toller Charakter war, verlor in Staffel fünf im Prinzip alle Eigenschaften und so hatte Katherine kaum noch Profil, weshalb auch die arme Dana eigentlich nichts zu tun hatte, was schade ist, da sie wirklich Talent hat.

Susans Rede an Katherine war ziemlich emotional und ein starker Auftritt von ihr. Ich muss natürlich auch sagen, dass ich Katherine irgendwo wirklich verstehen kann, dass sie so verletzt ist, schließlich war Mike anscheinend ihre große Liebe. Als Katherine Susan nach ihrer Rede dann umarmt hat, war ich mir unglaublich sicher, dass sie Susan verzeiht. Doch als sie dann leise in Susans Ohr flüstert, dass die Rede leider gar nichts gebracht hat, war ich wirklich überrascht und habe mich gefreut wie ein Osterhase. Denn das was jetzt auf uns zukommt, wird mit Sicherheit ein schmutziger Zickenkrieg, der vor allem von Katherine geführt wird. Und diese hat bestimmt so Einiges auf Lager ...

Never blackmail a Redhead

Karl und Bree! Herrlich! Wie sehr ich mich doch auf die beiden gefreut habe. Ja, Bree und ihre Affäre mit Karl hat es besonders schwer bei mir gehabt, da ich große Erwartungen an diese Storyline hatte. Und sagen wir es kurz: es war fantastisch! Gerade weil Bree und Karl eigentlich überhaupt nicht zueinander passen, passen sie so perfekt zusammen. Vor allem Bree hat mir in dieser Episode toll gefallen, da ich endlich die Bree wieder gesehen habe, die mir in der ersten Staffel mit ihrem Perfektionismus so sympathisch war, obwohl ich Perfektionisten eigentlich mehr als unsympathisch finde. Ok, Schluss jetzt mit den ganzen Paradoxien. Aber Fakt ist: wer verweigert schon den ersten Sex mit seiner Affäre, weil die Bettdecke im Motelzimmer nicht zu dem Teppich passt? Wer geht daraufhin mit seiner Affäre in ein Geschäft, um neue Bettwäsche und Kerzen zu kaufen? Ganz recht: Bree. So perfektionistisch, so penibel, so, wie ich sie gern habe.

Außerdem bleibt nicht zu vergessen, dass sie trotzdem eine enorme Wandlung durchgemacht hat. Endlich ist sie etwas offener, etwas lockerer und nicht mehr so konservativ. Doch noch sieht man, wie ungewohnt diese neue Art für sie selbst ist, was wiederum herrlich mit anzusehen ist. Mitleid mit Orson habe ich übrigens nicht, da er mir in der fünften Staffel immer unsympathischer wurde und mir das Paar Bree/Karl tausendmal besser gefällt. Und letztlich ist er wirklich selbst schuld, wenn er erst ein Verhalten an den Tisch legt, das mehr als unverständlich ist und dann auch noch seine Frau erpresst. Tja, ich sag es ja: Erpresse niemals eine Rothaarige.

Never overestimate an overtaxed Mother

Schwanger mit Zwillingen. Meine Glückwünsche Lynette, oder eher mein Beileid? Die Arme hat doch wirklich schon alles erlebt und durchgestanden: ADS – Kinder, einen Tornado, ein Geiseldrama und Krebs. Doch die erneute Schwangerschaft bringt sie wohl doch zu stark an ihre Grenzen. Anfänglich dachte ich noch, dass sie natürlich nicht glücklich über die Situation ist, aber das schon meistern wird. Dass es ihr jedoch wirklich solche Probleme bereitet, damit hätte ich nicht gerechnet. Und diese Verzweiflung wurde, mal wieder, von Felicity Huffman so überragend gespielt, dass ich Gänsehaut bekommen habe. Liegt vielleicht aber auch an ihrer Aussage, dass sie ihre Babys nicht liebt, die sie in ihrem Bauch trägt. Was für eine hartes Statement, zumal die Kinder wohl am wenigsten etwas dafür können. Insgesamt eine wirklich starke und emotionale Storyline, mit gut pointierten Humor, was die Szene beim Gynäkologen zeigt, als Lynette eine werdende Mutter in absolute Panik versetzt. Auch ein Lob an die Autoren (was bei mir ja so oft vorkommt wie die Verlängerung einer qualitativ tollen Serie in den USA – hach, wie ich "Pushing Daisies" doch hinterher trauere), dass sie es schaffen, in diese wohl eher drückende Storyline den nötigen Humor nicht zu vergessen.

