Bewertung

Review: #2.10 Wolf im Schafspelz

Foto: Paul Blackthorne, Arrow - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Paul Blackthorne, Arrow
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Nachdem man in den zwei letzten Folgen den Charakter Barry Allen, welcher im Spin-Off "The Flash" spielen wird, eingeführt hat, greift man nun die offenen Handlungsstränge auf und führt diese weiter. So spitzt sich die Sache um Sebastian Blood zu und auch auf der Insel führen die Veränderungen durch das Mirakuru in Slades Charakter zu Differenzen zwischen ihm, Oliver und Sara.

"He is committing suicide and he is to invite the entire city to join him."

Der Bombenleger selber als Charakter wurde nicht vertieft, doch seine Taten beeinflussten mehrere Handlungsstränge, die dadurch auch weiter vorangetrieben wurden. Doch dazu später mehr. Was die Bomben beziehungsweise die Botschaft dahinter gut verdeutlicht hat, ist die Stimmung, welche immer noch in Starling City herrscht. Es scheint, als habe jeder Recht und Ordnung selber in die Hand genommen. Manche verfolgen die Verbrecher auf eigene Faust, andere nutzen die Unsicherheit der Menschen um Verbrechen zu begehen und andere wollen mit Terroranschlägen auf die Lage und die Ungerechtigkeit Aufmerksam machen. Eigentlich herrscht ein vollkommenes Chaos in der Stadt und verschiedene Parteien versuchen dem Herr zu werden.

Hier kristallisieren sich dann auch gleich zwei Herangehensweisen heraus um dieses Chaos zu bekämpfen. Während die Polizei und auch das Team Arrow versucht ein Verbrecher nach dem anderen dingfest zu machen, will Sebastian Blood das Selbstvertrauen der Menschen wieder stärken, so dass diese sich nicht mehr vor Angst verkriechen, sondern sich den Problemen der Stadt stellen und diese selber angehen. Grundsätzlich sind beide Methoden zusammen wohl die beste Lösung, doch wie wir jetzt wissen, verfolgt Sebastian Blood wohl ganz andere Pläne und so erklärt sich auch sein Verhalten immer besser, denn es scheint so, als wolle er die Menschen in gewisser Weise dazu aufrufen sich selber zu wehren, was schlussendlich in Selbstjustiz enden wird.

"Blood also knew Cyrus Gold, the man, who shot and killed four police-officers."

Während Oliver sein Vertrauen zu Sebastian auf privater Ebene ausbaut, sieht es so aus, als hätte er auch als Arrow vertrauen in seinen Freund gefasst. Überhaupt hat Sebastian Blood es geschafft, mehr oder weniger die ganze Stadt für sich einzunehmen und ihm zu vertrauen. Einzig Laurel sieht hinter seine Fassade und glaubt, dass er nicht der ist, für den er sich ausgibt und wie wir bereits wissen, hat sie damit Recht. Die Autoren haben mit dem Einbezug von Laurel ihren Charakter geschickt in diese Storyline eingebunden und lassen ihre Isolation in der sie sich momentan befindet, dadurch noch etwas verstärken, denn man merkt, dass sie sowohl bei Adam, ihrem Vater sowie auch Oliver mit ihren Vermutungen über Blood auf Unverständnis stößt. Zwar helfen ihr noch alle, das herauszufinden was sie will, aber auch nur, weil sie über Blood nur Andeutungen macht und nicht ihre wahren Vermutungen hergibt. Nun, dass sie herausgefunden hat, dass die rührende Geschichte um seinen Vater sowie seine Mutter, die ihn umgebracht hat, nicht stimmt, sondern Sebastian selber seinen Vater getötet hat, bin ich gespannt, wie weit sie gehen wird, um zu beweisen, wer Sebastian wirklich ist. Dabei spielt sicherlich auch noch ihre psychische Verfassung eine Rolle, denn ihr Medikamentenkonsum lässt langsam Sorge aufkommen.

