Interview mit Sarah

Die Herzen der Fans eroberte Sarah Michelle Gellar als Titelheldin der TV-Serie "Buffy - Im Bann der Dämonen". Da kämpft die 25-jährige New Yorkerin erfolgreich gegen böse Jungs, Monster und Höllenwesen. Jetzt dreht sie den Spieß um. Gibt in der Comic-Verfilmung "Scooby Doo" das arme verzweifelte Mädchen.

In "Scooby Doo" geht es um einen sprechenden Hund und eine Truppe Geisterjäger. Sie spielen Daphne, die entweder gefangen gehalten wird oder um Hilfe schreit. Wie viel kann man da von sich selbst mitnehmen?

S.M.G.: Nicht sehr viel. Die Charaktere waren schon abgesteckt. Wie sie sich bewegen, wie sie reden und was sie denken, all das ist in die Erinnerung der Fans gebrannt. Es gibt in Amerika kaum einen Tag, an dem nicht mindestens eine Folge von Scooby Doo läuft. Dem gerecht zu werden war wichtiger, als mein Ego auf die Leinwand zu bringen. Wir sind schon sehr verschieden.

Vor allem, wenn man bedenkt, dass Sie einige Kampfsportarten beherrschen und als "Buffy" die Welt vor Vampiren und sonstigen Unwesen retten?

S.M.G.: Aus diesem Grund war es ein wahnsinniger Spaß. Es hat mich immer genervt, dass mir keiner das Mädchen in Not und das naive kleine Entchen zutrauen wollte. So konnte ich endlich mal meine Schwächen ausleben.

Es hat ziemlichen Seltenheitswert, dass sich eine Schauspielerin mit Begeisterung auf ein "kleines Dummchen" stürzt.

S.M.G.: Ich sehne mich eben manchmal genau nach den Rollen, die andere als billiges Kleinmädchen- Klischee ablehnen. Vor der Kamera war es eine große körperliche Herausforderung, ständig gekidnappt und gefesselt durch die Gegend geschleudert zu werden. Und dazu in winzigen Kostümchen auf hochhackigen Schuhen herumzulaufen. Eine echte Tortur.

Durch die jahrelange Arbeit bei "Buffy" müssten Sie doch Stunts und Strapazen eigentlich gewohnt sein?

S.M.G.: Sicherlich, aber da bin ich immer völlig ausgepolstert. Hier musste ich die Schläge persönlich einstecken, was zu einer ziemlich bunten Erfahrung für meinen Körper wurde. Und am Ende des Films gibt es eine grandiose Kampfszene im Stil der Hongkong-Filme. Artistik an mehreren Drahtseilen, womit ich keine Erfahrung hatte. Für diese Szene haben wir zweieinhalb Wochen gebraucht.

Sie stehen mit "Buffy" für die Frauen, die in letzter Zeit die frühere Leinwand- und Bildschirmdominanz männlicher Actionhelden angreifen.

S.M.G.: Es wurde auch Zeit. Das Fernsehen hat früher begriffen, dass auch Frauen Helden sein können. Es ist immer noch nicht so, dass solche Projekte im Kino offene Türen einrennen. Man merkt Fortschritte, aber eine Selbstverständlichkeit ist es noch lange nicht. Ich finde es auf jeden Fall eine gute Botschaft, dass Frauen nicht immer einen Mann brauchen, um gerettet zu werden.

Wie fühlt man sich als Heldenikone für das Teenager-Publikum?

S.M.G.: Es ist eine Ehre. Es bedeutet, dass Menschen die Serie mögen und meine Arbeit offenbar auch. Deshalb macht man es.

Quelle:rtv.online



Nina - myFanbase
04.08.2002 00:00

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