Never trust a naive Teenager

Gaby vs. Ana – was für ein Kampf! In der Tat wirkt Ana wie eine jüngere Ausgabe der alten Gaby ... auch, was ihre Tricks angeht. Ich finde es schon fast ironisch, dass ausgerechnet Gabrielle diejenige ist, die sich aufregt, wenn Ana mit einem bauchfreien Top in die Schule will oder die dagegen ist, dass sie nachts in eine Disco geht. Ich bezweifle ziemlich stark, dass Gaby als Teenager in einem Nonnendress zur Schule gegangen ist. Was Gabys Durchgreifvermögen betrifft .. nun ja, da könnte die SuperNanny wohl einpacken. Ich habe noch nicht gesehen, dass Katharina Saalfrank eine Disco stürmt um ihr Schützling zu finden, was übrigens eine der lustigsten Szenen dieser Folge war.

Ana an sich ist sicherlich ein guter Charakter, da er einfach genau die jüngere Gaby widerspiegelt. Jedoch bin ich auch ein wenig enttäuscht. Carlos’ Tante hatte schließlich erwähnt, dass Gaby und Carlos noch bald genug erfahren werden, das mit Ana nicht alles stimmt, was mich ziemlich hellhörig gemacht hat. Nun, hat sie damit also nur gemeint, dass Ana ein zickiges, naives Gör ist, das sich von niemandem etwas sagen lässt? Na, dann muss ich leider sagen, dass das gar nicht so ungewöhnlich für eine 16-Jährige ist. Man muss nur mal in das Nachmittagsprogramm von Pro7 reinschauen.

Dass Gaby letztlich die Adoptionspapiere für Ana unterschrieben hat, wird im weiteren Verlauf der Staffel wohl noch für einige gute Szenen sorgen, auch wenn ich bis jetzt noch keinen Spannungsfaktor in dieser Storyline sehe. Aber gut, wir sind geradeeinmal bei der ersten Folge und dafür ist der Plot in dieser Episode wirklich gut gelungen.

Never judge a Book by Its Cover

Neue Nachbarn, neues Staffelgeheimnis, neues Glück. Traditionell wird uns im Staffelauftakt die neue Familie/Person vorgestellt, um die sich das Staffelgeheimnis dreht. Nach den Applewhites und den Mayfairs nun die Bolens, bestehend aus Mutter Angie, Vater Nick und Sohn Danny.

Erste Frage: ist die Familie interessant? Jein. Während man vom Vater noch nicht viel gesehen hat, ist Danny mir ziemlich suspekt. Angie hingegen finde ich recht interessant. Sie scheint ziemlich temperamentvoll zu sein und weiß genau was sie will. Mit ihr lässt sich einiges anfangen, doch allgemein hat man von den ganzen Bolens noch nicht viel mitbekommen. Aber wie bereits gesagt: ist erst die erste Folge.

Zweite Frage: Sind die geheimnisvoll? Wieder ein jein. Das Geheimnis scheint irgendetwas mit ihrem Sohn zu tun zu haben. Und dass dieser nicht gerade aggressionslos ist, hat man bei der Streitszene zwischen ihm und Julie gesehen (wobei es mich dringend interessiert, weshalb sich die beiden so zerstritten haben). Angies (Brand?)Narbe am Rücken gegen Ende hat ihr Nötigstes getan, nämlich, mich gespannt aufschauen lassen mit der Frage: was zum Teufel ist da passiert?!

Der Cliffhanger am Ende war recht interessant, auch wenn wohl keiner glaubt, dass Julie nun tot ist. Die Frage ist hier, wer sie gewürgt hat und weshalb. War es Nick? Nein, das wäre zu einfach. Ich glaube fast, dass es der Vater war. Doch nein, das wäre ja irgendwie auch zu einfach. So leicht würde es uns Marc Cherry mit Sicherheit nicht (noch einmal) machen.

Fazit

Mit Zickenkriegen, Affären, Geheimnissen, Dramen und einer perfekten Portion Humor startet die 6. Staffel der Desperate Housewives mit all dem, was mir an der Serie so sehr gefallen hat. Wirklich jede Storyline hat das Potential dazu, die Serie wieder zu ihren Glanzzeiten zurückzuführen, was mich als Fan unglaublich erleichtert.

Bleibt jetzt nur abzuwarten, ob diese Staffel das Niveau auch hält und das Potential voll ausgeschöpft wird.

Manuel H. - myFanbase

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