Bewertung: 7

Review: #4.10 Die Hitze der Hölle im Himmel

#4.10 The Passenger in the Oven ist eine sehr amüsante Folge – mit einer merkwürdigen Dissonanz am Schluss. Zunächst einmal: Das ganze Setting – abgeschlossener Raum, Deadline für die Ermittlung, Zwang zur Improvisation – bot einen hübschen Rahmen für Spannung. Die Quasi-Einheit von Zeit, Ort und Handlung wurde allerdings mal wieder etwas aufgestemmt durch den Internet-Kontakt mit dem Team im Jeffersonian. Deren Teilnahme an der Investigation war zwar notwendig, trotzdem wirkte diese bequeme Art der Kommunikation etwas fade. Sei's drum.

Was sich aus der Ausgangslage entwickelte, war jedenfalls für "Bones"-Verhältnisse fast schon albern, was mich jedoch nicht gestört hat. Booth' Kabbeleien mit der Stewardess, die Krimi-Omi mit ihrem nützlichen Fachwissen, Brennan mit (unmöglicher) Brille – der Unterhaltungsfaktor war definitiv hoch, und diesmal war er ein eher szenischer denn dialogischer. Bones’ spontane und kreative Experimente, um fehlendes Equipment zu kompensieren, waren ebenfalls sehr unterhaltsam. Und die Interaktion zwischen Brennan und Booth läuft inzwischen geradezu traumwandlerisch sicher, was das Timing der Pointen, Variation von Tempo und Stimmung ihrer Auseinandersetzungen angeht. Diese Vertrautheit zu beobachten macht einfach Spaß. Allerdings kippt das Ganze dann doch immer öfter mal in puren Nonsens – was ja unter Freunden auch mal sein darf, und man merkt, dass die Darsteller selbst das ziemlich lustig finden und wohl einiges davon einfach improvisiert ist. Es sollte nur nicht zu selbstverliebt werden bzw. zum puren Selbstzweck verkommen.

Damit wäre ich auch schon bei der Auflösung des Falles: Dass sich das angeheiterte Bürschchen als Mörder entpuppt, hat mich doch überrascht. Und im Grunde war es eine dem Humor der Episode gegenüber fast unangemessen tragische Entwicklung, die sich in den beschwingten Ton dann ganz und gar nicht mehr einfügen wollte. Schließlich wurde da gerade mal quasi als Kollateralschaden eine ganze Familie zerstört, die durch die tödliche Krankheit der Mutter ohnehin schon schwer belastet war. Angela wurden zwar ein paar mitleidige Worte in den Mund gelegt, aber die waren kaum mehr als eine salvatorische Klausel.

Insgesamt sticht die Episode durch die besondere Ermittlungssituation, den Einfallsreichtum und den wie immer gelungenen Humor heraus. Dass man auf die Idee, nach Blutspuren zu suchen, auch gleich zu Anfang hätte kommen können bzw. dass die wesentliche Information (der Name von Elizabeth’ Affäre) Booth natürlich genau im richtigen Augenblick erst erreicht – geschenkt. Die Episode macht Spaß, und das reicht mir.

Melanie Holtmann - myFanbase

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