Dazu steht im krassen Gegensatz Oliver, der gegenüber Sebastian sowohl als Oliver Queen wie auch als Arrow vollkommen positiv eingestellt ist. Hier stellt sich natürlich schon die Frage, weswegen Laurel, die ja eigentlich ein völliger "normaler" Mensch ist, die Bösartigkeit in Sebastians Charakter feststellt und Oliver, der sich in den letzten Jahren genau auf das Erkennen solcher Charakterzüge trainiert hat und grundsätzlich niemandem vertraut, dies nicht sieht. Ich denke einerseits spielt bei Laurel die weibliche Intuition eine Rolle, die dadurch, dass sie mit Sebastian auch privat verkehrt, hier vielleicht etwas verstärkt ist und andererseits will Oliver wohl daran glauben, dass es jemandem außer ihm in Starling City gibt, dem die Stadt am Herzen liegt und der sie "retten" will. Blood selber weiß es immer noch geschickt, sich als Anführer darzustellen, als Retter der Stadt, dem die Menschen vertrauen können und immer ist einem noch nicht ganz so klar, was er im Schilde führt, wie er an das Mirakuru gelangt ist und was er damit anstellen will. Denn, wenn er eine private Armee aufbaut, ist natürlich die Frage, was oder wen er mit dieser Armee bekämpfen will. Arrow?

"Shado always told me, that I wouldn't die here, when I'm looking back, I realize that she would never said that about yourself. I just hope, she is with your father now."

Der Zusammenhang von Inselgeschehen und Gegenwart ist dieses Mal sicherlich erneut durch das Mirakuru gegeben, welches noch auf unerklärliche Weise den Weg nach Starling City gefunden hat. Auf der Insel ist Slade nun also mit dem Mirakuru infiziert und lebt auch noch. Die Droge verändert seine Wahrnehmung, sein Bewusstsein und scheinbar auch seine Einstellung gegenüber seinen Freunden. So greift er aufgrund einer Bemerkung von Sara Oliver an und würgt diesen fast zu Tode. Oliver hingegen muss mit seinem schlechten Gewissen sowie mit seinem Schmerz wegen Shados Tod fertig werden. Obwohl ihm Sara natürlich zu verstehen geben will, dass der Tod von Shado nicht seine Schuld war, ist es verständlich, dass dies, vor allem wenn es von Sara kommt, bei Oliver überhaupt nicht fruchtet. Aber grundsätzlich hat Sara Recht, egal wie Oliver sich entschieden hätte, dem Schmerz und den Schuldgefühlen hätte er nicht entfliehen können. Und beide der Frauen zu retten, war ihm einfach nicht möglich.

Obwohl ich Shado mochte, bin ich doch mit dem Ausgang zufrieden. Sara hat, durch ihren Auftritt als Black Canary in der Gegenwart sowie durch ihre Vergangenheit mit der League of Assasin einfach mehr Potential für Handlungsstränge als Shado und Shado sterben zu lassen, führt dazu, dass beim Inselgeschehen nun das Tempo auch vermehrt angezogen wird. Oliver, der mit dem Verlust und den Schuldgefühlen kämpft, Sara die ihrem Freund helfen will, bei der man jedoch immer noch nicht ganz sicher ist, wie sie bei einem erneuten Aufeinandertreffen mit Ivo reagieren wird und Slade der durch das Mirakuru langsam die Kontrolle über sich verliert und seine Trauer um den Verlust mit Shado zu bewältigen versucht. Und auch wenn diese Folge, beim Inselgeschehen und in der Gegenwart, vor allem dazu da war, Lücken zu schließen und die Handlungsstränge zusammenzubringen, so dass die Storylines fortgeführt werden können, waren die Emotionen der verschiedenen Charaktere sehr spannend.

"Thea you do help. Everyday. Honestly, at the moment you the only thing, that keep me together."

Roy, der auch mit dem Mirakuru infiziert wurde, verändert sich ähnlich wie Slade auf der Insel, so dass zwischen den beiden Ebenen noch eine Parallele zu finden ist. Dadurch, dass sich Roy wohl im Gegensatz zu Slade, momentan in einer liebenden Partnerschaft befindet, verändert sich sein Charakter sicherlich weniger stark, doch dafür scheinen sich andere Körperfunktionen bei ihm verändert zu haben. Da ist einerseits natürlich seine unbändige Stärke, die wir ja schon von Cyrus Gold kennen und andererseits auch die schnelle Heilung seiner Wunden. Roy ist durch das Vorgehen in seinem Körper verständlicherweise sehr verunsichert und dies bleibt auch Thea nicht verborgen. Sehr schön war hier Roys Geständnis, dass Thea die einzige ist, die in seinem Leben momentan Sinn macht, denn wir sehen ja bei Slade auf der Inselebene was passiert, wenn genau diese eine Person im Leben fehlt.

