Bewertung: 6

Review: #9.02 Mr. Jingles

Mit #9.01 Camp Redwood feierte die neunte Staffel von "American Horror Story" einen guten Einstand und führte uns in die neue Thematik ein, die schon in der ersten Episode für wilde Spekulationen sorgte. Zumal man mit Mr. Jingles und Margaret Booth zwei Charaktere in die Serie gebracht hat, bei denen man sich nicht sicher sein kann, ob sie miteinander zu tun haben oder man letztlich nur für Verwirrung sorgen will. Auch die zweite Episode zeigt deutlich auf, dass Ryan Murphy vollkommen in seinem Element ist.

Brookes Vergangenheit

Mit Brooke haben wir einen Charakter, der nett, zurückhaltend, vorsichtig und vor allem ängstlich ist. Natürlich fragt man sich da, was dahintersteckt. Die Erklärung dafür bekommen wir prompt in dieser zweiten Episode. Brooke hat vor rund einem Jahr ein Trauma erlitten. Obwohl dies schon schlimm genug ist, bekommen wir in Flashbacks gezeigt, was genau vorgefallen ist. Bereits im Vorfeld habe ich mir Gedanken dazu gemacht, was Brooke erlebt haben muss, um aus der Stadt zu fliehen und so verängstigt zu sein. Die Flashbacks unterstreichen nicht nur die Tragik, sondern zeigen auch, dass wir in dieser Staffel starke Nerven und starke Mägen haben müssen, um das Gesehene zu verarbeiten.

Man sagt, der Hochzeitstag ist der schönste Tag im Leben – nicht so bei Brooke. Am Tag ihrer Hochzeit erlebt sie das Schlimmste, was man niemandem wünscht. Ihr Verlobter Joey wirft ihr vor, ihn mit seinem besten Freund Sam betrogen zu haben. Alleine schon diese Unterstellung zeigt, welch ein eifersüchtiger Typ er ist. Nicht nur, dass er ihr so etwas vorwirft, er sorgt für ein richtiges Blutbad. Mich hat diese Szene sehr erschreckt, da ich zwar mit einem Mord gerechnet habe, letztlich aber nicht mit einem dreifachen Mord.

Mir tut Brooke unglaublich leid. Durch den Vorfall wird auch immer offensichtlicher, dass sie offenbar das perfekte Opfer ist, das man möglicherweise in den Wahnsinn treiben kann. Immerhin erlebt sie im Camp gerade Dinge, die sie gegenüber den anderen nicht beweisen kann. Ich bin wirklich mal gespannt, wie man mit ihr weiter verfahren wird. Momentan kann ich mir noch nicht vorstellen, in welche Richtung man mit Brooke gehen will.

Margaret Booth, Mr. Jingles, Richard Ramirez und Jonas

Neben Brooke gibt es noch eine Storyline, bei der ich mich frage, wie alles zusammenhängt. In der vergangenen Episode haben wir erfahren, dass Margaret im Jahr 1970 – dem Jahr des Massakers – Betreuerin in Camp Redwood und ein überlebendes Opfer von Mr. Jingles gewesen ist. Ehrlich gesagt war mir diese Dame von Anfang an nicht ganz geheuer. Vor allem liegt das daran, weil sie das Camp wieder eröffnen will. Das Camp, in dem einst so schreckliche Dinge geschehen sind und man durchaus verstehen könnte, wenn sie damit nichts mehr zu tun haben will.

Wobei ich natürlich ihre Beweggründe durchaus verstehen kann und sie die Wiedereröffnung dazu nutzen möchte, den anderen zu beweisen, dass sie sich nicht von ihrer Angst kontrollieren lassen will. Dennoch habe ich ein komisches Gefühl bei ihr. In meiner letzten Review habe ich die Vermutung geäußert, dass zwar angegeben wird, dass Mr. Jingles in Frage kommt, da das abgeschnittene Ohr ein Hinweis dafür ist, es jedoch auch Mittäter geben könnte. Besonders da Mr. Jingles bzw. Benjamin Richter erst aus der Psychiatrie ausgebrochen ist und ich mir nicht vorstellen konnte, dass er so unvorsichtig ist, sofort damit weiterzumachen, wo er damals aufgehört hat. Gerade Margaret macht auf mich einen undurchsichtigen Eindruck. Auch bei ihr kann ich mir nicht vorstellen, dass sie mit der damaligen Tat abgeschlossen hat. Es könnte gut sein, dass sie Brooke und den anderen nur weis machen will, sie sollten sich vor Benjamin in Acht nehmen, aber in Wirklichkeit selbst einer der Drahtzieher ist, und dafür sorgt, dass die anderen verunsichert werden.

Dass sie dazu jetzt auch noch Richard Ramirez ins Boot holt, macht die Sache nicht gerade einfacher. Denn anders als Mr. Jingles ist dieser tatsächlich hinter Brooke her. Jetzt könnte er sogar noch gefährlicher werden, da er Zuspruch von Margaret bekommt und dazu ermutigt wird, dass Bestrafungen in Ordnung sind. Ich bin wirklich mal gespannt, wie es weitergehen wird. Momentan bin ich auch hier ratlos, wie diese Storyline mit dem Grundthema dieser Staffel zusammenhängen soll, abgesehen von der Tatsache, dass man Brooke noch weiter in die Irre führen wird.

Als letztes haben wir noch Jonas. Den vermeintlichen Wanderer, der von der Truppe aufgegabelt wurde und der ebenfalls ein Opfer von Mr. Jingles gewesen ist. Anders als meine Annahme, ist der gute Jonas gar nicht tot, sondern mehrfach (!!) von den Toten wieder auferstanden. Doch das ist nicht mal das, was mich etwas irritiert, vielmehr ist es die Tatsache, dass wir es bei Jonas offenbar mit einem Geist zu tun haben. So ganz geheuer ist mir diese Sache nicht, zumal wir erst bei der zweiten Episode sind und letztlich auch noch zu wenig Informationen haben, wie und warum Jonas ein Geist ist. Bisher wissen wir nur, dass er einst auch als Betreuer im Camp gearbeitet hat, damals von Benjamin getötet wurde und noch immer wie damals aussieht. Ich hoffe, wir werden noch darüber aufgeklärt, wie es dazu kam.

Randnotizen

  • Ich frage mich, wer Blake umgebracht hat. Xavier halte ich für unwahrscheinlich, auch wenn er allen Grund dazu hatte. Ich vermute allerdings, dass der Mord an Blake von jemanden verübt wurde, den wir kennen, demjenigen aber die Tat nicht zugetraut haben.
  • Ob Brooke und Montana ein Paar werden? Völlig undenkbar finde ich das nicht.



Fazit

Die zweite Episode der neunten Staffel von "American Horror Story" wirft einige Fragen auf, auf die ich mir noch keine richtigen Antworten geben kann. Dennoch weiß die Staffel durchaus Spannung aufzubauen. Jetzt müssen wir nur damit anfangen, die Puzzleteile zusammenzusetzen, damit alles ein Ganzes ergeben wird.

Daniela S. - myFanbase

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