Trotzdem macht sich natürlich auch Thea wegen Roys Veränderungen Gedanken und es ist sicherlich nur eine Frage der Zeit, bis sie die Geduld verliert und wissen will, was vor sich geht. Vor allem jetzt, da Roy Moira das Leben gerettet hat, indem er einen umfallenden Gerüstemast mit seinem Rücken aufgehalten hat. Etwas was einem Mensch, mit normalen Kräften, wohl kaum gelungen wäre. Da Roy diese Aktion sowie seine schnell heilende Wunde nicht mehr erklären kann, ohne Thea die ganze Wahrheit zu erzählen, verschwindet er einfach. Denn die Wahrheit zu erzählen kommt für ihn nicht in Frage, einerseits weil er wahrscheinlich Angst hat, laut auszusprechen, was mit ihm passiert ist und er es selber nicht so genau erklären kann und andererseits natürlich, weil er Thea nicht in Gefahr bringen will und das würde er zwangsläufig tun, wüsste sie die Wahrheit. Ich hoffe nur, Roy findet wieder zu sich, bevor die Droge auch von seinen psychischen Zustand Besitzt ergreift.

"Felicity you're not an employed, you're my partner."

Die Szenen, in welchen es um die Beziehung von Oliver, Felicity und Diggle geht, haben mir in dieser Episode am besten gefallen. Schön war es, dass man den Unfall bei Star Lab und damit Barry Allen weiterhin eingebunden hat und dies mit Felicitys Besuch bei Barry auch realistisch weiterführt. Oliver, der mit seinen Gefühlen Felicity gegenüber überhaupt nicht umgehen kann, stellt während ihrer Abwesenheit fest, wie sehr er sie braucht und zwar als Arrow sowie auch als Oliver. Dass er ihr gegenüber dies anfangs nicht zugeben kann, hat wohl mehrere Gründe. Einer ist sicherlich, dass Oliver weiß, wie Felicity für ihn empfindet, sich aber momentan auch bewusst ist, dass er keine Beziehung mit ihr führen kann. Um sie nicht noch mehr zu verletzten, will er vor ihr nicht offenlegen, was sie ihm bedeutet. Der zweite Grund ist, dass er die Gefühle, welche er für sie hat, noch nicht richtig einordnen kann. Er weiß, dass sie ihm viel bedeutet, kann vielleicht aber noch nicht richtig definieren, ob es Freundschaft oder eben doch mehr ist. Die Eifersucht, welche im Bezug auf Barry und Felicity bei ihm immer wieder auftaucht, spricht jedoch Bände. Dass er am Schluss Felicity schließlich doch gestehen kann, dass er sie braucht, ist meiner Meinung ein großer Schritt in dieser Beziehung und auch die Definition ihrer Beziehung, dass sie sich nicht in einem Angestelltenverhältnis befinden, sondern in einer Partnerschaft, zeigt das Vertrauen welches Oliver Felicity und auch Diggle entgegenbringt und wenn man bedenkt was Oliver erlebt hat, vertraut er nur sehr wenigen Menschen.

Eine Szene die mir auch sehr gut gefallen hat und die viel über die Freundschaft von Diggle und Oliver aussagt, ist als Diggle Oliver nach dem Streit mit Felicity die Meinung sagt. Diggle ist sicherlich oft der ruhige Pol bei den beiden und hält sich, wie hier, vorerst mit seiner Meinung zurück. Das hindert ihn aber anschließend nicht daran, Oliver mit ruhigen und sachlichen Worten klar zu machen, dass er soeben einen Fehler begannen hat. So zeigt sich wieder einmal, dass Diggle derjenige ist, der Oliver mit seiner ruhigen Art beschwichtigen kann, der ihn zum Nachdenken bringt und der in gewisser Weise sein Gewissen ist. Diese Konstellation gefällt mir sehr gut und die Fortschritte die diese Freundschaft macht, wird wahnsinnig schön von den Autoren umgesetzt.

Randbemerkungen und persönliche Eindrücke

  • Immer wieder positiv zu erwähnen sind auch die kleinen Details, welche in jede Episode einfließen. Dieses Mal war es die neue Maske welche Oliver trägt und welche von Lance sofort entdeckt wurde. Eine gute Szene um Barry erneut zu erwähnen, etwas Werbung für "The Flash" zu machen und mit der Frage von Lance: "Du hast Freunde?" auch etwas Witz in die Episode zu bringen.

Fazit

Die Episode hat nicht viel Neues angerissen oder spannungsgeladene Fälle präsentiert. Sie hat aber die offenen Handlungsstränge weitergeführt und war eine Vorbereitung für das was noch kommen wird, so dass das Tempo in der nächsten Folge sicherlich wieder etwas angezogen wird. Gespannt darf man auf alle Fälle in jeder Hinsicht, in jedem Handlungsstrang und auf jeder Ebene (Vergangenheit oder Gegenwart) sein.

Maria Schoch – myFanbase

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